Magisterarbeit, 2010
123 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.1.1 Motivationstheorien
1.1.2 Praktika und Praktikanten
1.1.3 Quantität an Praktikanten
1.1.4 Manifeste Größen von Praktika
1.2 Problemzusammenhang
1.3 Zentrale Fragestellung
1.3.1 Konkretisierung der Fragestellung
1.3.2 Bearbeitung der Fragestellung
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Überlegungen
2.1 Motive
2.1.1 Leistungsmotiv
2.1.2 Anschlussmotiv
2.1.3 Entfaltungsmotiv
2.1.4 Implizite und explizite Motive
2.1.5 Messung von Motiven
2.2 Anreize
2.2.1 Funktion von Anreizen
2.2.2 Anreizarten
2.3 Motivation
2.3.1 Interaktion von Person und Situation
2.3.2 Motivationsmodell
2.4 Zusammenfassung
3 Empirische Analyse
3.1 Gegenstand der Untersuchung
3.2 Rekrutierung der Stichprobe
3.3 Untersuchungsdesign
3.3.1 Aufbau des Fragebogens
3.3.2 Operationalisierung
3.3.3 Messmodelle
3.4 Zusammenfassung
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Beschreibung der Stichprobe und der Praktika
4.1.1 Soziodemografie
4.1.2 Motive für das Praktikum
4.1.3 Erwartungen im Vorfeld des Praktikums
4.1.4 Intervenierende Variablen
4.2 Quantifizierung von Motiven und Anreizen
4.2.1 Leistungsthema
4.2.2 Anschlussthema
4.2.3 Entfaltungsthema
4.2.4 Vergleich zwischen den Motiven
4.2.5 Vergleich zwischen den Anreizen
4.3 Vergleich von Motiven und Anreizen
4.3.1 Leistungsthema
4.3.2 Anschlussthema
4.3.3 Entfaltungsthema
4.3.4 Verhältnis zwischen Motiven und Anreizen
4.4 Zusammenhänge auf Personenseite
4.4.1 Geschlecht und Motive
4.4.2 Alter und Motive
4.5 Zusammenhänge zwischen intervenierenden Variablen und Anreizen
4.5.1 Dauer der Praktika und Anreize
4.5.2 Anzahl der Praktikanten und Anreize
4.5.3 Anzahl der Mitarbeiter und Anreize
4.5.4 Arbeitsweise und Anreize
4.5.5 Vergütung und Anreize
4.6 Interpretation der Ergebnisse
4.6.1 Motive und Anreize
4.6.2 Soziodemografie
4.6.3 Intervenierende Variablen
5 Resümee
5.1 Zusammenfassung
5.2 Kritische Reflexion
5.3 Grenzen der Arbeit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Motivationsdispositionen von Praktikanten sowie die in Praktika vorhandenen Anreize, um deren Zusammenspiel und den Einfluss externer Faktoren (wie Vergütung, Dauer oder Arbeitsweise) auf die Motivation empirisch zu bestimmen.
1.1.2 Praktika und Praktikanten
Wie von Rotenhan (vgl. 1992, S. 101) feststellt, sind Praktikanten keine Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitsgerichtsgesetzes (vgl. o. V. 2007, S. 698) und keine Auszubildenden im Sinne des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Denn bei Praktika stehen weder der Austausch von Leistung und Entgelt noch eine berufliche Grundbildung im Vordergrund. Daher gilt für sie der § 26 BBiG „Andere Vertragsverhältnisse“ (vgl. o. V. 2007, S. 211).
Praktika werden nach Inhalt, Dauer und Form reglementiert, z. B. durch entsprechende Studienordnungen oder nach individueller Absprache mit dem Praxisunternehmen (vgl. Steinmacher 2007, S. 3).
Die Definition des Begriffs „Praktikum“ wird für diese Arbeit wie folgt formuliert:
„Das Praktikum dient in der Regel dem Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen in einem Unternehmen im Rahmen einer davon meist unabhängigen, mehr theoretischen Ausbildung (z. B. eines Studiums). Es kann als praxisorientierte Vorstufe auch Zulassungsvoraussetzungen zur Aufnahme einer bestimmten Berufsausbildung, eines Studiums, einer weiteren Ausbildungsphase o. ä. sein“ (ebenda).
Hohendanner und Janik (2008) weisen auf eine arbeitsmarktpolitische Sicht der Praktika hin. Für sie bieten Praktika einen Einstieg in den Arbeitsmarkt (vgl. S. 473). Die Daten in einer Studie von Fuchs zeigen, dass „diese Form des Einstiegs in den Arbeitsmarkt in letzter Zeit zugenommen hat“ (2008, S. 21). Denn Praktika können in der Personalbeschaffung und -beurteilung als Screening-Instrument genutzt werden. Auffällig ist: Je höher die Arbeitslosigkeit ist, desto mehr Praktikanten stehen zur Verfügung (vgl. Hohendanner, Janik 2008, S. 474). Dazu passend stellt Stolz fest, dass sie als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden (vgl. 2005, S. 1). Um diesen Missbrauch zu verhindern, entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG), dass die Arbeitsleistung in einem Praktikum nicht im Vordergrund stehen, sondern nur zusätzlich erbracht werden dürfe (vgl. o. V. 2003).
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema durch die Relevanz der Motivation für die Arbeitswelt und benennt das Praktikum als bisher wissenschaftlich unterrepräsentiertes Forschungsfeld.
2 Theoretische Überlegungen: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen der Motivation, insbesondere Motive wie Leistung, Anschluss und Entfaltung sowie deren Wechselwirkung mit situativen Anreizen.
3 Empirische Analyse: Hier wird das Untersuchungsdesign erläutert, einschließlich der Stichprobenrekrutierung an der TU Chemnitz und der methodischen Operationalisierung der Konstrukte mittels eines Fragebogens.
4 Darstellung der Ergebnisse: Die Ergebnisse der empirischen Studie werden ausgewertet, wobei insbesondere die Zusammenhänge zwischen den Motivdispositionen der Praktikanten und den vorgefundenen Anreizen analysiert werden.
5 Resümee: Das Resümee fasst die Arbeit zusammen, reflektiert kritisch die gewählte Methodik und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Motivation, Praktikanten, Leistungsmotiv, Anschlussmotiv, Entfaltungsmotiv, Anreizstrukturen, Arbeitswelt, Personalmanagement, empirische Untersuchung, Motivdiagnostik, Interaktionismus, Arbeitszufriedenheit, Praktikumsgestaltung, Motivdispositionen, Fragebogen
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Motivation von Praktikanten und untersucht, wie motivierend Praktika gestaltet sind, indem sie Motive der Praktikanten und Anreize durch die Unternehmen analysiert.
Die zentralen Felder sind die klassische Motivationspsychologie, die Analyse von Motiven (Leistung, Anschluss, Entfaltung) sowie deren Interaktion mit situativen Anreizen in der Praxis.
Das Ziel ist es, das Verhältnis zwischen Motivdispositionen und Anreizen in Praktika zu ermitteln und zu untersuchen, ob intervenierende Variablen (wie Vergütung oder Dauer) einen Einfluss auf diese Komponenten haben.
Es wurde eine quantitative Online-Befragung bei Studierenden der Technischen Universität Chemnitz durchgeführt, die anschließend statistisch ausgewertet wurde.
Im Hauptteil erfolgt zunächst die theoretische Herleitung der Motivationspsychologie, gefolgt von der empirischen Darstellung der Ergebnisse und der kritischen Interpretation der Daten.
Wichtige Begriffe sind Motivation, Anreize, Praktikum, Leistungsmotiv, Anschlussmotiv, Entfaltungsmotiv und empirische Analyse.
Die Unterscheidung ist für die Methodik entscheidend, da der verwendete Fragebogen explizite (bewusste) Motive erfasst, während implizite Motive andersartige Messinstrumente wie den Thematischen Auffassungstest erfordern würden.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Vergütung in keinem signifikanten Zusammenhang mit den Anreizen steht und daher aus Sicht der Anreizgestaltung für Praktikasuchende kaum ausschlaggebend ist.
Der Autor schlägt unter anderem die Einführung von "Punktetafeln" zur Leistungsrückmeldung und die Bildung von Arbeitsgruppen vor, um das Anschluss- und Leistungsmotiv besser zu bedienen.
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