Examensarbeit, 2009
81 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Hauptteil
I. Das Christentum zwischen altkirchlichen Wurzeln und mittelalterlichen Ausprägungen
1. Das Christentum wird Staatsreligion
1.1 Die theologischen Anfänge
1.2 Die Ausbreitung des Christentums in der Antike
1.3 Die Christen in Rom
1.4 Das Verhältnis der Christen zur römischen Gesellschaft
1.5 Das Toleranzedikt von Nikomedia
2. Der Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter
2.1 Die konstantinische Wende
2.2 Die christliche Reichskirche
2.3 Die Spaltung der Kirche
2.4 Der Zusammenbruch des römischen Reiches
2.5 Die Ausbreitung des Christentums in Westeuropa
II. Entwicklung der abendländisch – römischen Liturgie
1. Die schöpferischen Anfänge
2. Die Ausprägungen der Liturgie im Abendland
III. Christliche Gemeindebildungen
1. Die Entwicklung der Gemeindestruktur
2. Die Gemeinde in Rom
3. Die Gemeinden in den Missionsgebieten des weströmischen Reiches
3.1 Der gallische Raum
3.2 Das Frühchristentum am Niederrhein
IV. Von der profanen Versammlung zur Basilika
Die Versammlungsorte der Christen – einige Beispiele
1. Die Hausgemeinde
2. Die Hauskirche
3. Die vorkonstantinischen Kirchen
4. Die Kirchenbauten in Rom
V. Totensorge und Märtyrergrab
1. Die Gestalt der Märtyrer und Heiligen
2. Heilige Orte des Christentums
3. Die Cellae Memoriae
VI. Die frühchristlichen Kirchenbauten in Xanten am Niederrhein
1. Einige hinleitende Worte
2. Das frühchristliche Gräberfeld in Xanten
2.1 Die spätantiken Siedlungen
2.2 Das Märtyergrab und das frühchristliche Gräberfeld
3. Die Cellae Memoriae in Xanten
3.1 Die erste Cella Memoria
3.2 Die zweite Cella Memoria
4. Die Kirchenbauten auf dem Gräberfeld
4.1 Die erste Märtyrerkirche
4.2 Die Märtyrerkirche in der Frankenzeit
4.3 Die Märtyrerkirche der karolingischen Zeit
5. Der hl. Victor „ad sanctos“
VII. Fazit
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und bauliche Ausgestaltung christlicher Kirchenbauten während des Übergangs von der Spätantike zum Frühmittelalter am Beispiel von Xanten. Im Zentrum steht die Frage, wie sich das Verständnis von Kultstätten von profanen Versammlungsorten zu monumentalen Sakralbauten entwickelte und welche soziokulturellen sowie theologischen Faktoren diesen Wandel beeinflussten.
1. Die Gestalt der Märtyrer und Heiligen
„In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden“ Von der Botschaft des Neuen Testaments ausgehend, entwickelte sich der Wunsch der bedingungslosen, aufopfernden Nächstenliebe. Besonderer Glaubenseifer, Wundertaten und Sterben im Namen Christi waren Kennzeichen des Märtyrtums. Im Neutestamentlichen Sinne ist das Zeugnis des Glaubens, das martys, einzig das Wort Zeugnis. Erst beim Martyrium des Polykarp (+156 oder 167) wird martys als Festhalten am Glauben und Lebenshingabe für Jesus angesehen. In der alten Kirche galt ab der Mitte des 2. Jahrhundert das Sterben für Christus als Höchstform der Christushingabe.
Die Märtyrerverehrung entfachte eine neue Religiosität im Christentum. Origenes spricht sogar von der Ähnlichkeit des Märtyrertodes mit dem Tode Christi. Die Märtyrer standen stellvertretend für die Irdischen am himmlischen Altar und erflehten Vergebung für die Sünden des Volkes. Fortan gilt das Martyrium, ein Leben mit Leiden oder die Lebenshingabe für Christus, für die Gläubigen als Vorbild und verehrungswürdig. Tertullian spricht sogar davon, dass nur das Blut der Märtyrer die verlangte Sühne nach fehlerhaften Taten für viele auf das Martyrium Christi getaufte Christen erbitten könne.
I. Das Christentum zwischen altkirchlichen Wurzeln und mittelalterlichen Ausprägungen: Dieses Kapitel beleuchtet die theologischen Anfänge und die soziale Ausbreitung des Christentums bis hin zum Toleranzedikt von Nikomedia sowie den späteren Zerfall des römischen Reiches.
II. Entwicklung der abendländisch – römischen Liturgie: Hier wird der Prozess beschrieben, wie sich aus den jüdisch-hellenistischen Wurzeln eine eigenständige, durch Latein geprägte römische Liturgie entwickelte.
III. Christliche Gemeindebildungen: Dieses Kapitel analysiert die Entstehung der Gemeindehierarchien, die Bedeutung der Gemeinde in Rom sowie die missionarischen Entwicklungen im weströmischen Reich.
IV. Von der profanen Versammlung zur Basilika: Der Fokus liegt auf dem Wandel der Versammlungsorte von privaten Hauskirchen hin zu öffentlichen, monumentalen Kirchenbauten als neuen Symbolen der Staatsreligion.
V. Totensorge und Märtyrergrab: Dieses Kapitel zeigt die enge Verbindung zwischen der christlichen Märtyrerverehrung, dem Reliquienkult und der Entwicklung von spezifischen Memorialbauten.
VI. Die frühchristlichen Kirchenbauten in Xanten am Niederrhein: Die Arbeit konzentriert sich hier auf die archäologischen Befunde unter dem Dom St. Victor und rekonstruiert die Entstehungsgeschichte der dortigen Märtyrerkirchen.
VII. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Eucharistie als zentrales, verbindendes Element zusammen und betont, dass christliche Architektur stets ein Spiegelbild der sozialen und theologischen Bedürfnisse der jeweiligen Epoche war.
Frühchristentum, Kirchenbau, Xanten, Märtyrerverehrung, Liturgie, Basilika, Spätantike, Frühmittelalter, Reliquienkult, St. Victor, Römische Reich, Ekklesiologie, Archäologie, Christengemeinde, Katechumenat.
Die Arbeit untersucht die historische und architektonische Entwicklung frühchristlicher Kirchenbauten während des Übergangs von der Spätantike bis zum Frühmittelalter.
Zentrale Themen sind die soziale Ausbreitung des Christentums, die Entwicklung von Liturgie und Gemeindestrukturen, sowie die bauliche Entfaltung christlicher Kulträume.
Das Ziel ist es, den baugeschichtlichen Wandel von den ersten profanen Hausgemeinden hin zur monumentalen Basilika theologisch und archäologisch zu begründen.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die Schriftquellen der Kirchengeschichte mit archäologischen Befunden der Bauforschung verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die soziokulturellen Hintergründe, die Entwicklung der Liturgie, die Bildung von Gemeindestrukturen und eine detaillierte archäologische Untersuchung in Xanten.
Wichtige Begriffe sind Frühchristentum, Kirchenarchitektur, Märtyrerverehrung, Liturgie und die spezifische Situation am Niederrhein.
Xanten bietet durch die archäologischen Funde unter dem Dom St. Victor eine einzigartige Möglichkeit, die Kontinuität von Märtyrergrab und Kirchenbau über Jahrhunderte zu belegen.
Die Märtyrerverehrung war ein wesentlicher Motor für die Errichtung von Memorialbauten und beeinflusste maßgeblich die Gestaltung der Altarbereiche und die spätere Reliquienpraxis.
Der Wandel von der Hauskirche zur Basilika wurde durch den wachsenden Zulauf an Mitgliedern, die zunehmende Professionalisierung des Klerus und das Bedürfnis nach Repräsentation als Staatsreligion ausgelöst.
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