Examensarbeit, 2007
83 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. König Godfrid und Karl der Große 804 – 810
1.1. Die ersten Kontakte
1.2. Die erste Begegnung zwischen Godfrid und Karl
1.3. Der Abodritenfeldzug im Jahre 808
1.4. Danewerk, Reric und Haithabu
1.5. Verhandlungen zwischen Karl und Godfrid
1.6. Der Angriff auf Friesland im Jahre 810
1.7. Gesamteinschätzung Godfrids
2. Harald Klak und das Frankenreich
2.1. Die Verhältnisse in Dänemark nach Godfrids Tod
2.2. Haralds Zuflucht bei Ludwig dem Frommen
2.3. Die Taufe Haralds
2.4. Was geschah mit Harald?
3. Friesland unter Rorik und Harald II.
3.1. Überfälle auf Dorestad
3.2. Dorestad und der friesische Handel
3.3. Kaufleute, Plünderer oder beides?
3.4. Haralds II. Rolle in Friesland
3.5. Friesland unter Rorik
3.6. Verantwortlichkeit für die Raubzüge am Beispiel Paris 845
3.7. Rorik und Godfrid Haraldsson nach 850
3.8. Ansprüche auf den dänischen Thron
3.9. Rorik und der Vorwurf des Verrats
3.10. Das Ende Roriks
4. Godfrid III. in Friesland
4.1. Das „große Heer“
4.2. Godfrids Herrschaft in Friesland
III. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Kontakte zwischen Dänen und Franken in Friesland während des 9. Jahrhunderts, wobei der Fokus auf der Ansiedlung dänischer Anführer und deren Rolle als fränkische Lehnsmänner liegt.
1.6. Der Angriff auf Friesland im Jahre 810
In den Reichsannalen wird im Jahre 810 berichtet, dass Karl in Aachen einen Feldzug gegen den Dänenkönig Godfrid plante. Der direkte Auslöser für diesen Plan wird nicht genannt. Doch bevor der Kaiser diesen Plan umsetzen konnte, wurde ihm die Landung einer dänischen Flotte von zweihundert Schiffen an der friesischen Küste gemeldet.75 Zunächst wurden die friesischen Inseln überfallen, woraufhin das normannische Heer das Festland erreicht und sich mehrere erfolgreiche Schlachten mit der friesischen Bevölkerung lieferte. Die besiegten Friesen wurden tributpflichtig gemacht und hatten bereits hundert Pfund Silber gezahlt. Als überraschende Tatsache wird noch hinzugefügt, dass „regem vero Godofridum domi esse“76. Über die Gründe hierfür schweigen die Annalen jedoch.
Karl war über diese Nachrichten so empört, dass er Boten in alle Reichsteile schickte, um möglichst schnell ein Heer aufbieten und den bereits zuvor geplanten Feldzug beginnen zu können. Er selbst setzte sich nun aus Aachen über den Rhein in Richtung Lippeham in Bewegung, um zunächst der dänischen Flotte zu begegnen.77 Nach dem Zusammenschluss mit den Truppen zog er schließlich bis zur Wesermündung, schlug dort ein Lager auf und wartete auf weitere Schritte Godfrids. Karl war nämlich zu Ohren gekommen, dass Godfrid den Kampf mit den Franken auf offenem Felde suchte. Noch während er mit seinen Truppen auf ein Zeichen zum Kampf wartete, erhielt er die Nachricht, dass „classem, quae Frisia vastabant, domum regressam et Godofridum regem a quodam suo satellite interfectum“78 und kehrte nach Hause zurück.
Über dieses Ereignis schreibt das Chronicon Moissiacense zusätzlich, dass Godfrid „occulte misit pyratas cum navibus in Frisia“79, die dort erheblichen Schaden unter dem Christenvolk angerichtet hatten. Später wurde er von einem seiner Vasallen getötet. An dieser Quellenaussage ist zu beachten, dass sie, im Gegensatz zu den Reichsannalen, Godfrid eindeutig als den Verursacher dieses Beutezuges kennzeichnet.
1. König Godfrid und Karl der Große 804 – 810: Dieses Kapitel behandelt die ersten politischen und militärischen Kontakte sowie Konflikte zwischen dem dänischen König Godfrid und Karl dem Großen, inklusive der Grenzbeziehungen und Godfrids Raubzügen.
2. Harald Klak und das Frankenreich: Fokus auf Harald Klaks Versuche, den dänischen Thron mit Unterstützung des Frankenreiches zurückzugewinnen, seine Taufe und seine Ansiedlung in Friesland.
3. Friesland unter Rorik und Harald II.: Untersuchung der Periode ab 830, in der Friesland zunehmend unter den Einfluss dänischer Kriegsherren geriet, insbesondere durch die Belehnungen an Rorik und Harald II.
4. Godfrid III. in Friesland: Analyse der späten Phase dänischer Herrschaft in Friesland unter Godfrid III., seinen Verbindungen zur fränkischen Oberschicht und seinem gewaltsamen Ende.
Friesland, Frankenreich, Dänemark, Normannen, Wikinger, Rorik, Godfrid, Harald Klak, Dorestad, Haithabu, Karolingische Reichsgeschichte, Lehnswesen, Küstenschutz, Raubzüge, Christianisierung.
Die Arbeit analysiert die wechselhafte Geschichte der Beziehungen zwischen dem Frankenreich und dänischen Anführern in Friesland während des 9. Jahrhunderts.
Im Zentrum stehen die politische Integration dänischer Anführer in das fränkische Reich, der Wandel von Raubzügen hin zu einer lehnsartigen Herrschaft und die Rolle von Handelsplätzen wie Dorestad.
Es soll geklärt werden, wie sich der Kontakt zwischen Franken und Dänen entwickelte, warum dänische Adlige in das fränkische System eingegliedert wurden und welchen strategischen Nutzen sich die fränkischen Herrscher davon versprachen.
Die Untersuchung erfolgt auf Basis einer chronologischen Analyse zeitgenössischer fränkischer Quellen, wie etwa Reichsannalen und Chroniken, unter Einbeziehung archäologischer Befunde und moderner Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in vier große Blöcke, die chronologisch von der Zeit König Godfrids und Karls des Großen über Harald Klak und die Ära von Rorik bis hin zum Wirken Godfrids III. reichen.
Wichtige Schlagworte sind Friesland, Frankenreich, Dänemark, Normannen, Lehnswesen und die strategische Bedeutung von Handelszentren.
Während die Ansiedlung in Friesland ein fragiles Lehnsverhältnis blieb, das keine dauerhafte Besiedlung zur Folge hatte, führte der spätere Vertrag mit Rollo zur Gründung der Normandie und einer dauerhaften Etablierung normannischer Herrschaft.
Die Taufe diente oft als diplomatisches Instrument zur Festigung der Bindung an den fränkischen Kaiser und zur Legitimation der Belehnung, wobei die religiöse Motivation häufig hinter politischem Kalkül zurückblieb.
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