Bachelorarbeit, 2012
47 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Was ist Tierethik; was sind Tierrechte?
3. Fleischkonsum und Massentierhaltung
3.1 Geschichte und Entwicklung
3.2 Konsequenzen und Risiken
3.2.1 Die Tiere
3.2.2 Ökologie
3.2.3 Der Mensch: Gesellschaft und Individuum
4. Der Vegetarismus
4.1 Begriffsbestimmung
4.2 Geschichte
5. Die Argumente Peter Singers
5.1 Animal Liberation: Speziesismus und das Gleichheitsprinzip
5.2 Praktische Ethik: der Singersche Präferenz-Utilitarismus
5.3 Singers Personenbegriff oder Darf man Tiere töten?
5.4 Praktische Konsequenzen des Gleichheitsprinzips
5.5 Kritik an Singer
6. Die Argumente Helmut F. Kaplans
6.1 Reaktion auf Singer: Gleichheitsprinzip und Utilitarismus
6.2 Empathie und Moral
6.3 Die Mensch-Tier-Beziehung
6.4 Die ethische Weltformel
7. Bewertung der Argumente Singers und Kaplans
8. Zukunftsaussichten
Diese Arbeit untersucht die ethische Rechtfertigung der modernen Massentierhaltung und des Fleischkonsums. Sie analysiert und vergleicht dazu die tierethischen Ansätze der Philosophen Peter Singer und Helmut F. Kaplan, um eine philosophisch fundierte Grundlage für eine vegetarische Lebensweise zu erörtern.
3.2.1 Die Tiere
Der Vegetarierbund Deutschland beschreibt es sehr bildhaft: „Die grünen Weiden und idyllischen Szenen, die in Kinderbüchern porträtiert werden, sind fensterlosen Metallhallen, Drahtkäfigen und anderen Vorrichtungen, die verwendet werden, um Tiere in der Massentierhaltung auf engstem Raum einzupferchen, gewichen“. Aber auch nüchterner gesprochen könnte diese Art der Haltung für die Tiere selbst kaum grausamer sein, werden jene doch „zum Fleischlieferanten degradiert [...], bereits von Geburt an in einer massenhaften Abfertigung für einen maximalen Fleischertrag gemästet [und] können die angeborenen Verhaltensweisen und Triebe nicht [ausleben]. Auf dem Weg zum Schlachthof sehen die Tiere dabei oft zum ersten Mal das Tageslicht“.
Nichts an der Massentierhaltung ist natürlich oder gar human: Säue werden nach Hormonspritzen künstlich geschwängert; die Jungtiere werden der Mutter ca. drei Wochen nach der Geburt entwendet; den Schweinen werden prophylaktisch (ohne Betäubung) die Schwänze gekürzt, die Eckzähne geschliffen, die männlichen Ferkel werden kastriert. Um offene Verletzungen und Gelenkentzündungen zu behandeln, kommt es zum regelmäßigen Einsatz von Antibiotika; dem Futter sind Fischmehl und Blutplasma beigesetzt. Die Schweine leben zudem in ihren eigenen Exkrementen, der Gestank von Ammoniak ist allgegenwärtig.
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik des Fleischkonsums und der Massentierhaltung unter ethischen Gesichtspunkten.
2. Was ist Tierethik; was sind Tierrechte?: Definition grundlegender Begriffe und ethischer Hauptströmungen wie Anthropozentrismus und Physiozentrismus.
3. Fleischkonsum und Massentierhaltung: Analyse der historischen Entwicklung, ökologischen Konsequenzen und Auswirkungen auf Individuum und Gesellschaft.
4. Der Vegetarismus: Begriffliche Einordnung und historischer Abriss der vegetarischen Bewegung.
5. Die Argumente Peter Singers: Ausführliche Analyse der Theorien von Peter Singer, insbesondere seiner utilitaristischen Ansätze.
6. Die Argumente Helmut F. Kaplans: Darstellung der Positionen von Helmut F. Kaplan, der sich kritisch mit Singer auseinandersetzt.
7. Bewertung der Argumente Singers und Kaplans: Vergleichende Analyse der Ansätze von Singer und Kaplan bezüglich ihrer Plausibilität und praktischen Anwendbarkeit.
8. Zukunftsaussichten: Reflexion über die zukünftige Entwicklung der Tierrechtsbewegung und Ansätze wie den Painismus.
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Die Arbeit setzt sich kritisch mit der moralischen Rechtfertigung der Tiernutzung, speziell der Massentierhaltung, auseinander.
Die Arbeit behandelt die philosophischen Begründungen für Tierrechte, die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen des Fleischkonsums sowie die theoretischen Ansätze zur Befreiung der Tiere.
Ziel ist es, die tierethischen Theorien von Peter Singer und Helmut F. Kaplan zu analysieren und zu prüfen, ob sie eine philosophische Basis für einen bewussten Verzicht auf tierische Produkte bieten.
Es handelt sich um eine philosophisch-argumentative Untersuchung, die auf der Analyse zentraler Schriften der genannten Autoren basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Massentierhaltung und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den spezifischen Thesen von Singer (Utilitarismus, Personenbegriff) und Kaplan (Ethische Weltformel).
Wichtige Begriffe sind Speziesismus, Präferenz-Utilitarismus, Personenbegriff und die Leidensfähigkeit von Lebewesen.
Kaplan kritisiert Singers utilitaristische Kalkulation als zu komplex und unpraktisch und plädiert stattdessen für eine einfachere, auf Empathie und der Goldenen Regel basierende Ethik.
Der Painismus ist ein von Richard D. Ryder entwickelter Ansatz, der das Leid des am stärksten betroffenen Individuums ins Zentrum stellt und als Weiterentwicklung bzw. Korrektur des Utilitarismus verstanden wird.
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