Bachelorarbeit, 2010
41 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
2 Intention des Werkes
2.1 Die Notwendigkeit eines Gottesbeweises
2.2 Annäherung oder Beweis
2.3 Die Rezipienten
2.4 Methodik
3 Die fünf Wege
3.1 Über die Bewegung
3.2 Kontingenz
3.3 Kausalbeweis
3.3.1 Beweisgang
3.3.2 Zweifel an der Kausalität
3.3.3 Die Welt ohne Ursache
3.4 Über die Stufen der Vollkommenheit
3.5 Teleologie
3.5.1 Beweisgang
3.5.2 Über die Unwahrscheinlichkeit, dass es etwas gibt
3.5.3 Über die drei großen Ordnungen
3.5.4 Ein recht-verstandener Evolutions-Glaube
3.5.5 Ein neuer Raum für Gott
3.5.6 Planlosigkeit
3.5.7 Schöpfung ohne telos
4 Der Weg zum Gott der Christen
5 Fazit: Konsequenzen aus richtiger Kosmologie und falscher Teleologie
Diese Bachelorarbeit untersucht die „fünf Wege“ (quinque viae) des Thomas von Aquin aus der „Summa contra Gentiles“ auf ihre heutige Gültigkeit vor dem Hintergrund moderner naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und kosmologischer Fragestellungen. Ziel ist es, die Beweiskraft dieser klassischen Gottesbeweise einer kritischen Prüfung zu unterziehen und das Spannungsfeld zwischen rationaler Argumentation, teleologischem Weltbild und heutigem physikalischem Wissen zu analysieren.
3.3.2 Zweifel an der Kausalität
Gott als unbewegter Beweger, als immaterielles Geisteswesen, schöpft die Welt aus dem Nichts, sofern sie endlich ist, oder bewegt sie in unendlicher Zeit, sofern sie unendlich ist. Er bringt als erste Ursache die Kausalität in die Welt ein und setzt den Startschuss für alles. Durch die Wirkungen wird selbst in weiter Zukunft die Ursache Gott noch zu spüren sein.
Diese Einsicht bereitet jedoch einige Probleme untersucht man sie mit der Brille der Kantschen Kategorienlehre. Darin stellt die ‚Kausalität und Dependenz‘ eine der drei Kategorien der Relation dar. Kant bestreitet nun nicht die Kausalität als solche, er erkennt sie sogar als Kategorie an, warnt aber gleichwohl, dass sie uns zu Fehlschlüssen verleiten kann. Im Kapitel über die ‚Paralogismen‘ zeigt Kant auf, dass die Vernunft nicht spekulativ werden kann, da sie sonst zu Fehlschlüssen gelangt.50
Nun gehört die Kausalität zu einer a priori in uns angelegten Erkenntnismatrix. Diese Kategorien der Erkenntnis dürfen gleichwohl nur auf das angewandt werden, was sie auch abbilden können, nämlich Erscheinungen (phaenomena). Kant wird ja nicht müde zu betonen, dass wir über das Ding an sich keine Aussagen machen können. Wir können das noumenon nicht beschreiben, weil wir beispielsweise den Raum als notwendige Vorstellung, der allen äußeren Anschauungen zu Grunde liegt, mitbringen.51 Wir können also tatsächlich nur Aussagen über die Dinge machen, wie sie uns erscheinen, und dies gilt im Besonderen, wenn wir Dinge mit Kategorien in Verbindung setzen. Wir dürfen also einem noumenon keine Kategorie aufbürden. Genau das erfolgt jedoch, wenn wir Gott als ersten Verursacher setzen, denn dann benutzen wir die Kausalität als Kategorie für die Beschreibung der Beziehung eines noumenons mit einem phaenomenon. Die Kausalität ist nun allerdings etwas Subjektives, das wir den Objekten aufdrängen. Wie sollte demnach Gott, außerhalb der Welt stehend und keine Materie seiend, auf die Welt einwirken können?
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Gottesbeweise bei Thomas von Aquin und Darlegung des Forschungsfokus auf die Wechselwirkung mit moderner Kosmologie.
2 Intention des Werkes: Analyse der Absicht von Thomas von Aquin, den Glauben durch Vernunft zu stützen und die Notwendigkeit sowie Methodik der Beweisführung.
3 Die fünf Wege: Ausführliche Untersuchung und philosophische Kritik der fünf klassischen Gottesbeweise unter Einbeziehung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse.
4 Der Weg zum Gott der Christen: Reflexion über die Schwierigkeit, den philosophisch erschlossenen „unbewegten Beweger“ mit dem personalen Gott der christlichen Offenbarung zu identifizieren.
5 Fazit: Konsequenzen aus richtiger Kosmologie und falscher Teleologie: Abschließende Bewertung der Beweiskraft im Lichte heutiger Wissenschaft und Diskussion der Konsequenzen für den christlichen Glauben.
Thomas von Aquin, Summa contra Gentiles, Gottesbeweise, Teleologie, Kausalität, Kosmologie, Evolutionstheorie, unbewegter Beweger, Vernunft und Glaube, Entropie, Schöpfungsglaube, Naturwissenschaft, Philosophie, Gottes Existenz, Quantenmechanik.
Die Arbeit analysiert die klassischen „fünf Wege“ des Thomas von Aquin zur Existenz Gottes und setzt diese in den Kontext moderner naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, insbesondere der Kosmologie und Evolutionsbiologie.
Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen mittelalterlicher Metaphysik und zeitgenössischer Physik. Themen sind unter anderem Kausalität, Teleologie (Zweckgerichtetheit), die Entwicklung des Universums (Urknall) sowie die Evolutionstheorie.
Das Ziel ist es, die logische Stärke und Evidenz der Thomasischen Beweise durch eine moderne „Probierstein-Methode“ kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob sie den heutigen physikalischen Weltbildern standhalten.
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-kritische Methode, kombiniert mit einer Analyse der Sekundärliteratur, um die thomistische Argumentation formallogisch zu hinterfragen und ihr moderne naturwissenschaftliche Befunde gegenüberzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der fünf Beweise: Bewegung, Kontingenz, Kausalität, Vollkommenheitsstufen und Teleologie, wobei insbesondere die teleologischen Argumente eingehend diskutiert werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gottesbeweise, Kausalität, Kosmologie, Teleologie, Evolution, Vernunft und Schöpfung geprägt.
Der Autor diskutiert den „recht verstandenen Evolutionsglauben“, kommt jedoch zu dem Schluss, dass die moderne Naturwissenschaft – insbesondere durch das Prinzip des blinden Zufalls – die teleologische Sichtweise des Thomas von Aquin stark unter Druck setzt.
Die Arbeit konstatiert, dass der philosophisch hergeleitete „erste Beweger“ nur schwer mit dem biblischen Gottesbild in Einklang zu bringen ist, da er nur eine abstrakte Ursache und keinen persönlichen, heilsgeschichtlich wirkenden Gott darstellt.
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