Diplomarbeit, 2011
93 Seiten, Note: 2,3
1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
2 Definitorische Abgrenzungen
2.1 Qualitätsbegriff in der Abschlussprüfung
2.1.1 Begriffsbestimmung der Qualität
2.1.2 Unabhängigkeit des Abschlussprüfers
2.2 Kapitalmarkt als Adressat der Abschlussprüfung
2.3 Die Erwartungslücke als Phänomen der Abschlussprüfung
2.4 Anforderungen an wahrnehmbare Qualitätsfaktoren
3 Einfluss ausgesuchter Gruppen auf die Qualität der Abschlussprüfung
3.1 Berufsstand
3.1.1 Einflussfaktoren des Berufsstandes auf die Qualität der Abschlussprüfung
3.1.1.1 Berufsexamina
3.1.1.2 Prüfungsnormen des Berufsstandes
3.1.1.3 Disziplinaraufsicht und Berufsgerichtsbarkeit
3.1.2 Wahrnehmung der Faktoren durch den Kapitalmarkt
3.2 Nationaler Gesetzgeber und Europäische Union
3.2.1 Einflussfaktoren des Gesetzgebers auf die Qualität der Abschlussprüfung
3.2.1.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen
3.2.1.2 Externe Qualitätskontrolle
3.2.1.3 Staatliche Aufsicht
3.2.2 Wahrnehmung der Faktoren durch den Kapitalmarkt
3.3 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
3.3.1 Einflussfaktoren der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften auf die Qualität der Abschlussprüfung
3.3.1.1 Internes Qualitätssicherungssystem
3.3.1.2 Haftungsfälle
3.3.1.3 Größe, Reputation und Spezialisierungsgrad einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
3.3.2 Wahrnehmung der Faktoren durch den Kapitalmarkt
3.4 Mandanten
3.4.1 Einflussfaktoren der Mandanten auf die Qualität der Abschlussprüfung
3.4.1.1 Prüfungsausschuss
3.4.1.2 Interne Revision
3.4.1.3 Prüfungs- und Beratungsleistungen
3.4.2 Wahrnehmung der Faktoren durch den Kapitalmarkt
4 Lösungsvorschläge für eine höhere Qualität der Abschlussprüfung aus Sicht des Kapitalmarktes
4.1 Umfeld für Veränderungen
4.2 Alternativen zur Erhöhung der Qualität
4.2.1 Informationsversorgung der Kapitalmarktteilnehmer
4.2.2 Finanzielle Abhängigkeit des Prüfers
4.2.3 Ausweitung des Prüfungsumfangs
4.2.4 Prüfungsstandards auf globaler Ebene
5 Fazit und Aussicht
Die Arbeit untersucht die Qualität der Abschlussprüfung aus der Perspektive des Kapitalmarktes, um auf Basis einer fundierten Analyse von Einflussfaktoren gezielte Verbesserungsvorschläge zu entwickeln, die das Vertrauen der Kapitalmarktteilnehmer in die Abschlussprüfung stärken sollen.
2.1.2 Unabhängigkeit des Abschlussprüfers
Der Wert eines Prüferurteils hängt für den Adressaten stark von der Vertrauenswürdigkeit dieses Urteils ab. Die Vertrauenswürdigkeit in ein solches Urteil ist wiederum grundlegend von der Urteilsfähigkeit, der sachgerechten Urteilsbildung und der Urteilsfreiheit des Wirtschaftsprüfers abhängig. Während die Urteilsfähigkeit auf die Sachkunde des Prüfers abzielt, hängt die sachgerechte Urteilsbildung vom Vorliegen der Postulate Vollständigkeit, Materiality und Objektivität ab. Die Urteilsfreiheit soll sicherstellen, dass der Wirtschaftsprüfer durch nichts in seiner sachgerechten Urteilsbildung eingeschränkt wird. Der Wirtschaftsprüfer soll also frei von Weisungen oder erheblichen Einflüssen anderer Personen sein und darf nicht selbst oder durch die Interessen Anderer eingeschränkt sowie gegenüber dem Untersuchungsobjekt nicht voreingenommen sein. Die Erfüllung dieser Voraussetzungen soll die Unabhängigkeit des Prüfers sicherstellen.
Im Zusammenhang mit der Unabhängigkeit des Prüfers wird in der Literatur auch oft von Unbefangenheit gesprochen. Die Besorgnis der Befangenheit liegt vor, sofern ein vernünftiger und vorurteilsloser Dritter einen sachlichen Grund für das bestehende Misstrauen in die Unabhängigkeit des Prüfers anbringen kann. Unabhängigkeit wird in der internationalen Literatur häufig aufgeteilt in independence in fact und independence in appearance. Independence in fact liegt vor, wenn der Prüfer nur sachgerechte Erwägungen für sein Prüfungsurteil verwendet und damit frei von sämtlichen Einwirkungsmöglichkeiten durch Dritte oder das zu prüfende Unternehmen ist. Independence in appearance liegt vor, wenn keine Faktoren existieren welche die Besorgnis der Befangenheit bei einem vernünftigen vorurteilslosen Dritten hervorrufen. Typische Situationen, welche die Unabhängigkeit des Prüfers beeinflussen können, sind personelle Verflechtungen, finanzielle Interessen, persönliche Beziehungen sowie die gleichzeitige Prüfung und Beratung eines Mandanten.
1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Relevanz der Abschlussprüfung für das Vertrauen der Kapitalmärkte und Definition des Zielrahmens der Arbeit.
2 Definitorische Abgrenzungen: Theoretische Fundierung des Qualitätsbegriffs, des Kapitalmarkts und der Theorie der Erwartungslücke zur Vorbereitung der Faktorenanalyse.
3 Einfluss ausgesuchter Gruppen auf die Qualität der Abschlussprüfung: Detaillierte Untersuchung der Wirkfaktoren von Berufsstand, Gesetzgeber, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Mandanten auf die Prüfungsqualität.
4 Lösungsvorschläge für eine höhere Qualität der Abschlussprüfung aus Sicht des Kapitalmarktes: Herleitung konkreter Handlungsoptionen zur Qualitätssteigerung und zur Schließung der Erwartungslücke.
5 Fazit und Aussicht: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige regulatorische Entwicklungen.
Abschlussprüfung, Kapitalmarkt, Wirtschaftsprüfer, Prüfungsqualität, Unabhängigkeit, Erwartungslücke, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mandant, Prüfungsausschuss, Interne Revision, Prüfungshonorar, Transparenz, Normeneinhaltung, Berufsstand, Rechnungslegung.
Die Arbeit analysiert, wie sich die Qualität der Abschlussprüfung aus Sicht des Kapitalmarktes definieren und durch verschiedene Einflussgruppen wie den Gesetzgeber oder Prüfungsgesellschaften verbessern lässt.
Zu den Kernfeldern gehören die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, die Rolle des Kapitalmarktes als Informationsadressat, die Theorie der Erwartungslücke sowie die institutionelle Qualitätskontrolle.
Ziel ist es, Lösungsvorschläge für eine Qualitätssteigerung der Abschlussprüfung zu erarbeiten, die speziell auf die Informationsbedürfnisse und das Sicherheitsbedürfnis von Kapitalmarktteilnehmern ausgerichtet sind.
Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse von Einflussgruppen und deren Faktoren, unterstützt durch eine Literatur- und Normenanalyse zur Herleitung von Qualitätskriterien.
Der Hauptteil gliedert sich in die Faktorenanalyse der vier großen Gruppen (Berufsstand, Gesetzgeber, Prüfungsgesellschaften, Mandanten) und deren spezifische Auswirkungen auf die wahrgenommene Prüfungsqualität.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Prüfungsqualität, Unabhängigkeit, Kapitalmarkttransparenz und Erwartungslücke definieren.
Sie beschreibt die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Aufgaben des Prüfers und den teils überhöhten Erwartungen der Öffentlichkeit; ihre Schließung ist entscheidend für das Vertrauen in geprüfte Finanzinformationen.
Während sie fachliche Synergien bieten können, stellt die Arbeit kritisch heraus, dass sie die Unabhängigkeit durch eine engere Bindung zum Mandanten gefährden können.
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