Bachelorarbeit, 2011
38 Seiten, Note: 3,00
Einleitung
1. Geschlecht
1.1 Das Sex/Gender-Konzept
1.2 Zweigeschlechtlichkeit als Norm
1.3 Von Geburt an eindeutig, natürlich und unveränderbar
1.4 Die Norm der Heterosexualität
1.5 Die Bedeutung des Geschlechts für Individuum und Gesellschaft
2. Die Entwicklung der Geschlechtsidentität in der Kindheit
2.1 Null bis zwei Jahre
2.2 Drei bis sechs Jahre
2.3 Erklärungsansätze für die Entwicklung der Geschlechtsidentität und Geschlechterunterschiede
2.3.1 Theorie der psychosexuellen Identifikation
2.3.2 Die Theorie des sozialen Lernens
2.3.3 Kohlbergs kognitive Entwicklungstheorie
2.3.4 Die Theorie der Geschlechterschemata
2.3.5 Das Doing Gender Konzept
2.4 Störungen der Geschlechtsidentität und sexuelle Zwischenstufen/ queere Identitäten
2.4.1 Queer
2.4.2 Transgender, Transsexualität, Transvestitismus
2.4.3 Intersexualität
3. Sozialisationsinstanzen
3.1 Eltern und Familie
3.2 Peergroups
3.3 Kindergarten
3.4 Massenmedien und Literatur
3.4.1 Frauen und Männer in den Massenmedien
3.4.2 Kinderliteratur
4. Gendersensible Aspekte im Umgang mit Kindern
Resümee
Ausblick
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, auf welche Weise Kinder Kenntnisse und Wahrnehmungen über ihre eigene Geschlechtszugehörigkeit erwerben und wie sie durch soziale Einflüsse in diesem Prozess geformt werden.
1.1 Das Sex/Gender-Konzept
Um Männer und Frauen unterscheiden zu können, wird ihre offensichtliche anatomische Verschiedenheit herangezogen. Es liegt daher nahe, dass die verschiedenen Eigenschaften und Fähigkeiten mittels dieser biologischen Unterschiede begründet werden. Dies würde jedoch eine begrenzte Entwicklung der Persönlichkeit bedeuten und den Einflüssen der Um- und Mitwelt nur wenig Veränderungspotential zugestehen. (Vgl. Schaufler 2002, S. 83)
„Der theoretische Rahmen der Erklärbarkeit von geschlechtlichen Verhaltenstendenzen, Erlebnisweisen und Kompetenzen erweiterte sich erst in dem Moment als die ‚natürliche’ biologische Anlage von der kulturell überformten, erworbenen Geschlechtsidentität abgekoppelt wurde“ (ebd.).
Simone de Beauvoir weist mit ihrer These „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es“ (Beauvoir 2005, S. 334) auf die historische Veränderlichkeit der Kategorie „Frau“ hin. (Vgl. Schaufler 2002, S. 83)
Ende der 1970er Jahre setzte sich in der nordamerikanischen Debatte die Unterscheidung von „sex“ und „gender“ durch. Die Soziologin Ann Oakley definiert wie folgt: „’Sex’ is a word that refers to the biological differences between male and female … ‘gender’, however, is a matter of culture: it refers to the social classification into ‘masculine’ and ‘feminine’. The constancy of sex must be admitted, but so also must the variability of gender” (Oakley 1972, S. 16 zitiert nach Schaufler 2002, S. 83).
Der Begriff „sex” gilt somit als unveränderliches biologisches Geschlecht, während unter „gender“ das variable soziale Geschlecht verstanden wird. Das Sex/Gender-Konzept stellt somit einen bedeutenden Schritt der Theorieentwicklung dar, durch welchen klar wird, „dass Geschlecht eben nicht vorrangig eine natürliche, sondern vor allem eine soziale Kategorie ist, die im alltäglichen Denken und Handeln immer wieder hergestellt und bestätigt wird“ (Heite 2011, S. 25).
1. Geschlecht: In diesem Kapitel wird das Konzept von Sex und Gender erläutert und aufgezeigt, wie die soziale Konstruktion von Geschlecht als Norm in der Gesellschaft verankert ist.
2. Die Entwicklung der Geschlechtsidentität in der Kindheit: Das Kapitel beschreibt, wie Kinder bis zum sechsten Lebensjahr ein Geschlechtsverständnis entwickeln und welche theoretischen Erklärungsansätze es für Geschlechtsidentität und queere Identitäten gibt.
3. Sozialisationsinstanzen: Hier wird analysiert, wie Familie, Peergroups, Kindergarten und Medien aktiv dazu beitragen, geschlechtsspezifische Verhaltensweisen bei Kindern zu formen.
4. Gendersensible Aspekte im Umgang mit Kindern: Das abschließende Hauptkapitel diskutiert Möglichkeiten, wie pädagogische Fachkräfte durch ein gendersensibles Bewusstsein starre Rollenbilder aufbrechen und Kinder vorurteilsfrei begleiten können.
Geschlecht, Geschlechtsidentität, Sozialisation, Sozialisationsinstanzen, Geschlechterstereotype, Doing Gender, Zweigeschlechtlichkeit, Heteronormativität, Genderpädagogik, Kindheit, Geschlechtskonstanz, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit untersucht, wie Kinder in den ersten Lebensjahren Wissen und Wahrnehmungen über ihr Geschlecht erwerben und wie diese Identitätsfindung sozial geprägt wird.
Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Konstruktion von Geschlecht, der frühkindlichen Identitätsentwicklung sowie dem Einfluss von Erziehung und Umwelt auf das kindliche Geschlechterverständnis.
Die zentrale Frage der Arbeit lautet: „Wodurch erwerben Kinder Kenntnisse und Wahrnehmungen über ihre Geschlechtszugehörigkeit?“
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene psychologische und soziologische Theorien sowie aktuelle Forschungsergebnisse zusammenführt und analysiert.
Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte (wie Doing Gender), die psychologische Entwicklung der Geschlechtsidentität, die Rolle der Sozialisationsinstanzen und die Möglichkeiten einer gendersensiblen Pädagogik.
Die Arbeit lässt sich besonders gut durch Begriffe wie Geschlechtsidentität, Sozialisation, Geschlechterstereotype und Gendersensibilität beschreiben.
Das Konzept wird genutzt, um zu verdeutlichen, dass Geschlecht keine feste biologische Tatsache ist, sondern ein fortlaufender Prozess, der durch soziales Handeln und Interaktion stetig hergestellt und bestätigt wird.
Die Arbeit weist darauf hin, dass das Fehlen männlicher Vorbilder im Kindergarten die Identifikationsmöglichkeiten für Jungen einschränken kann und dass Pädagoginnen zur Reflexion ihrer eigenen Rollenbilder angeregt werden sollten.
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