Examensarbeit, 2011
84 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Wegbereiter der Frankophonie in Ägypten
2.1 Die Verankerung der französischen Sprache
2.2 Wendepunkt und Rückgang
3 Die binäre Ausprägung der Frankophonie in Ägypten
3.1 Statistische Auswertung der Soziodaten
3.2 Linguistische Kriterien für die Unterscheidung von 'Anciens' und 'Modernes'
3.3 Die Negation
3.4 Sprachalternanz und ihre Ursache
3.5 Der Gebrauch gesprächsstrukturierender Elemente
3.5.1 Entlehnte Diskursmarker
3.5.2 Französische Diskursmarker
3.6 Qu'est-ce que – eine Passepartout-Lösung
3.7 Phonologische Varianz
4 Eine exemplarische Untersuchung
4.1 CD15: 'Anciens' - par excellence
4.2 CD29: Die Generation der Verlerner
4.3 CD18: Die 'Modernes' - Aufbruch zu einer neuen Frankophonie
4.4 CD7: 'Modernes' aus erster Generation
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die spezifische Ausprägung der Frankophonie in Ägypten, wobei die zentrale Forschungsfrage auf die Bestätigung eines binären Sprechergruppenkonzepts – unterteilt in 'Anciens' und 'Modernes' – sowie deren unterschiedliche sprachliche Realisierungen abzielt.
3.3 Die Negation
Zunächst soll die Vermutung von Dermarkar et al. (2008) aufgegriffen werden, dass die Verneinungspartikel ne bei den 'Anciens' wesentlich gebräuchlicher ist als bei den 'Modernes'. Damit soll gezeigt werden, dass die beiden Sprechergruppen 'Anciens' und 'Modernes' an unterschiedlichen Punkten der Sprachentwicklung stehen, auch wenn das Durchschnittsalter beider Gruppen nur unwesentlich divergiert. Seit dem 9. Jahrhundert ist die eingliedrige Negation 'ne + Verb' im Altfranzösischen attestiert, die sich aus dem Lateinischen 'non + Verb' ableitet. Während des Mittelalters wurde die ursprüngliche Negationspartikel durch ein Adverb oder eine Nominalphrase ergänzt: ne + goutte/mie(tte)/pas(sum) → 'keinen Tropfen/Krümel/Schritt' (Sturm 1981: 13f.). Das hinzugefügte Negationswort übernahm im Laufe der Entwicklung die Rolle des Negationsträgers, wurde also grammatikalisiert. Demzufolge wird die Negationspartikel ne mit der Zeit immer überflüssiger und neigt zur Tilgung. Sturm (1981: 15) belegt, dass sich der Wegfall der Partikel ne in den gebildeteren Schichten erst im Laufe des 19. Jahrhunderts verbreitet.
Bei der Untersuchung der Datenmenge auf besagtes Phänomen habe ich mich auf die Negationskonstruktion ne... pas beschränkt; n'est-ce pas wurde dabei ausgeklammert, da es sich dabei um eine feststehende, häufig vorkommende Konstruktion handelt, die das Bild verfälschen würde. Des weiteren wurde darauf verzichtet, unklare Zitate in die Zählung aufzunehmen; z.B. on a pas... ist akustisch nicht von on n'a pas... zu unterscheiden. Doppelungen einer Aussage, z.B. durch Reparaturen, wurden einfach gezählt. Einige Sprecher neigen zu einem elliptischen Satzbau – ein Phänomen der Mündlichkeit. Sätze wie Pas des peintures, pas des... (Anhang 4: A45) weisen von Natur aus keine Verinungspartikel ne auf und finden somit auch keine Beachtung.
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Sonderrolle der Frankophonie in Ägypten und führt das Konzept der binären Sprechergruppen 'Anciens' und 'Modernes' als Basis der Untersuchung ein.
2 Die Wegbereiter der Frankophonie in Ägypten: Dieses Kapitel arbeitet die historische Genese der französischen Sprache in Ägypten seit der Expedition Bonapartes bis hin zu den gesellschaftspolitischen Umbrüchen der 1950er Jahre auf.
3 Die binäre Ausprägung der Frankophonie in Ägypten: Der Hauptteil analysiert linguistische Merkmale wie Negation, Code-Alternanz und Diskursmarker, um die sprachlichen Unterschiede zwischen den beiden identifizierten Sprechergruppen systematisch zu belegen.
4 Eine exemplarische Untersuchung: Anhand spezifischer Textbeispiele aus dem Korpus wird die theoretische Herleitung an konkreten Gesprächssituationen mit verschiedenen Sprechern verifiziert und kontextualisiert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die binäre Ausprägung der Frankophonie und identifiziert offene Forschungsfelder hinsichtlich Phonologie und Prosodie.
Ägypten, Frankophonie, Anciens, Modernes, Sprachkontakt, Code-Switching, Diskursmarker, Negation, Sprachwandel, Mündlichkeit, Soziolinguistik, Sprachkompetenz, Diagenerationell, Morphosyntax, Diskursanalyse
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der französischen Sprache in Ägypten und deren besonderer Entwicklung in einem nicht-kolonialen Kontext.
Zentrale Themen sind die historische Einbettung der Frankophonie, die soziolinguistische Strukturierung der Sprechergruppen sowie die Analyse spezifischer morphosyntaktischer und diskursiver Sprachmerkmale.
Das primäre Ziel ist es, die Hypothese einer binären Gliederung der frankophonen Sprechergemeinschaft in 'Anciens' und 'Modernes' zu überprüfen und deren jeweilige sprachliche Ausprägung zu differenzieren.
Die Untersuchung basiert auf einer korpusgestützten Analyse von Transkriptionen mündlicher Gespräche, kombiniert mit soziolinguistischen Hintergrunddaten und statistischen Auswertungen.
Im Hauptteil werden linguistische Phänomene wie die Verwendung der Negation (ne... pas), der Einsatz von Diskursmarkern (z.B. ya3ni, masalan) und die Phänomene der Sprachalternanz (Code-Switching) detailliert analysiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ägypten, Frankophonie, Sprachkontakt, Diagenerationell und Code-Switching definiert.
Die 'Anciens' weisen eine eher traditionelle, familär erworbene Sprachkompetenz auf, während die 'Modernes' das Französische primär als schulisch erlernte Fremdsprache verwenden, was sich in unterschiedlichen syntaktischen Mustern und Tilgungstendenzen äußert.
Arabische Diskursmarker wie 'ya3ni' oder 'masalan' dienen im ägyptischen Französisch als wichtige strukturierende Elemente für das Gespräch, die den Diskursfluss steuern und teilweise grammatikalisiert sind.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

