Diplomarbeit, 2012
64 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
I. Einleitung
II. Dominante Kommunikationsmedien: Strukturmerkmale und Prägewirkungen
1. Stimme
2. Phonetisches Alphabet / (Hand-)Schrift
3. Buchdruck
4. Optische-Elektronische Medien
a. Telegraph
b. Fotografie
c. Fernsehen
III. Internet
1. Medientheoretischer Determinismus
2. Umstände der Kommunikationssituation
a. Kommunikationsbeteiligung
b. Kommunikationsrichtung: Der Rückkanal
c. Zeitliche/Räumliche Eigenschaften
d. Einordnung
aa. Kommunikationsgeschwindigkeit als Partizipationsvoraussetzung
bb. Folgen diskursiver Gleichberechtigung
cc. Anonyme Kommunikation – Fluch oder Segen?
dd. Gefahr und Folgen der Informationsflut
3. Tendenzverstärkung
4. Informationszugang und –verbreitung
5. Modularität
6. Ermöglichung von Gemeinschaften
IV. Utopien / Dystopien
1. E-Demokratie – Internet und direkte Partizipation
2. Datenuniversum – Internet als Informationsgrundlage
3. Widerbelebung von Literalität
4. Globalisierung der Kommunikation – Transnationale Öffentlichkeiten
5. Backlash: Institutionalisierung und Regulierung
V. Fazit
Die Arbeit untersucht die medientheoretischen Eigenschaften des Internets und deren Auswirkungen auf die politische Kommunikation sowie die Prozesse innerhalb einer partizipatorischen Gesellschaft. Dabei wird analysiert, wie das Internet als Informationsgrundlage und Medium des Diskurses fungiert, wobei ein besonderer Fokus auf dem Vergleich mit vorangegangenen dominanten Kommunikationsmedien und deren Strukturmerkmalen liegt.
1. Stimme
Die Geschichte der (dominanten) Kommunikationsmittel beginnt mit der Stimme. Sie stellt den Ausgangspunkt und Bezugsrahmen für andere Kommunikationsformen und deren Einordnung dar. Die orale Kommunikationssituation ist räumlich wie zeitlich geprägt durch Unmittelbarkeit und somit förderlich für den individuellen Dialog. Auch ist die Stimme neben dem ausgesprochenen Gedanken (z.B. in Form verschiedener Stimmtechniken) selbstpräsent in der kommunizierten Botschaft und bestimmt deren Verständnis mit.
The written word spells out in sequence what is quick and implicit in the spoken word.
Die Verständnisförderung über und die Instrumentalisierung der Wirkung dieses „semantischen Überschusses“ waren Ziele der antiken Rhetorik. Die orale face-to-face Kommunikationssituation wurde im Hinblick auf ihre Schwächen und Stärken, aber auch ihre Instrumentalisierbarkeit hin betrachtet.
Einerseits sollte die Stimme in ihrer Leistungsfähigkeit als Kommunikationsmittel gestärkt werden. So traten die Regeln von Rede und Gegenrede, die disziplinierte Abfolge eines Streitgesprächs der gedanklichen Unstrukturiertheit einer durch akustische Eindrücke geprägten Wahrnehmung entgegen, indem sie eine Ordnung einbrachten. Die Rhetorik bändigte die Stimme zum Zweck einer rationaleren gesellschaftlichen Kommunikation.
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Medien für eine partizipatorische Gesellschaft ein und skizziert die Forschungsfrage nach den prägenden Eigenschaften des Internets für die politische Kommunikation.
II. Dominante Kommunikationsmedien: Strukturmerkmale und Prägewirkungen: Dieses Kapitel analysiert medienhistorisch die Auswirkungen von Stimme, Schrift, Buchdruck und optisch-elektronischen Medien auf die Kommunikationssituation und politische Ordnung.
III. Internet: Dieser Hauptteil widmet sich den spezifischen Eigenschaften des Internets, wie dem Rückkanal, der Modularität und den Auswirkungen auf Diskurs, Partizipation und politische Machtstrukturen.
IV. Utopien / Dystopien: Hier werden optimistische und pessimistische Visionen der digitalen Demokratie, der Informationsgrundlage und der transnationalen Öffentlichkeit diskutiert.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über das Potenzial des Internets als Werkzeug für eine rationale, partizipatorische Gesellschaft im Vergleich zu früheren Medien.
Internet, Medientheorie, Politische Kommunikation, Partizipatorische Gesellschaft, Buchdruck, Rückkanal, Digitale Demokratie, Öffentlichkeitsarbeit, Diskurs, Informationsflut, Anonymität, Gatekeeper, Filterblase, E-Demokratie, Vernetzung.
Die Arbeit analysiert die medientheoretischen Eigenschaften des Internets und wie diese das politische Kommunikationsverhalten sowie gesellschaftliche Partizipationsprozesse prägen.
Die zentralen Themen sind Medienhistorie, die Strukturmerkmale des Internets, politische Partizipation, der Einfluss von Intermediären und die globale Kommunikation.
Das Ziel ist es, den Einfluss des Internets auf die Ausgestaltung der Demokratie zu untersuchen und zu klären, inwieweit es als Informationsgrundlage für individuelle Partizipation dient.
Die Arbeit basiert auf einem medientheoretischen Determinismus, der die Wirkungen dominanter Kommunikationsmedien auf die Gesellschaft vergleichend betrachtet.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den technischen und strukturellen Merkmalen des Internets wie Rückkanal, Modularität, Informationszugang und der Bildung von digitalen Gemeinschaften.
Wichtige Begriffe sind Medientheorie, Politische Kommunikation, Partizipation, Digitale Demokratie, Rückkanal und der Vergleich zwischen alten und neuen Medien.
Die Arbeit zeigt, dass soziale Netzwerke durch Algorithmen und Filtermechanismen zur Bildung von "Filterblasen" beitragen können, was den offenen demokratischen Diskurs einschränken kann.
Das Internet wandelt den Bürger vom passiven Empfänger zum aktiven Nutzer, der Informationen selektieren, bewerten und selbst zum Sender werden kann.
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