Diplomarbeit, 2011
99 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
1. BEGRIFFLICHKEITEN UND AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND
1.1 Gegenstandsbestimmung und Beschreibung
1.2 Geschichtliche Entwicklung der Absentismusforschung
1.3 Aktueller Forschungsstand
2. INSTITUTION SCHULE
2.1 Historische Entwicklung der Schulpflicht
2.2 Schulrechtliche Grundlagen
2.2.1 Das hessische Schulgesetz
2.3 Schulzwang – die Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht
2.4 Schule als Sozialisationsinstanz
2.5 Zusammenfassung
3. SCHULABSENTISMUS
3.1 Schulabsentismus als aktive Form der Verweigerung
3.1.1 Schulschwänzen
3.1.2 Schulverweigerung
3.1.3 Zurückhalten
3.2 Schulabsentismus als passive Form der Verweigerung
3.2.1 Störungen in der Schule und im Unterricht
3.3 Zusammenfassung
4. URSACHEN UND BEDINGUNGSFAKTOREN FÜR SCHULAVERSIVES VERHALTEN
4.1 Individuelle Variablen
4.1.1 Verhaltensstörungen
4.1.2 Lernschwächen
4.1.3 Ängste
4.1.4 Delinquenz
4.2 Schulische Bedingungsfaktoren
4.2.1 Lebensfremde Lerninhalte
4.2.2 Schulform
4.2.3 Schul- und Klassenklima
4.2.4 Lehrerverhalten
4.2.5 Gewalt und Mobbing
4.3 Faktoren im Primärmilieu
4.3.1 Lebensverhältnisse
4.3.2 Einstellung der Eltern
4.3.3 Die Peer-Group
4.4 Multikausalität der Problemausprägung
5. PRÄVENTIONS- UND INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN BEI SCHULVERWEIGERUNG
5.1 Schulische Prävention und Intervention
5.2 Kooperation von Schule und Jugendhilfe
5.2.1 Schulsozialarbeit
5.3 Schulverweigererprojekte
5.3.1 Praxisbeispiel „Schulverweigerung – die 2. Chance“ des bsj e. V. Marburg
SCHLUSSBETRACHTUNG
Diese Arbeit zielt darauf ab, das komplexe Phänomen der Schulverweigerung in Deutschland durch eine fundierte Literaturanalyse zu durchleuchten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht die Hintergründe dieses Verhaltens, analysiert die verschiedenen Ursachen – von individuellen Faktoren über schulische Einflüsse bis hin zum familiären Hintergrund – und erörtert pädagogische Interventionsformen, insbesondere im Kontext der Schulsozialarbeit und spezifischer Schulverweigererprojekte.
1.1 Gegenstandsbestimmung und Beschreibung
Die Debatte um Schulversäumnisse und Schulpflichtverletzungen hat in den vergangenen Jahren in Deutschland einen bemerkenswerten Auftrieb erhalten. Das Phänomen wird bewusster von der Öffentlichkeit und der Wissenschaft wahrgenommen, was zu einer zunehmenden Sensibilisierung für das Thema geführt hat (vgl. Ehmann, Rademacker, 2003, S. 9). Dabei ist Schulabsentismus insbesondere deshalb immer wieder ein Thema in öffentlichen und wissenschaftlichen Diskursen, „weil ein unregelmäßiger Schulbesuch gravierende Folgen für den Bildungserwerb und damit langfristig auch auf die Positionierung am Arbeitsplatz haben kann“ (Dunkake, 2007, in: Wagner, 2007, S. 13).
In Fachliteratur, Forschung und Praxis wird das Thema Schulversäumnis als Verletzung der allgemeinen gesetzlichen Schulpflicht mit einem reichhaltigen Arsenal von Bezeichnungen umschrieben: Schulverweigerung, Schulschwänzen, Schulabgewandtheit, Schuldistanzierung, Schulverdrossenheit, Schulphobie, Schulunlust, Schulaversion sowie Schulmüdigkeit sind nur einige Begriffe, die kontextabhängig verwendet werden, um verschiedene Arten von Schulpflichtverletzungen zu benennen.
EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Relevanz des Themas Schulabsentismus ein, erläutert die methodische Herangehensweise einer Literaturanalyse und gibt einen Ausblick auf die Struktur der Arbeit.
1. BEGRIFFLICHKEITEN UND AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND: Dieses Kapitel nähert sich terminologisch dem Phänomen Schulabsentismus an, beleuchtet die historische Entwicklung der Forschung und stellt den aktuellen Stand sowie sechs zentrale Forschungsschwerpunkte dar.
2. INSTITUTION SCHULE: Hier werden die historische Entstehung der Schulpflicht, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Bedeutung der Schule als sekundäre Sozialisationsinstanz für die Entwicklung junger Menschen erörtert.
3. SCHULABSENTISMUS: Dieses Kapitel differenziert intensiv zwischen aktiven Formen (z.B. Schulschwänzen, Schulverweigerung) und passiven Formen der Verweigerung (z.B. Unterrichtsabsentismus) und diskutiert dabei psychische Auslöser wie Schulangst oder Schulphobie.
4. URSACHEN UND BEDINGUNGSFAKTOREN FÜR SCHULAVERSIVES VERHALTEN: Eine umfassende Analyse der Ursachen, die sich in individuelle Variablen, schulische Bedingungsfaktoren und Einflussfaktoren des Primärmilieus unterteilt, unterstreicht die Multikausalität des Problems.
5. PRÄVENTIONS- UND INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN BEI SCHULVERWEIGERUNG: Das abschließende Kapitel behandelt präventive Konzepte, die notwendige Kooperation von Schule und Jugendhilfe sowie beispielhafte Praxisprojekte, wie das Marburger Projekt „Die 2. Chance“.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Die wesentlichen Ergebnisse der Literaturanalyse werden zusammengefasst und reflektiert, wobei der Fokus auf dem Bedarf an alternativen pädagogischen Handlungskonzepten jenseits reiner Repression liegt.
Schulabsentismus, Schulverweigerung, Schulschwänzen, Schulpflicht, Sozialisation, Schulangst, Schulphobie, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Prävention, Interventionsmaßnahmen, Bildungschancen, Schulklima, Delinquenz, Erziehungswissenschaft
Die Diplomarbeit untersucht das gesellschaftliche und pädagogische Problem des Schulabsentismus, also des unerlaubten Fernbleibens vom Unterricht oder der aktiven Verweigerung während der Schulzeit.
Die Arbeit deckt die Begriffsdefinitionen, rechtliche Grundlagen, psychologische Ursachen, den Einfluss des sozialen Umfelds sowie Interventionsmöglichkeiten ab.
Ziel ist es, die Komplexität und Multikausalität des schulaversiven Verhaltens aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie Schule und Jugendhilfe präventiv und interventiv unterstützen können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien und Publikationen basiert.
Der Hauptteil analysiert, welche verschiedenen Formen der Schulverweigerung existieren (aktiv vs. passiv) und welche spezifischen individuellen, schulischen und familiären Faktoren dieses Verhalten begünstigen.
Begriffe wie Schulverweigerung, Schulabsentismus, Schulsozialarbeit, Sozialisation und Prävention sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Schulschwänzen wird als meist eigeninitiierte Form der Meidung zur Freizeitgestaltung beschrieben, während Schulphobie als eine durch Trennungsängste oder psychosomatische Beschwerden begründete, pathologische Form der Unfähigkeit zum Schulbesuch definiert wird.
Die Arbeit betont, dass diese Kooperation für eine erfolgreiche Intervention unerlässlich ist, insbesondere da Lehrer in der schulischen Einzelsituation mit der Komplexität dieser Fälle häufig überfordert sind.
Das Projekt nutzt ein strukturiertes „8-8-8-System“, um über eine Vertrauensaufbauphase und anschließende intensive Fallarbeit schulaversive Jugendliche zurück in das Regelschulsystem zu führen oder alternative Perspektiven zu eröffnen.
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