Diplomarbeit, 2009
113 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
3 Disziplinen und Reformprozess im Überblick
4 Akteure der GKV
4.1 Krankenkassen
4.1.1 Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)
4.2 Vertragsärzte und ihre Organisation
4.2.1 Kassenärztliche Vereinigungen
4.2.2 Fortbildungspflicht
4.2.3 4.2.3 Qualitätsmanagement (QM)
4.3 4.3 Vertragsärztliche Versorgung
4.4 Neue Beschäftigungsmöglichkeiten für Vertragsärzte (VÄG)
4.5 Ambulante Versorgung durch Krankenhäuser
5 Finanzierung der GKV
5.1 Bisherige Finanzierung der GKV
5.2 Gesundheitsfonds
5.3 Honorarsystem der GKV
5.4 Honorarreform
5.4.1 Einzelverträge
6 Problemzusammenfassung
6.1 Fragestellungen
7 Operationalisierung
7.1 Hypothesenbildung
7.2 Definition der Begriffe
7.3 Fragebogenkonstruktion
7.3.1 Erhebungsmethode und Stichprobe
8 Datenerhebung
8.1 Probleme und Fehler im Fragebogen
9 Datenauswertung
9.1 Datenbereinigung
9.1.1 Recodierung und Variablentransformation
9.2 Fallgewichtung
9.3 Analysestichprobe
9.4 Wirtschaftliche Situation
9.5 Praxisschließungen
9.6 Alternative Tätigkeiten
9.7 Hauptgründe für Schließungen und berufliche Veränderungen
9.8 Empfundene Belastung
9.9 Kassenärztliche Vereinigungen
9.10 Veränderungen durch das VÄG
9.11 Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung
9.12 Allgemeine Fragen
10 Hypothesenprüfung
11 Diskussion
12 Anhang
12.1 Anhang 1: Auszug aus dem EBM 2009
12.2 Anhang 2: Personalisiertes Anschreiben zum Fragebogen
12.3 Anhang 3: Fragebogen
13 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Gesundheitsreformen von 2004 bis 2007 auf die vertragsärztliche Versorgung in Hessen und Rheinland-Pfalz, mit einem besonderen Fokus auf Praxisschließungen, die Honorarsituation und veränderte Beschäftigungsbedingungen.
1 Einleitung
Der Stellenwert des deutschen Gesundheitswesens für die Stabilität der Bundesrepublik ist heute kaum noch zu unterschätzen. Dabei übt das Gesundheitswesen oder auch Gesundheitssystem eine prägende Funktion auf den Staat aus, indem die Lebenschancen der gesamten Bevölkerung von ihm beeinflusst werden und deren Gesundheit unter anderem auch von den Gegebenheiten des Gesundheitswesens mitbestimmt wird. 85,3% der Gesamtbevölkerung und damit 70,4 Millionen Menschen waren 2005 Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), über die damit der größte Teil der Vorgänge im Gesundheitswesen abgewickelt werden. Gleichzeitig waren 10% der Bevölkerung Mitglied der Privaten Krankenversicherung, der übrige Teil der Bevölkerung war anderweitig abgesichert (Bundeswehrsoldaten, Strafvollzug, Sozialhilfeempfänger usw.) oder ohne Versicherungsschutz (Oberender/Hebborn/Zerth 2006, S.43f.). Damit ist die GKV der zentrale Bestandteil des Gesundheitswesens und verantwortlich für die medizinische Versorgung von 85% der Menschen in Deutschland.
Über den medizinischen, gesundheitlichen und damit lebensverlängernden Stellenwert des Gesundheitswesens hinaus ist es auch als Arbeitsbereich ein wichtiger Sektor in der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt waren im Dezember 2005 etwa 4,3 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen tätig (StBa 2007) und damit jeder neunte Beschäftigte in ganz Deutschland. Zwischen 2004 und 2005 ist die Zahl der Beschäftigten damit um 0,6% gestiegen, während die Beschäftigung in der Gesamtwirtschaft nahezu stagnierte. Zahlreiche Arbeitsplätze aus Unternehmen, die nicht unmittelbarer Teil des Gesundheitswesens sind, sondern diesem nur zuarbeiten, sind hier noch nicht berücksichtigt.
1 Einleitung: Beschreibt den hohen Stellenwert des Gesundheitswesens und der gesetzlichen Krankenversicherung für die Stabilität der Bundesrepublik.
2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit: Definiert die drei Ebenen des Gesundheitssystems und das Spannungsfeld zwischen Versorgung und Ökonomie.
3 Disziplinen und Reformprozess im Überblick: Gibt einen Abriss über die beteiligten wissenschaftlichen Disziplinen und die Reformschritte der letzten Jahrzehnte.
4 Akteure der GKV: Stellt die wichtigsten Akteure wie Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen sowie deren Aufgaben vor.
5 Finanzierung der GKV: Erläutert die Finanzierungsstrukturen, den Gesundheitsfonds sowie die Honorarsysteme und deren Reformen.
6 Problemzusammenfassung: Bündelt die Unklarheiten und Herausforderungen für Vertragsärzte infolge der jüngsten Reformen.
7 Operationalisierung: Beschreibt die methodische Vorgehensweise, Hypothesenbildung und die Konstruktion des Fragebogens.
8 Datenerhebung: Dokumentiert den Ablauf der Befragung und die Rücklaufquoten.
9 Datenauswertung: Analysiert die Daten in Bezug auf wirtschaftliche Situation, Praxisschließungen und Belastungen.
10 Hypothesenprüfung: Überprüft die aufgestellten Hypothesen mittels statistischer Verfahren wie Chi-Quadrat-Tests.
11 Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse hinsichtlich der Zukunft der Einzelpraxis und der Auswirkungen der Reformen.
12 Anhang: Enthält ergänzende Materialien, den EBM-Auszug und den verwendeten Fragebogen.
13 Literaturverzeichnis: Listet die für die Arbeit verwendete Fachliteratur und Quellen auf.
Gesundheitswesen, GKV, Vertragsärzte, Gesundheitsreformen, Praxismanagement, Honorarsystem, Kassenärztliche Vereinigung, Praxisschließung, Bedarfsplanung, medizinische Versorgung, Sozialgesetzbuch V, Honorarreform, Regelleistungsvolumina, ambulante Versorgung, Patientenversorgung.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen politischer Gesundheitsreformen zwischen 2004 und 2007 auf die ambulante medizinische Versorgung durch niedergelassene Ärzte in Hessen und Rheinland-Pfalz.
Zu den zentralen Themen gehören die Honorarverteilung, bürokratischer Aufwand, Beschäftigungsmöglichkeiten für Ärzte sowie die wirtschaftliche Situation und Schließungstendenzen von Arztpraxen.
Das Ziel ist es, vorherzusagen, wie sich Praxisschließungen entwickeln werden, welche Beweggründe Ärzte für solche Entscheidungen haben und ob ein direkter Zusammenhang zu den Gesundheitsreformen besteht.
Es wurde eine quantitative Befragung der Ärzteschaft mittels eines standardisierten, schriftlichen Fragebogens in Hessen und Rheinland-Pfalz durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung der Akteure und Finanzierungsstrukturen des GKV-Systems, die Auswirkungen der Reformgesetze (GMG, VÄG, GKV-WSG) sowie eine umfangreiche Datenauswertung der Arztbefragung.
Die wichtigsten Begriffe sind Vertragsärzte, Gesundheitsreform, GKV, Honorarsystem, Praxisschließung und ambulante Versorgung.
Die Mehrheit der Ärzte (69,1%) gibt an, dass sich ihre persönlichen Beschäftigungsmöglichkeiten durch das VÄG weder verbessert noch verschlechtert haben, wobei Fachärzte die Veränderungen tendenziell positiver bewerten als Hausärzte.
Die Honorarsituation wird von den Ärzten als die stärkste berufliche Belastung wahrgenommen und ist zugleich der bedeutendste Grund für geplante Praxisschließungen oder berufliche Veränderungen.
Das Bild der Ärzte gegenüber der KV ist überwiegend neutral bis negativ; die Hälfte der Befragten sieht die KV als verlängerten Arm der Krankenkassen und viele empfinden den Verwaltungsaufwand als zu hoch im Verhältnis zum Nutzen.
Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Regionalität (Urbanität) und der Praxisnachfolge: Ländliche Gebiete haben erheblich größere Schwierigkeiten, Nachfolger für schließende Praxen zu finden als städtische Regionen.
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