Diplomarbeit, 2011
139 Seiten, Note: 1,0
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
1 Einleitung
1.1 Hintergrund und Abgrenzung des Themas
1.2 Begründung für die Themenwahl
1.3 Aufgabenstellung und Ziel der Arbeit
2 Erfahrungen des Versicherungsombudsmanns bei Vermittlerbeschwerden
2.1 Aufgaben / Zuständigkeit bei Vermittlerbeschwerden
2.2 Vermittlerbeschwerden seit Beginn der Zuständigkeit
2.3 Vermittlerbeschwerden aufgrund Beratungs- und Dokumentationspflicht
3 Risikoanalysepflicht im Soll/Ist-Vergleich
3.1 Allgemeine Darstellung
3.2 Begriffsbestimmung Risikoanalyse / Bedarfsermittlung
3.2.1 Definitionen aus der Literatur
3.2.2 Definition aus Sicht des Autors
3.3 Abgrenzung der Risikoanalysepflicht zur Beratungspflicht
3.4 Risikoidentifikation durch Nachfragepflicht gem. § 61 I S. 1 1. Fall VVG
3.4.1 Risikobezogene und eingeschränkte Nachfragepflicht
3.4.2 Fragetechnik in Literatur und Praxis
3.5 Risikoanalysen in der täglichen Praxis
3.5.1 Risikoanalyse der FinanzTest und des BdV e.V.
3.5.2 Risikoanalyse in Strukturvertrieben
3.6 Bedürfnisse und Wünsche
3.6.1 Wünsche
3.6.2 Bedürfnisse und Bedarf
3.7 Risikoanalyse im ganzheitlichen Betreuungsansatz
3.8 Bedarfsermittlung durch den Versicherungsmakler
3.8.1 Rechtsgrundlage Maklervertrag
3.8.2 Risikoanalyse und das optimale Deckungskonzept
3.8.3 § 60 I S. 1 VVG – geeignete / geeignetste Produkt
3.8.4 Gründe gegen eine auf den EU-Raum ausgeweitete Produkt-/ Anbieteranalyse
3.8.5 Produkt- und Anbieteranalyse im Hinblick auf Direktversicherer
3.8.6 Servicegesellschaften/Maklerpools/Vergleichssoftware in der Praxis
3.8.7 § 60 I S. 2 VVG Einschränkung der Produkt-/ Anbieteranalyse
3.9 Bedarfsermittlung durch den Versicherungsvertreter
3.10 Praxisorientierte Optimierung der Risikoanalysepflicht
4 Dokumentationspflichten im Soll/Ist-Vergleich
4.1 Gesetzliche Grundlage
4.2 Begriffliche Einordnung, Dokumentation und Protokoll
4.3 Sinn und Bedeutung der Dokumentationspflicht
4.4 Umfang der Dokumentationspflicht
4.5 Aufbau der Beratungsdokumentation
4.5.1 Gliederung
4.5.2 Form und Zeitpunkt der Beratungsdokumentation
4.5.2.1 Textform
4.5.2.2 Rechtzeitigkeit
4.5.2.3 Klar und Verständlich
4.6 Wünsche und Bedürfnisse des Kunden
4.7 Rat und Begründung
4.8 Umfassende Dokumentationslösung für die Praxis
4.9 Dokumentationsverzicht
5 Vorvertragliche Informationspflicht im Soll/Ist-Vergleich
5.1 Informationspflichten gem. § 7 VVG
5.1.1 Stellvertreterlösung im Antragsmodellverfahren
5.1.2 Stellvertreterlösung im Invitatiomodell
5.2 Informationspflichten gem. § 60 VVG
5.2.1 Nicht benötigte Informationspflicht gem. § 60 I S. 1 VVG
5.2.2 Informationspflicht gem. § 60 I S. 2 VVG
5.2.3 Verzichtsmöglichkeit gem. §§ 60 III VVG i.V.m. § 60 II VVG
5.3 Erstinformationspflicht gem. § 11 VersVermV
6 Abschließende Stellungnahme
6.1 Fazit zur Risikoanalysepflicht
6.2 Fazit zur Dokumentationspflicht
6.3 Fazit zur Informationspflicht
6.4 Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Durchführung eines Soll/Ist-Vergleichs der gesetzlichen Anforderungen an einen Versicherungsvermittler oder Makler im Hinblick auf Risikoanalyse, Beratungsdokumentation und vorvertragliche Informationspflichten. Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern die gesetzlichen Pflichten in der Praxis umgesetzt werden und welche Probleme sich durch Regelungslücken ergeben.
3.4 Risikoidentifikation durch Nachfragepflicht gem. § 61 I S. 1 1. Fall VVG
Vergleicht man die alte Rechtslage, trifft den Makler trotz den o.g. Ausführungen des Gesetzgebers eine Pflicht, sich beim VN durch gezieltes Nachfragen einen Überblick und genauen Einblick in das zu versichernde Risiko zu verschaffen. Im Sachwalterurteil des BGH von 1985 wird vom Makler eine detaillierte Untersuchung des zu versichernden Risikos verlangt, die zuweilen weit über eine Nachfragepflicht hinausgehen kann. Die Identifikation des Risikos ist nach Auffassung von Baumann die Basis für das im weiteren Beratungsverlauf zu erstellende Deckungskonzept. Hierbei ist davon auszugehen, dass der VN als versicherungstechnischer Laie den kompletten Umfang des zu versichernden Risikos nicht selbstständig identifizieren kann und sich eben aus diesem Grund an einen sachkundigen Versicherungsvermittler wendet, um den laienhaft geäußerten Wunsch in einem konkreten Bedarf benannt zu bekommen. Als Beispiel sei hier aus der Beratungspraxis des Autors ein Fall aus der KfZ-Versicherung aufgeführt.
Der VN richtete sich am 02.09.2011 mit dem Wunsch an den Makler, eine preisgünstige Versicherung für einen neu anzuschaffenden Zweit-PKW zu besorgen. Weitere Angaben unterblieben seitens des VN vorerst. Die ihm aufgezeigte Aussage des VN verdeutlicht, dass zur bedarfsgerechten Eindeckung des Risikos die Nachfragepflicht und die damit verbundene Risikoanalysepflicht in der Praxis für den weiteren Beratungsprozess unumgänglich ist. Die Aufgabe des Versicherungsvermittlers ist demnach, durch die oben erläuterte Nachfragepflicht herauszufinden, was konkret mit den geäußerten Wünschen des VN, im vorgenannten Beispiel „preisgünstig“ und „KfZ versichern“, gemeint ist und wie sich diese Erkenntnis auf seine individuelle Beratungssituation und das einzudeckende Risiko auswirkt. In dem vorliegenden Fall beinhaltete die vom VN getroffene Äußerung lediglich dessen Wünsche, aber (wie regelmäßig in der gängigen Beratungs- und Vermittlungspraxis) keine definitive Aussage zum konkreten Versicherungsbedarf. Hier konnte ausschließlich durch gezieltes Nachfragen ermittelt werden, welcher Bedarf vorhanden ist und wie sich dieser Bedarf mit dem Wunsch der preisgünstigen Risikodeckung vereinen lässt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Vermittlerpflichten ein, erläutert den rechtlichen Kontext seit der VVG-Novellierung und definiert das Ziel des Soll/Ist-Vergleichs.
2 Erfahrungen des Versicherungsombudsmanns bei Vermittlerbeschwerden: Dieses Kapitel analysiert das Beschwerdeaufkommen im Hinblick auf Beratungs- und Dokumentationspflichten und erläutert die Rolle des Versicherungsombudsmanns.
3 Risikoanalysepflicht im Soll/Ist-Vergleich: Hier wird die Risikoanalysepflicht detailliert untersucht, wobei Fragetechniken und der Unterschied zwischen Wünschen und tatsächlichem Bedarf im Vordergrund stehen.
4 Dokumentationspflichten im Soll/Ist-Vergleich: Dieses Kapitel behandelt die Anforderungen an eine Beratungsdokumentation, ihre Gliederung sowie die Problematik des Dokumentationsverzichts.
5 Vorvertragliche Informationspflicht im Soll/Ist-Vergleich: Der Fokus liegt hier auf den Informationspflichten nach § 7 und § 60 VVG sowie der Erstinformationspflicht gemäß § 11 VersVermV.
6 Abschließende Stellungnahme: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der untersuchten Pflichten und gibt einen Ausblick auf notwendige Verbesserungen in der Ausbildung und Praxis.
Versicherungsvermittler, Versicherungsmakler, Versicherungsnehmer, VVG, Risikoanalyse, Beratungsdokumentation, Informationspflicht, Nachfragepflicht, Haftung, Bedarfserhebung, Beratungsfehler, Versicherungsombudsmann, Vermittlerrichtlinie, Vertragsschluss, Pflichtenkatalog.
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Analyse der Pflichten von Versicherungsvermittlern und Versicherungsmaklern, insbesondere im Hinblick auf die Risikoanalyse, Beratungsdokumentation und Informationspflichten seit der VVG-Novellierung.
Die zentralen Felder sind die Risikoanalyse, die gesetzlich geforderten Dokumentationspflichten bei der Beratung sowie die vorvertraglichen Informationspflichten, die ein Vermittler gegenüber seinem Kunden erfüllen muss.
Das Ziel ist die Durchführung eines Soll/Ist-Vergleichs. Es soll untersucht werden, wie gesetzliche Anforderungen in der Praxis (Ist-Zustand) mit den normativen Vorgaben (Soll-Zustand) korrespondieren und wo die kritischen Schnittstellen liegen.
Der Autor wählt einen praxisorientierten Ansatz, der gesetzliche Rahmenbedingungen mit realen Beratungssituationen aus der täglichen Praxis des Autors sowie einschlägiger Rechtsprechung und Literatur abgleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Erfahrungen des Versicherungsombudsmanns, die detaillierte Prüfung der Risikoanalysepflicht, die Anforderungen an die Dokumentation und die Erläuterung der vorvertraglichen Informationspflichten.
Zu den Schlüsselwörtern gehören vor allem VVG, Risikoanalysepflicht, Dokumentationspflicht, Versicherungsmakler, Haftung, Verbraucherschutz und Erstinformationspflicht.
Der Autor kritisiert die verbreitete Nutzung von standardisierten Online-Tools, die den individuellen Versicherungsbedarf des Kunden oft nicht korrekt abbilden und weist auf die Notwendigkeit individueller, gezielter Nachfragen hin.
Er warnt, dass ein Dokumentationsverzicht als "Warnfunktion" ungeeignet ist und den Vermittler einem enormen Haftungsrisiko aussetzt, da er keine Beweissicherung mehr hat.
Die Dokumentation sollte nicht als bloßes Protokoll, sondern als Strukturierung des Beratungsgesprächs begriffen werden. Sie dient sowohl der Transparenz für den Kunden als auch dem Haftungsschutz für den Vermittler.
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