Diplomarbeit, 2007
88 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Status quo der steuerlichen Einkunftsabgrenzung
2.1 Überprüfung der synonymen Verwendung der Begriffe Konzern und Multinationale Unternehmen
2.2 Notwendigkeit und Vorschriften zur Korrektur der steuerlichen Einkunftsabgrenzung
2.3 Die Bildung von Verrechnungspreisen im Rahmen des gegenwärtigen Systems
3. Die Harmonisierungsbestrebungen der EU im Bereich der Unternehmensbesteuerung
3.1 Gründe zur Entwicklung einer Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage
3.2 Die Vorschläge der Europäischen Kommission zur Schaffung einer Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage
3.2.1 Besteuerung im Sitzland
3.2.2 Besteuerung nach einer konsolidierten (einheitlichen) Bemessungsgrundlage
3.2.3 Europäische Körperschaftsteuer
3.2.4 Obligatorische einheitliche harmonisierte Bemessungsgrundlage
3.3 International Financial Reporting Standards als Ausgangspunkt einer einheitlichen Steuerbemessungsgrundlage
4. Die formelhafte Gewinnaufteilung als alternative Methode zur Einkunftsabgrenzung
4.1 Das Konzept der unitary taxation in den USA
4.2 Die Bestimmung des Konsolidierungskreises und der einzubeziehenden Einkünfte in die Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage
4.2.1 Zur Abgrenzung des Konsolidierungskreises
4.2.2 Zur Ermittlung der einzubeziehenden Einkünfte
4.3 Formelhafte Aufteilung der Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage
4.3.1 Grundzüge
4.3.2 Die Wahl der Aufteilungsfaktoren
4.3.2.1 Mikroökonomische Aufteilungsfaktoren
4.3.2.1.1 Grundzüge
4.3.2.1.2 Gewinnaufteilung anhand der Lohnsumme
4.3.2.1.3 Gewinnaufteilung anhand des Vermögens
4.3.2.1.4 Gewinnaufteilung anhand des Umsatzes
4.3.2.1.5 Gewinnaufteilung anhand der Wertschöpfung
4.3.2.2 Makroökonomische Aufteilungsmethode und Aufteilung anhand industriespezifischer Größen
4.4 Kritische Würdigung
4.4.1 Beurteilung des Konzepts der formelhaften Gewinnaufteilung
4.4.2 Weitere Problemfelder eines Übergangs auf die formelhafte Gewinnaufteilung im Zusammenhang mit der Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage
5. Beispielhafte Gegenüberstellung der Verrechnungspreisproblematik und der formelhaften Gewinnaufteilung
6. Thesenförmige Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht die Möglichkeiten einer steuerlichen Einkunftsabgrenzung in internationalen Konzernen, wobei der Schwerpunkt auf dem Konzept der formelhaften Gewinnaufteilung als Alternative zum derzeit dominierenden Fremdvergleichsgrundsatz liegt. Ziel ist es, die Eignung dieses Modells zur Lösung steuerlicher Hindernisse im EU-Binnenmarkt unter Berücksichtigung der Harmonisierungsbestrebungen der Europäischen Kommission zu bewerten.
4.1 Das Konzept der unitary taxation in den USA
Kapitalgesellschaften in den USA sind ebenfalls juristische Personen, die, analog zu Deutschland, ein eigenständiges Steuersubjekt darstellen. Der erwirtschaftete Gewinn wird bei der Kapitalgesellschaft besteuert, ebenso auf Ebene der Anteilseigner, hier jedoch im Zeitpunkt der Ausschüttung. Die Körperschaften werden aber nicht nur durch die Federal Corporate Income Tax auf Ebene des Bundes belastet, sondern zusätzlich durch die Steuer der einzelnen Bundesstaaten (State Corporate Income Tax). Dabei kann es zu Doppel- oder Mehrfachbesteuerungen kommen, wenn die Körperschaften in mehreren US-Bundesstaaten aktiv sind. Gemildert wird dieser Umstand durch die Abzugsfähigkeit der an die Bundesstaaten entrichteten Steuern von der Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage der Bundesebene. Dabei wird bei einem über die Grenzen mehrerer Bundesstaaten hinweg agierenden Konzern der Gesamtgewinn bzw. die Steuerbemessungsgrundlage zwischen den teilnehmenden Bundesstaaten durch die sog. „unitary taxation“ (einheitliche Besteuerung des konsolidierten Erfolgs) aufgeteilt. Das Konzept basiert auf dem Gedanken des unitary business (Einheitsunternehmens). Es abstrahiert von der rechtlichen Selbstständigkeit der einzelnen Konzernglieder.
Im Vordergrund der unitary taxation steht die einheitliche Ermittlung der Steuerbemessungsgrundlage und deren Aufteilung auf die Bundesstaaten. Das Verfahren der unitary taxation wird in drei Schritten angewandt. Diese sind die Festlegung des Konsolidierungskreises (unitary business), die Festlegung der einzubeziehenden Einkünfte (unitary income) und die Anwendung des Aufteilungsschlüssels (formula apportionment).
1. Einleitung: Erläutert die Problemstellung der zunehmenden Europäisierung und Globalisierung sowie die daraus resultierende Notwendigkeit der Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung in der EU.
2. Status quo der steuerlichen Einkunftsabgrenzung: Analysiert das aktuelle System der Verrechnungspreise basierend auf dem Fremdvergleichsgrundsatz und zeigt die damit verbundenen Probleme für internationale Konzerne auf.
3. Die Harmonisierungsbestrebungen der EU im Bereich der Unternehmensbesteuerung: Stellt die vier Modelle der EU-Kommission zur Schaffung einer Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage vor und diskutiert deren Vor- und Nachteile.
4. Die formelhafte Gewinnaufteilung als alternative Methode zur Einkunftsabgrenzung: Untersucht das Konzept der formelhaften Gewinnaufteilung anhand des US-amerikanischen Vorbilds sowie verschiedener Aufteilungsfaktoren und nimmt eine kritische Würdigung vor.
5. Beispielhafte Gegenüberstellung der Verrechnungspreisproblematik und der formelhaften Gewinnaufteilung: Verdeutlicht anhand eines konkreten Fallbeispiels die Auswirkungen beider Methoden auf die Steuerbelastung eines Konzerns.
6. Thesenförmige Zusammenfassung: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit in prägnanten Thesen zusammen.
Unternehmensbesteuerung, Konzernbesteuerung, Verrechnungspreise, Fremdvergleichsgrundsatz, GKKB, formelhafte Gewinnaufteilung, unitary taxation, Harmonisierung, EU-Binnenmarkt, Konsolidierungskreis, Aufteilungsfaktoren, Doppelbesteuerung, Steuerwettbewerb, Bemessungsgrundlage, Steuerbelastung.
Die Arbeit befasst sich mit der steuerlichen Einkunftsabgrenzung innerhalb von multinationalen Konzernen und analysiert, wie eine Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung innerhalb der Europäischen Union gestaltet werden kann.
Zentrale Themen sind der gegenwärtige Fremdvergleichsgrundsatz bei der Verrechnungspreisbildung, die Harmonisierungsvorschläge der EU (wie die GKKB) und die formelhafte Gewinnaufteilung als alternative Methode.
Das Ziel ist die Bewertung der formelhaften Gewinnaufteilung als Lösung für die steuerlichen Hindernisse, mit denen EU-weit agierende Konzerne aufgrund disparater nationaler Steuersysteme konfrontiert sind.
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse der theoretischen Grundlagen, der EU-Vorschläge sowie der praktischen Anwendung des unitary-taxation-Modells in den USA.
Im Hauptteil werden der Status quo der Einkunftsabgrenzung, die verschiedenen EU-Harmonisierungsmodelle, das Konzept der formelhaften Gewinnaufteilung mit seinen Aufteilungsfaktoren sowie eine beispielhafte Gegenüberstellung von Verrechnungspreisen und Gewinnaufteilung analysiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unternehmensbesteuerung, GKKB, Verrechnungspreise, formelhafte Gewinnaufteilung und Steuerwettbewerb geprägt.
Sie dient als praktisches Vorbild und Anknüpfungspunkt, um zu illustrieren, wie eine formelhafte Gewinnaufteilung in einem föderalen System funktioniert und welche Herausforderungen dabei entstehen.
Die Wahl der Faktoren (wie Lohnsumme, Umsatz oder Vermögen) bestimmt die Höhe der steuerlichen Bemessungsgrundlage pro Staat und beeinflusst damit direkt das Steueraufkommen der Mitgliedstaaten und die Anreize für Unternehmen zur Steuerplanung.
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