Diplomarbeit, 2011
81 Seiten, Note: 1,0
1. Kontroverse um die Gesundheitsreform in den USA
2. U.S.-amerikanische kulturelle Ideologien
2.1. Liberalismus
2.2. Individualismus
2.3. Exzeptionalismus
2.4. „American Dream“
3. Lyndon B. Johnsons Gesundheitsreform
3.1. Franklin D. Roosevelts „New Deal“
3.2. Entwicklung des Gesundheitssystems bis 1961
3.3. Politische und wirtschaftliche Umstände für Johnsons Reform
3.4. Veränderungen durch Medicare und Medicaid
3.5. Einfluss der Ideologien auf die Reform
4. Bill Clintons Gesundheitsreformversuch
4.1. Veränderungen im Gesundheitssystem bis 1992
4.2. Politische und wirtschaftliche Umstände für Clintons Reformversuch
4.3. Geplante Änderungen durch Clintons Reformpläne
4.4. Einfluss der Ideologien auf das Scheitern der Reform
5. Barack Obamas Gesundheitsreform
5.1. Veränderungen im Gesundheitssystem bis 2008
5.2. Politische und wirtschaftliche Umstände für Obamas Reform
5.3. Veränderungen durch Obamas Gesundheitsreform
5.4. Einfluss der Ideologien auf die Reform
6. Vergleich der Reformversuche
6.1. Positionen der Parteien
6.2. Wirtschaftliche Umstände der Reformen
6.3. Politische Umstände der Reformen
6.4. Ausnahmestellung des Gesundheitswesens der USA
7. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht den maßgeblichen Einfluss spezifisch amerikanischer kultureller Ideologien – namentlich Liberalismus, Individualismus, Exzeptionalismus und der „American Dream“ – auf die historische Entwicklung und die politischen Reformversuche des U.S.-Gesundheitssystems durch die Präsidenten Johnson, Clinton und Obama.
2.2. Individualismus
Die Mentalität und das Selbstverständnis der Amerikaner sind bedeutend von der Ideologie des Individualismus beeinflusst; sie liegt „at the very core of American culture.“ Dies bedeutet einerseits, dass die Einzigartigkeit und die „sacredness“ eines jeden einzelnen Bürgers stark betont werden. Andererseits wird jedes Individuum zunächst für sein Glück oder seinen Misserfolg als selbst verantwortlich gesehen und kann wenig Unterstützung von anderen oder gar dem Staat erwarten.
Die Ursprünge des Individualismus liegen in der Besiedelungsgeschichte der USA. Die Einwanderer aus vielen verschiedenen fremden Ländern fanden sich im neuen Land zunächst auf sich allein gestellt; das Überleben hing von den Erträgen der eigenen Arbeit ab. Der in Frankreich geborene Schriftsteller J. Hector St. John de Crèvecœur sah hier einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der europäischen Emigranten zu „echten“ Amerikanern. In „Letters from an American Farmer“ aus dem Jahre 1782 stellt er fest, dass die Arbeiter in Europa oft gezwungen waren, die Früchte ihrer Anstrengungen an Fürsten oder Herrscher abzutreten. Dagegen gründe sich die Arbeit eines Amerikaners „on the basis of nature, self-interest; can it want stronger allurement?“
1. Kontroverse um die Gesundheitsreform in den USA: Einleitung in die historisch gewachsene, leidenschaftliche Debatte um die Rolle des Staates im U.S.-Gesundheitswesen.
2. U.S.-amerikanische kulturelle Ideologien: Analyse der vier prägenden Ideologien Liberalismus, Individualismus, Exzeptionalismus und „American Dream“ als kulturelles Fundament.
3. Lyndon B. Johnsons Gesundheitsreform: Untersuchung der Einführung von Medicare und Medicaid als Ausgangspunkt staatlicher Gesundheitsfürsorge unter dem Eindruck der Great Society.
4. Bill Clintons Gesundheitsreformversuch: Analyse des Scheiterns der ambitionierten Clinton-Reform aufgrund komplexer Entwürfe und mangelnder öffentlicher Akzeptanz.
5. Barack Obamas Gesundheitsreform: Betrachtung der erfolgreichen, aber hart umkämpften Umsetzung der Reform von 2010 inmitten einer gespaltenen politischen Landschaft.
6. Vergleich der Reformversuche: Gegenüberstellung der parteipolitischen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, die das Schicksal der jeweiligen Reformen beeinflussten.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Persistenz kultureller Ideologien und deren Einfluss auf zukünftige gesundheitspolitische Debatten.
Gesundheitsreform, USA, Liberalismus, Individualismus, Exzeptionalismus, American Dream, Medicare, Medicaid, Great Society, Sozialismus, staatliche Intervention, politische Kultur, Gesundheitswesen, Versicherungsmarkt, Clinton-Reform.
Die Arbeit analysiert, warum die Reform des amerikanischen Gesundheitssystems seit Jahrzehnten ein derart kontroverses und politisch hürdenreiches Unterfangen ist.
Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen US-amerikanischer Kultur, spezifischen politischen Ideologien und den konkreten legislativen Bemühungen zur staatlichen Krankenversicherung.
Es soll aufgezeigt werden, inwiefern tief verwurzelte Werte wie Individualismus und Exzeptionalismus die Entwicklung des Gesundheitssystems beeinflusst haben und warum sie den Ausbau staatlicher Leistungen oft behinderten.
Die Arbeit verfolgt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, der politische Rhetorik, historische Ereignisse und die Wirkung nationaler Mythen auf die politische Entscheidungsfindung untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der Reformbemühungen unter Johnson, Clinton und Obama sowie deren Vergleich hinsichtlich politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Zu den zentralen Begriffen zählen Gesundheitsreform, Liberalismus, Exzeptionalismus, Medicare, Medicaid und die kulturelle Ideologie des "American Dream".
Während Johnson seine Reformen als notwendigen Bestandteil der "Great Society" zur Erhöhung der Chancengleichheit in einer Zeit des Wohlstands verankern konnte, scheiterte Clinton unter anderem an einer komplexen Rhetorik, die von Gegnern erfolgreich als bürokratische Übergriffigkeit umgedeutet wurde.
Medicare fokussierte sich auf eine Bevölkerungsgruppe (Senioren), der nach amerikanischem Verständnis ein Schutz vor Altersarmut und Krankheit moralisch zugestanden wurde, womit sie sich vom Stigma "fauler" Wohlfahrtsempfänger unterschieden.
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