Hausarbeit, 2010
13 Seiten, Note: 1,0
Wucher?
Betriebswirtschaftliche Risiken und geringe Auslastung: Die Haltung der Firma Krupp
Öffentliche Meinung und Verhandlungen mit der Konkurrenz: Die Druckmittel des Reichsmarineamtes
Fazit
Die Arbeit untersucht die Preisgestaltung der Firma Krupp bei Schiffspanzerplatten im Zeitraum von 1890 bis 1914 vor dem Hintergrund des Wucherbegriffs. Dabei wird analysiert, inwiefern die Quasimonopolstellung des Stahlkonzerns und die Abhängigkeit des Reichsmarineamtes eine faire Preisbildung verhinderten und ob die Vorwürfe der „wucherischen Ausbeutung“ einer historischen sowie juristischen Prüfung standhalten.
Betriebswirtschaftliche Risiken und geringe Auslastung: Die Haltung der Firma Krupp
Auch wenn ein Großteil der Fakten in gleichem Maße auf die Dillinger Hüttenwerke zutreffen, so sind sämtliche der folgenden Untersuchungen ausschließlich als Sicht auf die Interessen und Tätigkeiten der Firma Krupp zu verstehen.
Der Einstieg Krupps in die Panzerplattenherstellung erfolgte nur auf Drängen von Seiten des Reichsmarineamtes und der eigenhändigen Fürsprache des Kaisers, der auf den stetigen Fortschritt seiner Seemachtshegemonialbestrebungen erpicht war. Eine nicht unerhebliche Rolle wird bei der letztendlichen Entscheidung Friedrich Alfred Krupps, das Plattenwerk zu errichten, auch die von ihm für den Kaiser empfundene Bewunderung einerseits und die persönliche Zuneigung Wilhelms II., die sich auch in der Förderung Krupp’scher Geschäftstätigkeit äußerte, andererseits, gespielt haben.
Fest steht jedenfalls, dass die Anschaffung der Anlagen, die zur Produktion solch hochspezialisierter Produkte erforderlich waren, eine nicht unerhebliche Kapitalbindung mit sich brachte, deren Amortisierung sich in den ersten zehn Jahren jedenfalls noch nicht ergeben sollte. Entgegen vorherigen Ankündigungen des Reichsmarineamtes gingen die Bestellungen in den Jahren von 1890 – 1899 nur sehr unregelmäßig ein und waren überdies auch vom Volumen her eher als gering einzuschätzen. Der Stahlkonzern argumentierte, nur das Auslandsgeschäft hätte in den absatzschwachen Jahren Massenentlassungen im Panzerplattenwerk verhindert.
Wucher?: Dieses Kapitel beleuchtet die rechtliche Definition von Wucher vor und nach der Gesetzesänderung von 1880 sowie die Problematik der Anwendung dieser Begriffe auf die Preisgestaltung für Panzerplatten.
Betriebswirtschaftliche Risiken und geringe Auslastung: Die Haltung der Firma Krupp: Hier werden die betriebswirtschaftlichen Gründe für die Preispolitik von Krupp analysiert, insbesondere die hohen Investitionskosten und die unregelmäßige Auftragslage durch das Reichsmarineamt.
Öffentliche Meinung und Verhandlungen mit der Konkurrenz: Die Druckmittel des Reichsmarineamtes: Dieser Abschnitt thematisiert den Einfluss von Medien und Politik sowie die Strategien des Reichsmarineamtes, um durch Drohungen und geheime Verträge Kostensenkungen bei Krupp durchzusetzen.
Fazit: Das Fazit stellt fest, dass eine abschließende Bewertung der Preisgestaltung als Wucher aufgrund der komplexen gegenseitigen Abhängigkeiten von Staat und Industrie nicht eindeutig möglich ist.
Wucher, Panzerplatten, Firma Krupp, Reichsmarineamt, Rüstungspolitik, Flottenrüstung, Monopolstellung, Preisgestaltung, Kaiserreich, Geschäftsbeziehungen, industrielle Rüstung, Gewinnspannen, Wirtschaftshistorie, Tirpitz, Schlachtflottenbau.
Die Arbeit befasst sich mit der Preisgestaltung der Firma Krupp für Schiffspanzerplatten zwischen 1890 und 1914 und der Frage, ob diese Preise als Wucher zu bewerten waren.
Zentrale Themen sind die historische Rechtslage zum Wucher, die unternehmerische Preisstrategie von Krupp und die Verflechtung zwischen der Rüstungsindustrie und dem Staat.
Ziel ist es zu beurteilen, ob die hohen Gewinne Krupps bei Panzerplatten als Ausbeutung einer Zwangslage (Wucher) interpretiert werden können oder ob sie durch unternehmerische Risiken legitimiert waren.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf zeitgenössischen Dokumenten wie Denkschriften, geheimen Zusatzverträgen und Korrespondenzen basiert.
Der Hauptteil analysiert die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei Krupp, das Spannungsfeld zwischen Rüstungsbedarf und Kosten sowie die diplomatischen und wirtschaftlichen Druckmittel des Reichsmarineamtes.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Wucher, Panzerplatten, Krupp, Reichsmarineamt und deutsche Flottenrüstung.
Der Autor weist darauf hin, dass die persönliche Beziehung zwischen dem Kaiser und der Familie Krupp sowie die imperialen Machtbestrebungen des Kaisers eine entscheidende Rolle für den Einstieg in die Panzerplattenproduktion spielten.
Obwohl das Reichsmarineamt mit dem Bau eigener Werke oder der Beauftragung ausländischer Firmen drohte, machten technische Notwendigkeiten und die Dringlichkeit der Aufrüstung das Amt von Krupps technologischer Überlegenheit abhängig.
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