Magisterarbeit, 2011
116 Seiten
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Relevanz der Untersuchung
1.2 Theorie, Methodik und Aufbau der Arbeit
1.3 Literaturlage und Forschungsstand
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Die Entwicklung der Rollentheorie
2.2 Zur theoretischen Grundlage der Untersuchung
2.3 Theoretische Eingrenzung und Abgrenzung der Rollentheorie
2.3.1 Einordnung der Rollentheorie in das Theoriespektrum der Internationalen Beziehungen
2.3.2 Abgrenzung der Rollentheorie
3. Methodik
3.1 Auswahl des Politikfeldes
3.2 Eingrenzung der Untersuchungsländer
3.3 Hypothesenauswahl
3.4 Konzeptspezifikation
3.4.1 Begriffsdefinitionen
3.4.2 Indikatorenauswahl
3.5 Auswahl des Vergleichsdesigns
3.6 Fallauswahl
3.6.1 Kontextvariablen
3.6.2 Die Ausrichtung der national role conceptions Brasiliens und Südafrikas
4. Die Entwicklungszusammenarbeit Brasiliens und Südafrikas
4.1 Brasiliens Entwicklungszusammenarbeit
4.1.1 Brasilien als „neuer“ Geber in der Entwicklungszusammenarbeit
4.1.2 Der Aufbau der Entwicklungszusammenarbeit Brasiliens
4.1.3 Die Verteilung der brasilianischen Entwicklungszusammenarbeit
4.2 Südafrikas Entwicklungszusammenarbeit
4.2.1 Südafrika als „neuer“ Geber in der Entwicklungszusammenarbeit
4.2.2 Der Aufbau der Entwicklungszusammenarbeit Südafrikas
4.2.3 Die Verteilung der südafrikanischen Entwicklungszusammenarbeit
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern das außenpolitische Selbstverständnis („national role conception“) sogenannter „neuer“ Geberländer (Brasilien und Südafrika) einen Einfluss auf die regionale oder überregionale Ausrichtung ihrer Entwicklungszusammenarbeit hat.
Die Entwicklung der Rollentheorie
Die Ursprünge des sozialwissenschaftlichen Konzepts der Rollentheorie, welches auf die Erklärung individuellen Verhaltens abzielt (Kirste/ Maull 1996: 284), liegen in den Disziplinen der Sozialpsychologie, der Soziologie sowie der Anthropologie (Harnisch 2011: 7). Setzte die Entwicklung erster rollentheoretischer Konzepte zwar bereits Ende des 19. Jahrhunderts ein beginnt die umfassende Auseinandersetzung mit diesem Konzept erst Mitte der 1940er Jahre. Als Ausgangspunkt gelten hier die Studien des US-amerikanischen Kulturantrophologen Ralph Linton. Dieser spricht im Jahr 1945 erstmals von in Gesellschaften existierenden Positionen, die einen bestimmten Satz kultureller Muster umfassen, welcher nicht durch den Austausch der, die Position innehabenden, Person verändert wird (Abels 2004: 109). Weitere grundlegende Studien folgen insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren, wie in der Soziologie zum Beispiel durch Talcott Parsons und Robert K. Merton (Abels 2004: 110).
Abhängig von der jeweiligen sozialwissenschaftlichen Disziplin treten verschiedene Aspekte und Ebenen des Rollenbegriffs in den Vordergrund. So steht für Forscher aus dem Fachbereich der Soziologie die Analyse kollektiver Erwartungen an bestimmte Personengruppen innerhalb einer Gesellschaft oder einer Gruppe im Mittelpunkt der Untersuchungen, wohingegen sich Sozialpsychologen mit dem aus Ansprüchen der Außenwelt beziehungsweise der Person selbst resultierenden individuellen Verhalten einer Person beschäftigen (Gaupp 1983: 21). Während sich dabei Makro-Soziologen und Anthropologen des rollentheoretischen Konzepts für Studien auf der Makroebene, das heißt über gesamtgesellschaftliche Strukturen, bedienten, nutzen Mikrosoziologen und Psychologen rollentheoretische Ansätze für Verhaltensstudien von Kleingruppen und Individuen, also Studien auf der Mikroebene (Walker 1992: 21).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der „neuen“ Geberländer ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss der nationalen Rollenkonzeption auf das Geberverhalten.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Rollentheorie, ihre sozialwissenschaftlichen Ursprünge und ihre Anwendung in der Außenpolitikanalyse.
3. Methodik: Hier werden das Politikfeld, die Auswahl der Untersuchungsländer (Brasilien und Südafrika), die Hypothesenbildung sowie das methodische Design der Inhaltsanalyse dargelegt.
4. Die Entwicklungszusammenarbeit Brasiliens und Südafrikas: Dieses Kapitel untersucht die Organisation und die tatsächliche Mittelvergabe der beiden Geberländer und prüft die aufgestellte Hypothese anhand der erhobenen Daten.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Hypothese vorläufig und diskutiert die Bedeutung der Erkenntnisse für die internationale Entwicklungszusammenarbeit.
Rollentheorie, Entwicklungszusammenarbeit, Brasilien, Südafrika, neue Geber, Geberverhalten, nationale Rollenkonzeption, Außenpolitikanalyse, Mittelvergabe, Internationale Beziehungen, Vergleichsstudie, konstruktivistische Ansätze, regionale Ausrichtung, technische Zusammenarbeit, finanzielle Zusammenarbeit.
Die Arbeit untersucht, ob die außenpolitische Selbstwahrnehmung (Rollenkonzeption) von Brasilien und Südafrika erklärt, warum und an wen diese Länder Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit vergeben.
Die zentralen Themen sind Rollentheorie, die Rolle von sogenannten „emerging donors“ (neuen Gebern) und die empirische Analyse ihrer Außen- und Entwicklungspolitik.
Die Forschungsfrage lautet: „Hat die Ausrichtung der national role conception Einfluss auf die Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit eines neuen Gebers?“
Die Autorin nutzt ein deduktives Vorgehen mit einem „most similar case design“ sowie eine quantitative Inhaltsanalyse von UN-Reden der Staatspräsidenten zur Bestimmung der nationalen Rollenkonzeption.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung, die methodische Spezifikation und die praktische Untersuchung Brasiliens und Südafrikas hinsichtlich ihrer institutionellen EZ-Struktur und regionalen Mittelverteilung.
Die wichtigsten Begriffe sind Rollentheorie, Entwicklungszusammenarbeit, Brasilien, Südafrika, neue Geber und regionale Ausrichtung.
Die Analyse der UN-Reden ergab, dass Brasilien in den Jahren 2003 bis 2008 eher nicht-regional agierte, während Südafrika eine klare regionale (afrikanische) Ausrichtung in seiner Rollenkonzeption zeigte.
Die Untersuchung bestätigt die Hypothese: Südafrikas regional ausgerichtete Rollenkonzeption korrespondiert mit einer regionalen Ausrichtung seiner Entwicklungszusammenarbeit, während Brasiliens nicht-regionale Rollenkonzeption mit einer nicht-regionalen Verteilung seiner Mittel einhergeht.
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