Diplomarbeit, 2003
114 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Unternehmensinternationalisierung in der Medienindustrie
1.2 Zum Aufbau der Arbeit
2. Triebfedern der Globalisierung
2.1 Theoretische Globalisierungskonzepte
2.2 Begriffsdefinition von ‚Globalisierung’ im Kontext der Kerngedanken des Globalisierungsdiskurses
3. Multinationale Konzerne
3.1 Multinationale Konzerne - eine begriffliche Annäherung
3.2 Zur Expansion multinationaler Konzerne
3.3 Ansätze zur Untersuchung von multinationalen Unternehmen
3.3.1 Volks- und betriebswirtschaftliche Konzepte
3.3.2 Unternehmensinternationalisierung im Kontext nationaler Pfadabhängigkeiten
3.3.3 Internationalisierung im Kontext organisationsinterner Entscheidungsprozesse
3.3.4 Einordnung der theoretischen Ansätze zur Unternehmensinternationalisierung in den weiteren Untersuchungsgang
4. Transformationsprozesse der Medienbranche
4.1 Historische Entwicklung der Medienbranche
4.2 Wettbewerbsdynamiken der Medienbranche
4.3 Institutionelle Rahmenbedingungen im Kontext nationaler Mediensysteme
4.3.1 Charakteristika des Mediensystems der USA
4.3.2 Charakteristika des Mediensystems der Bundesrepublik Deutschland
4.3.3 Charakteristika des französischen Mediensystems
4.3.4 Charakteristika des Mediensystems Australiens
4.3.5 Vergleich der nationalen Mediensysteme
5. Organisationstheoretischer Rahmen
5.1 Der Coevolutionsansatz
5.2 Konzeptualisierung von Strukturmerkmalen der Medienbranche innerhalb des Coevolutionstheoretischen Rahmens
6. Internationalisierungsverläufe multinationaler Medienkonzerne
6.1 Untersuchungssample
6.2 Untersuchungsmethode
6.3 Internationalisierungsprofile
6.3.1 AOL Time Warner
6.3.2 Bertelsmann AG
6.3.3 The News Corporation Limited
6.3.4 Vivendi Universal SA
6.3.5 The Walt Disney Company
7. Untersuchungsergebnisse
7.1 Vergleich der Internationalisierungsverläufe
7.1.1 Konvergente Entwicklungen
7.1.2 Divergente Entwicklungen
7.2 Mehrebenenanalyse von Einflüssen auf die Internationalisierung von Medienkonzernen
7.2.1 Extra-institutionelle Ebene
7.2.2 National-institutionelle Ebene
7.2.3 Wettbewerbsebene
7.2.4 Konzernebene
7.3 Fazit
Diese Arbeit analysiert die Faktoren, die Art, Richtung und Umfang der Unternehmensinternationalisierung in der Medienindustrie bestimmen. Ziel ist es, ein mehrdimensionales Verständnis für die Internationalisierungsprozesse weltweit führender Medienkonzerne zu entwickeln, indem sowohl organisationsinterne Prozesse als auch externe institutionelle und wettbewerbsrelevante Einflüsse in einem coevolutionären Rahmen betrachtet werden.
6.3.1 AOL Time Warner
a) Historischer Überblick
Im Januar 2000 gibt der Internetdienstleister American Online (AOL) die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner bekannt. Als Ergebnis der Fusion entsteht das am Umsatz gemessen weltgrößte Medienkonglomerat AOL TW. Der Konzern kann fast alle Stufen der medialen Wertschöpfungskette im Fernsehen, im Internet und bei den Printmedien abdecken. Bei der Betrachtung der Unternehmensgeschichte von AOL TW gilt es, drei Entwicklungslinien zu berücksichtigen, aus denen der Konzern entstanden ist. Wie man schon aus dem Unternehmensnamen vermuten kann, handelt es sich um die anfangs eigenständigen Unternehmen Time, Warner Brothers und AOL. Einen weiteren Entwicklungspfad bildet die Turner Satellite Broadcasting (TSB), die 1996 von Time Warner übernommen wurde.
Der Time Verlag wird 1922 gegründet und erlangt durch das gleichnamige Nachrichtenmagazin „Time“ Bekanntheit. In den 30er Jahren kommen weitere Titel wie das Wirtschaftsmagazin „Fortune“ und die Illustrierte „Life“ hinzu. Nach dem Tod des Gründers Henry Luce steigt Time in das Buchklubgeschäft ein und gründet 1972 den weltweit ersten Pay-TV Sender Home Box Office (HBO). Parallel zur Entwicklung des Time Verlages werden in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts die Warner Brothers Filmstudios aufgebaut. Nach dem Tod des letzten ‚Warner Bruders’ übernimmt der Verleger Stephen Ross das Filmstudio und diversifiziert die Aktivitäten.
Time befindet sich zu Beginn der achtziger Jahre in einer kritischen wirtschaftlichen Phase, da die Umsätze im Verlagsbereich stagnieren. Ein weiteres Problem des Verlags besteht darin, dass der Konzern im Gegensatz zu den Mitte der achtziger Jahre auf den US-Markt drängenden ausländischen Konkurrenten Bertelsmann und News Corporation auf den US-Markt fokussiert ist. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, wird eine strategische Zusammenarbeit mit Warner Communications vereinbart, die in der Fusion der beiden Medienkonzerne mündet.
1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung nach den Ursachen der Internationalisierung von Medienkonzernen und Erläuterung des Arbeitsaufbaus.
2. Triebfedern der Globalisierung: Darstellung der soziologischen Globalisierungsdebatte und Herleitung eines für die Arbeit relevanten Globalisierungsbegriffs.
3. Multinationale Konzerne: Definition multinationaler Unternehmen und Diskussion theoretischer Analyseansätze, einschließlich volks- und betriebswirtschaftlicher Konzepte.
4. Transformationsprozesse der Medienbranche: Analyse der historischen Entwicklung, Wettbewerbsdynamiken und institutioneller Rahmenbedingungen nationaler Mediensysteme.
5. Organisationstheoretischer Rahmen: Vorstellung des Coevolutionsansatzes zur integrierten Analyse von Umwelteinflüssen und unternehmensinternen Entscheidungsprozessen.
6. Internationalisierungsverläufe multinationaler Medienkonzerne: Empirische Untersuchung der Internationalisierungsprofile von AOL Time Warner, Bertelsmann, News Corporation, Vivendi Universal und Walt Disney.
7. Untersuchungsergebnisse: Vergleich der Internationalisierungsverläufe sowie eine Mehrebenenanalyse der Einflussfaktoren auf die Internationalisierung.
Internationalisierung, Medienindustrie, Globalisierung, Multinationale Konzerne, Coevolution, Wettbewerbsdynamik, Unternehmensstrategie, Medienmärkte, Konzentrationsprozesse, Institutionelle Rahmenbedingungen, Digitalisierung, Konvergenz, Auslandsexpansion, Unternehmensführung, Marktstruktur.
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren das Internationalisierungsverhalten multinationaler Medienkonzerne prägen und wie diese Unternehmen ihre Auslandsaktivitäten unter wechselnden globalen Rahmenbedingungen steuern.
Die Themen umfassen die soziologische Globalisierungsdebatte, die Entwicklung der Medienbranche, internationale Strategien von Medienkonzernen und deren Verankerung in nationalen Mediensystemen.
Die Forschungsfrage ist, wie Art, Richtung und Umfang der Auslandsengagements von Medienkonzernen durch ein Zusammenspiel von organisationsinternen Prozessen und externen Faktoren wie Wettbewerb und nationalen Institutionen bestimmt werden.
Die Arbeit stützt sich auf eine empirische Analyse der Internationalisierungsprofile von fünf großen Medienkonzernen, ergänzt durch eine internationale Expertenbefragung, um ein theoretisches Coevolutionsmodell zu verifizieren.
Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen Transformationsprozesse der Medienbranche, stellt den theoretischen Coevolutionsansatz vor und erstellt detaillierte Profile der untersuchten Konzerne zur Ableitung von Internationalisierungsmustern.
Zu den zentralen Begriffen zählen Internationalisierung, Medienindustrie, Coevolution, Globalisierung, Marktstrukturen und Unternehmensstrategien.
Er dient als mehrdimensionaler theoretischer Rahmen, um zu erklären, dass die globale Organisationsausweitung von Medienkonzernen das Ergebnis rekursiver Prozesse zwischen organisationsinternen Entscheidungen und externen Umweltbedingungen ist.
Diese Nationen wurden ausgewählt, weil sie die Heimatländer der in der Studie untersuchten fünf führenden Medienkonzerne sind und unterschiedliche institutionelle Rahmenbedingungen aufweisen.
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