Masterarbeit, 2011
75 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die Jakobusverehrung – Ein geschichtlicher Abriss
2.1 Legende und historische Forschung
2.2 Der Jakobsweg im Mittelalter
2.3 Der Jakobsweg im Wandel – Vom Verfall in der Frühen Neuzeit bis zum Aufschwung in der Gegenwart
3. Spiritueller Tourismus
4. Konsum, Konsumgesellschaft, Kommerzialisierung
5. Experteninterviews
5.1 Vorüberlegungen, Durchführung, Auswertung
6. Kommerzialisierung des Jakobsweges
6.1 Die Verbindung zwischen Jakobsweg und Wirtschaft im Mittelalter
6.2 Der Jakobsweg als Wirtschaftsfaktor – Die Kommerzialisierung der Pilgerfahrt am Ende des 20. Jahrhunderts
6.3 Fremdenverkehrswesen und Tourismusverbände
6.4 Jakobsweg in der Zukunft
7. Santiago de Compostela – Eine Stadt im Zeichen des Jakobus‘
7.1 Aufstieg einer Stadt am Ende der Welt
7.2 Die Stadt heute
7.3 Auswirkungen des Pilgerwesens auf die Stadt am Ende des 20. Jahrhunderts
7.4 Der Jakobsweg und die Region Galicien – Entwicklung, Bedeutung, Wirtschaft
8. Beobachtungen entlang des Wegabschnitts León–Santiago de Compostela
8.1 Reisevorbereitung
8.2 Pilgerfahrt
8.3 Reiseabschluss
8.4 Abschlussbetrachtungen zur Situation des Jakobsweges
9. Fazit
10. Literatur- und Quellenverzeichnis
Anhang
A Interviews
B Werbeflyer und Visitenkarten
C La Compostela
Diese Masterarbeit untersucht die Kommerzialisierung der Pilgerfahrt entlang des "camino francés" und die ökonomische Bedeutung des hohen Pilgeraufkommens für Santiago de Compostela. Die zentrale Forschungsfrage hinterfragt, ob der Jakobspilger als Wirtschaftsfaktor betrachtet werden kann und inwiefern der Jakobsweg als finanzielle Einnahmequelle dient.
2.1 Legende und historische Forschung
Die spanische Jakobustradition entwickelte sich seit dem 7. Jahrhundert, als im Breviarium Apostolorum, einer lateinischen Übertragung griechisch-byzantinischer Apostelakten, erstmals von einer Predigertätigkeit des Jakobus in Spanien berichtet wird: Jakobus „predigte in Spanien und im Okzident und starb unter Herodes durch das Schwert“. In Spanien selbst scheint dieses Faktum aber erst im Verlauf des 8. Jahrhunderts rezipiert und in einem Kommentar zur Johannes-Apokalypse aus dem Jahre 785 erwähnt der asturische Mönch Beatus von Liébana die Missionstätigkeit des Heiligen Jakobus in Spanien. Die Auffassung, dass jeder Apostel in der Region seine letzte Ruhestätte gefunden habe, die er evangelisiert hatte, ließ die Überzeugung wachsen, dass sich die sterblichen Reste auf der Iberischen Halbinsel befinden müssen.
Um 840 erfolgte unter König Alfonso II. von Asturien die Auffindung eines Apostelgrabes, welches bald mit dem des heiligen Jakobus‘ gleichsetzt wurde.
Die Nachricht des sagenumwobenen Fundes verbreitete sich nicht nur in Galicien und Spanien, sondern auch Gelehrte in Europa wussten schon bald von der Neuigkeit.
1. Einleitung: Erläutert die wachsende Bedeutung des Pilgerwesens und führt in die Thematik der Kommerzialisierung des Jakobsweges ein.
2. Die Jakobusverehrung – Ein geschichtlicher Abriss: Beschreibt die Entstehung des Jakobuskults von den Anfängen bis zur modernen Entwicklung des Weges.
3. Spiritueller Tourismus: Analysiert die Verbindung zwischen Spiritualität, Reisekultur und der Suche nach Entschleunigung.
4. Konsum, Konsumgesellschaft, Kommerzialisierung: Definiert die theoretischen Grundlagen von Konsum und Kommerzialisierung im Kontext der Pilgerfahrt.
5. Experteninterviews: Legt die qualitative methodische Vorgehensweise und Vorüberlegungen der Arbeit dar.
6. Kommerzialisierung des Jakobsweges: Untersucht die wirtschaftlichen Entwicklungen entlang des Weges von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.
7. Santiago de Compostela – Eine Stadt im Zeichen des Jakobus‘: Beleuchtet die wirtschaftliche und identitätsstiftende Rolle des Apostels für Santiago.
8. Beobachtungen entlang des Wegabschnitts León–Santiago de Compostela: Präsentiert die Ergebnisse der Feldforschung und der täglichen Eindrücke des Autors als Pilger.
9. Fazit: Fasst die Erkenntnisse über die Kommerzialisierung und das Pilgeraufkommen zusammen.
10. Literatur- und Quellenverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen für die vorliegende Arbeit auf.
Jakobsweg, Pilgerfahrt, Kommerzialisierung, Santiago de Compostela, Spiritualität, Wirtschaftsfaktor, Tourismus, Massenphänomen, Camino francés, Wallfahrt, Experteninterview, Feldforschung, Heiliges Jahr, Kulturerbe, Pilgeraufkommen.
Die Arbeit untersucht die ökonomische Kommerzialisierung der Pilgerfahrt auf dem Jakobsweg, insbesondere auf dem "camino francés" und in der Zielstadt Santiago de Compostela.
Die Themen umfassen die Geschichte der Jakobusverehrung, das moderne Phänomen des spirituellen Tourismus, Konsumtheorien im Pilgerkontext sowie die infrastrukturelle Vermarktung durch Tourismusverbände.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern der Jakobsweg heute als wirtschaftliches Produkt fungiert und ob Pilger eine nennenswerte ökonomische Rolle für die Regionen spielen.
Der Autor kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit qualitativen Experteninterviews sowie einer teilnehmenden Beobachtung durch eine eigene Feldforschung auf dem Wegabschnitt León-Santiago.
Der Hauptteil analysiert die wirtschaftliche Geschichte des Weges, die heutige Vermarktungsstruktur, die Auswirkungen auf Santiago de Compostela und dokumentiert persönliche Erfahrungen des Autors als Pilger.
Kernbegriffe sind Jakobsweg, Kommerzialisierung, Santiago de Compostela, spiritueller Tourismus, Pilgeraufkommen und Wirtschaftsfaktor.
Santiago dient als Endpunkt der Pilgerreise und Zentrum der wirtschaftlichen Auswertung, da die Stadt als touristische Destination eine besondere ökonomische Dynamik durch das Pilgerwesen aufweist.
Der Autor stellt fest, dass eine starke wirtschaftliche Aktivität rund um den Pilger entstanden ist, die bei vielen Ortschaften mittlerweile ein "Zusatzgeschäft" darstellt, während Santiago selbst eine Transformation zum globalen touristischen Ziel erfahren hat.
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