Bachelorarbeit, 2011
46 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Organisationale Legitimität
2.1 Legitimitätsbegriff im Kontext der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie
2.2 Dimensionen organisationaler Legitimität
2.3 Beziehungsgefüge der Dimensionen
3 Kognitive organisationale Legitimität – Konzept und Messung
3.1 Konzeptualisierung der kognitiven Legitimität
3.2 Problematik der Operationalisierung
3.3 Entwicklung eines Kategoriensystems
3.4 Analyse der Messansätze
3.4.1 Analyse des Messansatzes auf Basis der Populationsökologie
3.4.2 Analyse des Messansatzes auf individueller Ebene
3.4.3 Analyse des Messansatzes auf Basis der Sekundärforschung
3.5 Zusammenfassung und Gegenüberstellung der Messansätze
3.6 Rückschlüsse auf das Konzept der kognitiven Legitimität
4 Resümee und Ausblick auf die zukünftige Forschung
Diese Arbeit zielt darauf ab, den theoretisch unterrepräsentierten Begriff der kognitiven organisationalen Legitimität zu präzisieren, bestehende Operationalisierungsansätze kritisch zu analysieren und deren Eignung für die Messung in der Praxis zu systematisieren.
3.1 Konzeptualisierung der kognitiven Legitimität
Wie bereits in Kap. 2.1 beschrieben, basiert der Erfolg bzw. die Existenz einer Organisation auf deren Wahrnehmung durch die Anspruchsgruppen. Die Ordnung und Systematisierung dieser Wahrnehmungen erfolgt mittels kognitiver Prozesse (Bonazzi, 2008, S. 331). Nach Scott (1995, S. 41) werden diese kognitiven Prozesse wesentlich von den kulturellen Rahmenbedingungen beeinflusst. Der kulturelle Bezugsrahmen umfasst die von der Gesellschaft aufgestellten Annahmen über Normen, Werte und Überzeugungen (Johnson, 2006, S. 57). Die Gesellschaft bietet den Individuen unter Berücksichtigung des kulturellen Bezugsrahmens sozial konstruierte kognitive Modelle bzw. Skripte zur Erfassung und Deutung der auf sie einwirkenden Informationen (s. Kap. 2.2). Die Modelle werden von den Individuen der Gesellschaft als selbstverständlich aufgenommen und angewandt (Scott, 1994, S. 81; Walgenbach & Meyer, 2008, S. 60). Sie zeigen ihnen nicht nur, wie sie die Welt zu sehen haben, wer sie selbst sind und welche Rolle sie in dieser Welt einnehmen (Zimmerman & Zeitz, 2002, S. 420), sondern auch, wie sich die Wirklichkeit konstituiert (Scott, 1995, S. 40) und wer Bestandteil dieser Wirklichkeit sein darf (Ruef & Scott, 1998, S. 879).
Wenn es einer Organisation gelingt, bei ihren Anspruchsgruppen als sinnvoll und verständlich zu erscheinen, wird sie akzeptiert und ihr kognitive Legitimität zugesprochen (s. Kap. 2.2; Brinkerhoff, 2005, S. 4). Sinnvoll sind für die Anspruchsgruppen all jene Informationen, welche sie mit ihren kognitiven Modellen erfassen und kategorisieren können (Kostova & Zaheer, 1999, S. 75). Aufgabe der Organisation ist es daher, sich bei ihren Anspruchsgruppen bekannt zu machen und ihnen Wissen über ihre Routinen, Strukturen, Produkte und Strategien zu vermitteln (Aldrich & Fiol, 1994, S. 648, Aldrich & Martinez, 2005, S. 368).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die existenzielle Bedeutung organisationaler Legitimität ein, identifiziert das Forschungsdefizit im Bereich der kognitiven Dimension und legt die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.
2 Organisationale Legitimität: Dieses Kapitel bettet den Legitimitätsbegriff in die neoinstitutionalistische Organisationstheorie ein und differenziert zwischen verschiedenen Dimensionen sowie deren Beziehungsgefüge.
3 Kognitive organisationale Legitimität – Konzept und Messung: Hier erfolgt die zentrale theoretische Konzeptualisierung der kognitiven Legitimität sowie eine kritische Analyse der bestehenden Messansätze anhand eines entwickelten Kategoriensystems.
4 Resümee und Ausblick auf die zukünftige Forschung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und identifiziert Ansatzpunkte für weiterführende empirische Studien.
Kognitive Legitimität, Organisationale Legitimität, Neoinstitutionalismus, Operationalisierung, Messansätze, Anspruchsgruppen, Wissensmanagement, Populationsökologie, Legitimierungsstrategien, Soziokulturelle Umwelt, Isomorphie, Selbstverständlichkeit, Unternehmensführung, Forschungsmethodik, Empirische Analyse
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kognitiven Dimension organisationaler Legitimität, ihrer theoretischen Einordnung und der systematischen Untersuchung, wie diese in der wissenschaftlichen Forschung gemessen werden kann.
Die zentralen Themenfelder umfassen die neoinstitutionalistische Organisationstheorie, die Differenzierung von Legitimitätsdimensionen, den Zuschreibungsprozess durch Anspruchsgruppen sowie die kritische Aufarbeitung empirischer Messmethoden.
Das primäre Ziel ist es, den Begriff der kognitiven Legitimität theoretisch zu konzeptualisieren sowie den Stand der Forschung zur Messung dieser Dimension kritisch aufzuarbeiten und zu systematisieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Entwicklung eines Kategoriensystems, mit dessen Hilfe 17 empirische Studien hinsichtlich ihrer Operationalisierungsweise und Ergebnisse systematisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Konzeptualisierung (Zuschreibungsprozesse), der Problematik der Messbarkeit sowie der Analyse von drei spezifischen Messansätzen: der Populationsökologie, individueller Befragungen und der Sekundärforschung.
Die wichtigsten Begriffe sind Kognitive Legitimität, Operationalisierung, Anspruchsgruppen, neoinstitutionalistische Organisationstheorie und empirische Messansätze.
Anspruchsgruppen sind entscheidend, da kognitive Legitimität durch deren Wahrnehmung und subjektive Interpretation von Informationen über eine Organisation entsteht und existiert.
Die Selbstverständlichkeit stellt die höchste Ausprägung dar, bei der Handlungen einer Organisation als Teil der sozialen Umwelt nicht mehr hinterfragt werden, während Verständlichkeit lediglich die kognitive Einordnung ermöglicht.
Die Messung ist komplex, da es sich um ein subjektives Konstrukt handelt, das nicht direkt beobachtbar ist und sich bei den Anspruchsgruppen teils unbewusst vollzieht.
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