Bachelorarbeit, 2012
43 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Lk 16,19 – 31: Kontextanalyse
3. Formanalyse
3.1 Sprachlich-syntaktische Analyse
3.2 Semantische Analyse
3.3 Narrative Analyse
3.4 Pragmatische Analyse
4. Gattungsanalyse – ein „Beispiel“ wofür?
5. Begriffsanalyse „arm – reich“
5.1 Zur Begrifflichkeit von „arm“ im Alten Testament
5.2 Zur Begrifflichkeit von „reich“ im Alten Testament
5.3 Zur Begrifflichkeit von „arm“ und „reich“ im Neuen Testament
5.4 „Arm“ und „reich“ in der Theologie des Lukas
5.5 Rückschluss auf Gemeinde des Lukas
6. Das Lukasevangelium – Bedeutung der Perikope für das Evangelium / Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Perikope Lk 16,19-31, das Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus, um die lukanische Thematik von „Arm und Reich“ sowie die Bedingungen für den Eintritt in das Reich Gottes zu analysieren.
3.1 Sprachlich-syntaktische Analyse
Die Beispielerzählung beginnt mit einem Nominativanfang, was heißt, dass die Erzählung ohne Einleitung beginnt (vgl. 19a). Mit sparsamem Einsatz von stilistischen Mitteln werden zunächst die beiden Personen sehr lebendig dargestellt. Die Substantive „Mensch“ (19a) und „Armer“ (20a) implizieren beim Leser sofort die Vorstellung, dass hier im späteren Verlauf der Perikope „Mensch“ und „Reicher“ (21a) gleichgesetzt werden. „Die Eigenschaft wird hier zur Person.“ Durch die Auswahl von prägnanten Substantiven und Verben entsteht ein Kontrast, der sich auf die soziale Stellung, das Aussehen, die Lebensweise und den charakteristischen Lebensort bezieht. Folglich wird der Text durch die Wahl der Substantive und Verben bestimmt und geleitet. Der Kontrast zwischen dem Reichen und „Lazaros“ (20a) / Lazarus wird durch den Gebrauch von positiven und negativen Wörtern verstärkt.
Zuerst wird der Reiche mit positiven Wörtern, wie z.B. „reich“ (19a), „Purpurgewand und Feinleinen“ (19b), „feiernd täglich glänzend“ (19c), „Reichen“ (21a) und „wurde begraben“ (21e) beschrieben. Im Gegensatz dazu, wird Lazarus mit sehr negativen Wörtern, wie z.B. „Armer“ (20a), „war hingeworfen“ (20a), „geschwürig“ (20b) und „begehrend sich zu sättigen“ (20c).
Doch mit dem Tod beginnt eine Wende / Umkehr, die den Text sehr dynamisch und spannend werden lässt. Denn nun wird der Reiche mit sehr negativen Wörtern umschrieben, wie z.B. „Hades“ (23a), „Qualen“ (23b), „leide“ (24e), „Flamme“ (24e), „du aber leidest“ (25c), „Kluft“ (26a) und „Ort der Qual“ (28c). Und, als hätte der Leser es geahnt, bestimmen positive Wörter das Leben des Lazarus nach seinem Tod, wie z.B. „fortgetragen wurde von den Engeln“ (21c), „Schoß Abrahams“ (21c) und „jetzt aber wird er hier getröstet“ (25c).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Perikope Lk 16,19-31 ein und stellt die zentrale Fragestellung nach dem richtigen Umgang mit Gütern sowie dem Zugang zum Reich Gottes dar.
2. Lk 16,19 – 31: Kontextanalyse: Dieser Abschnitt ordnet die Perikope in den Zusammenhang des 16. Kapitels des Lukasevangeliums ein, welches sich intensiv mit der Thematik von Geldliebe und Gottesliebe beschäftigt.
3. Formanalyse: Eine detaillierte Untersuchung der sprachlich-syntaktischen, semantischen, narrativen und pragmatischen Strukturen der Perikope, um die Spannung und den thematischen Aufbau aufzudecken.
4. Gattungsanalyse – ein „Beispiel“ wofür?: Bestimmung der Perikope als warnende Beispielerzählung, die den Kontrast zwischen Arm und Reich zur Verdeutlichung ethischer Konsequenzen nutzt.
5. Begriffsanalyse „arm – reich“: Eine umfassende philologische Untersuchung der Begriffe im Alten und Neuen Testament sowie deren spezifische Bedeutung in der lukanischen Theologie und für die damalige Gemeinde.
6. Das Lukasevangelium – Bedeutung der Perikope für das Evangelium / Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, die bestätigt, dass der Einzug in das Reich Gottes untrennbar mit dem Handeln und dem richtigen Gebrauch von Besitz verbunden ist.
Lukasevangelium, Lazarus, Reicher Mann, Armut, Reichtum, Besitzethik, Umkehr, Nächstenliebe, Gleichnis, Beispielerzählung, Reich Gottes, Exegese, Formanalyse, Semantik, Almosengeben.
Die Arbeit analysiert das Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus (Lk 16,19-31) und untersucht die lukanische Theologie bezüglich des Verhältnisses von Armut und Reichtum.
Das Hauptthema ist der Umgang mit irdischem Besitz, die soziale Gerechtigkeit, die Notwendigkeit der Umkehr und die Konsequenzen, die sich aus dem Handeln im Diesseits für das Jenseits ergeben.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Perikope die Frage beantwortet, ob und wie ein reicher Mensch das Reich Gottes erreichen kann, und welche Rolle dabei die Nächstenliebe spielt.
Es werden eine Kontextanalyse, eine Formanalyse (unterteilt in sprachlich-syntaktische, semantische, narrative und pragmatische Analyse) sowie eine historische Begriffsanalyse der Termini „arm“ und „reich“ verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die exegetische Analyse der Perikope, die Untersuchung der Begrifflichkeit im Alten und Neuen Testament sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf die Gemeinde des Lukas.
Zentrale Begriffe sind die „arm-reich“-Thematik, das lukanische Evangelium, die moralische Umkehr und die Rolle des Besitzes in der christlichen Ethik.
Der Name Lazarus („Gott hilft“) unterstreicht, dass der Arme auf Gott angewiesen ist. Die Anonymität des Reichen macht ihn hingegen zu einer allgemeinen negativen Identifikationsfigur für alle Menschen, die ihren Reichtum missbräuchlich verwenden.
Die Brüder repräsentieren die zeitgenössischen Hörer oder Pharisäer, die noch die Möglichkeit zur Umkehr haben, sofern sie auf die Botschaft der Schriften und Propheten hören.
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