Examensarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 2,7
0. Einleitung
1. Einführung
1.1 Grundlagen des Dirigierens
1.1.1Persönlichkeit/ Schlüsselqualifikationen des Chorleiters
1.1.2 Körperhaltung des Chorleiters
1.1.3 Bereitschaftsstellung – Handhaltung – Schlagtechnik
1.2 Zur Theorie der Stimmphysiologie und Stimmbildung
1.2.1 Stimme
1.2.2 Atmung
1.2.3 Der Kehlkopf
1.2.4 Die Einhängemuskulatur
1.2.5 Das Ansatzrohr
1.3 Der Ablauf von Stimmbildung im Chor
2. Darstellung der Methodologie
2.1 Interviews
2.1.1 Darstellung und Begründung der Auswahl der Interviewpartner
2.1.2 Ziele und Auswahl der Fragen
2.1.3 Auswahl der in den Interviews benutzen Bilder
2.1.4 Bestimmung der Auswertungsmethode
2.2 Analyse der Interviews
2.2.1 Prof. Erik Westberg
2.2.2 Prof. Morten Schuldt-Jensen
2.2.3 Prof. Markus Johannes Langer
3. Interpretation der Ergebnisse
4. Darstellung der Entwicklungstendenzen im europäischen Raum
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen den Dirigierbewegungen des Chorleiters und dem daraus resultierenden Chorklang unter Berücksichtigung stimmphysiologischer Prozesse, wobei durch Experteninterviews mit renommierten Chorleitern praxisorientierte Erkenntnisse gewonnen werden.
1.1.2 Körperhaltung des Chorleiters
Eine gute Körperhaltung ist Voraussetzung für den Chorleiter, das Dirigat effektiv und sängerfreundlich durchzuführen. Der Stand sollte „ungezwungen“ sein, „eine natürliche Stellung der Füße dient dazu, alle widernatürlichen und überflüssigen Bewegungen des Unterkörpers auszuschalten.“ (Thomas, 1991, S. 4). Die Position der Füße „soll der Lockerung förderlich sein“ (ebenda) und „mit etwas seitlich auseinander gesetzten Füßen das Körpergewicht gleichmäßig auf beide Beine“ (Bastian & Fischer, 2006, S. 186) verteilt werden.
In älteren Dirigierschulen (Thomas: Lehrbuch der Chorleitung; Klink: Der Chormeister) wird empfohlen, ein Bein leicht vorzusetzen, um mehr Lockerheit und einen sicheren Stand zu erzeugen. Jüngere Dirigierschulen verweisen darauf, dass in der heutigen Zeit „vor allem für das Chordirigieren [...] eine stabile, aber flexible, annähernd parallele und damit zentrierte Position (der Füße) gelehrt wird.“ (Göstl, 2008, S. 76). Eine sängerfreundliche Körperhaltung sowie eine lockere und natürliche Mimik sind wichtig, da Chorsänger sich sehr an der Haltung des Chorleiters orientieren und unbewusst diese Haltung adaptieren: „Seine Mimik und seine Gestik sollten vor allem Lockerheit ausstrahlen, da sich alle Verkrampfungen und Verspannungen unmittelbar auf die Sänger und ihren Stimmapparat übertragen und damit jeden lockeren Ansatz verhindern können.“ (Bastian & Fischer, 2006, S. 186).
Der Autor Robert Göstl gibt weitere Hinweise für eine richtige Kopfhaltung: „Wiederum gilt als spezielle Anforderung an den Chordirigenten, seine Kopfhaltung an der idealen Sängerhaltung auszurichten. Besonders wichtig ist es dabei, den Kopf nicht, im Willen, die Sänger zu erreichen und zu bewegen, nach vorne zu strecken.“ (Göstl, 2008, S. 77). Diese Haltung würde die Kehlkopfmuskulatur unnatürlich strecken und überdehnen, so dass sich Schulter- und Nackenmuskulatur verkrampfen, damit die Tonbildung erschwert und klanglich verändert werden würde.
0. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Wechselwirkung zwischen Dirigat und Chorklang und definiert das methodische Vorgehen mittels Experteninterviews.
1. Einführung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Grundlagen des Dirigierens sowie die Ansichten renommierter Autoren und Pädagogen zur Rolle des Chorleiters.
2. Darstellung der Methodologie: Dieser Abschnitt beschreibt die Auswahl der Experten sowie die Kriterien der Interviewführung und die angewandte Auswertungsmethode.
3. Interpretation der Ergebnisse: Hier werden die gewonnenen Daten aus den Interviews analysiert und mit stimmphysiologischen Erkenntnissen verknüpft.
4. Darstellung der Entwicklungstendenzen im europäischen Raum: Dieses Kapitel beleuchtet historische und regionale Unterschiede in der Chorleiterausbildung, insbesondere den Einfluss der schwedischen Schule.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer sängerfreundlichen, reflektierten Dirigierpraxis.
Chorleitung, Chorklang, Stimmphysiologie, Dirigiertechnik, Bauchatmung, Stimmbildung, Experteninterviews, Körperhaltung, Schlagebene, Dirigentenpersönlichkeit, Atemstütze, Artikulation, Handhaltung, Musikpädagogik, Musikalität
Die Arbeit untersucht, wie sich spezifische Bewegungen und Haltungen eines Chorleiters physiologisch auf die Stimmgebung der Chorsänger auswirken und damit den Chorklang beeinflussen.
Neben den Grundlagen des Dirigierens und der Stimmphysiologie werden insbesondere die Methoden der Chorleitung, die Bedeutung des Einsingens und die soziologischen Dynamiken zwischen Chorleiter und Sängern thematisiert.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen dem Dirigat und stimmphysiologischen Prozessen wie Atmung und Tongebung wissenschaftlich zu beleuchten, um praxisorientierte Empfehlungen für eine sängerfreundliche Chorleitung zu geben.
Der Autor führt qualitative Experteninterviews mit namhaften Professoren für Chorleitung durch, um aktuelle, praxisnahe Fakten zu sammeln und diese induktiv auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte der Stimmbildung, eine methodische Darstellung der Interviews sowie die Analyse der Aussagen bezüglich Dirigierelementen und deren stimmtechnischen Konsequenzen.
Wesentliche Begriffe sind "sängerfreundliches Dirigat", "Stimmphysiologie", "Bauchatmung", "Handhaltung" und "Körperhaltung", die den Kern der Wechselwirkung zwischen Chorleiter und Instrument (Chor) beschreiben.
Die Schlagebene beeinflusst maßgeblich die Art der Atmung der Chorsänger. Eine zu hohe Schlagebene kann unbewusst eine Hochatmung fördern, während eine tiefere Position die für das Singen optimale Bauchatmung unterstützt.
Handhaltungen fungieren als optische Signale, die unbewusst vom Chor adaptiert werden. Während die traditionelle "fixierte" Handhaltung laut den Experten eine Weite im Ansatzrohr eher einschränken kann, ermöglichen offenere Handhaltungen einen weicheren und gesünderen Stimmeinsatz.
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