Masterarbeit, 2006
75 Seiten, Note: 2,0
0. EINLEITUNG
0.1. Motivation, Problematik und Ziel
0.2. Methodisches Vorgehen und Aufbau
1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1.1 Zur Bedeutung der Begriffe Tiefen- und Oberflächenstruktur in der Satzanalyse
1.2 Zum Begriff Text in der linguistischen Forschung
1.3 Zum Forschungsstand: Sprachökonomie in der Linguistik
2. KONDENSIERTE FORMEN IM DEUTSCHEN
2.1 Vorbemerkung
2.2 Komprimierte Formen in der Wortbildung
2.2.1 Komposita
2.2.2 Einige kompakte Derivate
2.2.2.1 Derivate auf –chen, -lein, und –bar
2.2.2.2 Derivate mit den Präfixen ver- und zer-
2.2.2.3 Nomina propria auf –s, -sche, und –er und Appellativa auf –Innen und –and.
2.2.3 Abkürzungen
2.2.4 Umbildungen
2.2.5 Die Univerbierung
2.3 Nominalisierungsprozesse in der Phrasenbildung
2.3.1 Die erweiterte Nominalphrase
2.3.2 Satzäquivalente Präpositionalphrasen
2.3.2.1. Präpositionalphrase als Objekt
2.3.2.2. Präpositionalphrase als Adverbialbestimmung
2.4 Partizipialkonstruktionen als sprachökonomische Mittel
2.5 Verblose clauses als sprachökonomische Mittel.
2.6 Sprachkökonomie und Modalität
2.6.1 Modalverben wollen und sollen als sprachökonomische Mittel
2.6.2 Modalwörter als sprachökonomische Mittel
2.6.3. Modalpartikeln als Satzäquivalente
2.6.3.1. Die unbetonte ja
2.6.3.2. Die betonte Ja
2.6.3.3. Die Partikel aber
2.6.4. Der Konjunktiv als kompakte Struktur zum Ausdruck von Wunsch, Hypothese, Aufforderung und Distanz.
2.6.5. Komprimierte Formen des Imperativs
2.7. Antwortpartikeln und Interjektionen in Texten
2.8. Elliptische Bildungen als sprachökonomische Strategie im Sprachgebrauch
2.8.1 Zum Begriff der Ellipse
2.8.2 Ellipsenarten nach Mode und Kürschner
2.8.2.1 Zur Koordinationsellipse
2.8.2.2 Zur Adjazenzellispse
2.8.2.3 Zu den Textsortenellipsen
2.8.2.4 Zu den festen Ausdrücken
2.8.2.5 Zu den Aufschriften
2.8.2.6 Zu den lexikalischen Ellipsen
2.9. Implikativer Ausdruck als komprimierende Struktur
2.9.1. Begriffsbestimmung
2.9.2 Wissensbestände zum Verstehen und Interpretieren der implikativen Ausdrücke
2.9.3. Präsupposition als Grundlage des implikativen Ausdrucks
2.9.3.1 Sprachwissengebundene Präsuppositionen
2.9.3.2 Situations- und handlungswissensgebundene Präsuppositionen
2.9.3.3 Weltwissengebundene Präsuppositionen
2.9.3.4 Kulturwissengebundene Präsuppositionen
3. EXKURS: SPRACHÖKONOMIE ZWISCHEN LINGUISTIK UND SEMIOTIK
3.1. Linguistik und Semiotik
3.2 Sprachökonomie aus der semiotischen Perspektive
3.3. Ikone und nichtsprachliche Symbole als Sprachersatz in der Alltagskommunikation
4. ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen der Sprachökonomie in der deutschen Gegenwartssprache durch eine empirische Fallstudie zu analysieren, um Mechanismen aufzuzeigen, die eine ökonomische Kommunikation sowie ein adäquates Verständnis komprimierter Texte ermöglichen.
2.2.2.1 Derivate auf –chen, -lein, und –bar
Die Suffixe –chen und –lein machen Derivate zu Diminutiva, weil sie Derivationsaffixe oder Derivateme mit diminutiver Bedeutung sind. Mit anderen Worten: Mit den Suffixen –chen und –lein wird die Bedeutung klein (etwas ist klein) hervorgehoben. So kann man ausgehend von dieser Bedeutung Diminutiva auf –chen und –lein mit den Strukturen Adj.+ Subst. oder Subst. + Relativsatz paraphrasieren. Man vergleiche:
B11: „In einer Hütte in Afrika lag Carlitos in seinem Bettchen“ (Erwachet 2004, 3)
WS
Bett + chen
⇒ Para 1: In einer Hütte in Afrika lag Carlitos in seinem kleinen Bett.
Para 2: In einer Hütte in Afrika lag Carlitos in seinem Bett, das klein war.
B12: „Bächlein kleiner Bach“ (Wahrig 1997, 245).
WS
Bach + Umlaut (´´) + lein
⇒ Para 1: kleiner Bach
Para 2: Bach, der klein ist.
Das Suffix –bar bringt die Möglichkeit bzw. Machbarkeit einer Tatsache zum Ausdruck. Zur Veranschaulichung sei an dieser Stelle ein Beispiel aus Helbig/Buscha (1986, 505) angegeben:
B13: „[...] Deshalb sind sie [Modalwörter] nicht negierbar, komparierbar und kaum koordinierbar.“
Modalwörter sind nicht negierbar
Modalwörter sind nicht komparierbar
Modalwörter sind kaum koordinierbar
Wichtig zu präzisieren ist, dass die adjektivische Struktur Verbstamm + bar eine bestimmte Prädikation enthält, nämlich den durch das Verb (dessen Stamm erster Teil des Adjektivs ist) beschriebenen Vorgang/Sachverhalt + Sem möglich bzw. machbar.
Das heißt: Der Satz Modalwörter sind nicht negierbar enthält folgende Prädikation:
- Negieren von Modalwörtern: nicht möglich
- Negieren von Modalwörtern: nicht machbar
0. EINLEITUNG: Dieser Teil definiert das Forschungsziel, die Fragestellungen und das methodische Vorgehen der Untersuchung im Bereich der Sprachökonomie.
1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Hier werden die zentralen linguistischen Begriffe wie Tiefen- und Oberflächenstruktur, Textbegriff und der Forschungsstand zur Sprachökonomie erläutert.
2. KONDENSIERTE FORMEN IM DEUTSCHEN: Das umfangreichste Kapitel beschreibt detailliert verschiedene sprachökonomische Strategien, darunter Wortbildungen, Phrasen- und Satzstrukturen.
3. EXKURS: SPRACHÖKONOMIE ZWISCHEN LINGUISTIK UND SEMIOTIK: Dieser Abschnitt erweitert das Thema um eine semiotische Perspektive, indem der Einsatz von nicht-sprachlichen Zeichen und Symbolen als Sprachersatz untersucht wird.
4. ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und weist auf weiterführende Forschungsfragen im Bereich der Sprachökonomie hin.
Sprachökonomie, Kondensierung, Wortbildung, Syntax, Semantik, Ellipse, Implikativum, Präsupposition, Modalität, Textlinguistik, Semiotik, Komposita, Derivate, Sprachwandel, Kommunikation
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Sprachökonomie in der deutschen Gegenwartssprache und analysiert, wie komplexe Inhalte durch verschiedene Mechanismen sprachlich verkürzt oder kondensiert werden.
Die Untersuchung deckt die Wortbildung (z.B. Komposita, Derivate), Phrasen- und Satzstrukturen (z.B. erweiterte Nominalphrasen, Partizipialkonstruktionen), Modalität, Ellipsen und implikative Ausdrucksweisen ab.
Das Ziel ist es, die Vielfalt kondensierter Formen im heutigen Deutsch zu erfassen, deren Strukturen zu bestimmen und aufzuzeigen, wie diese sprachökonomischen Mittel zur Komprimierung von Informationen beitragen.
Es handelt sich um eine beschreibende linguistische Analyse, die auf authentischen Beispielen aus aktuellen Schriften basiert und diese durch Zerlegungs- und Paraphrasierungsversuche dekomponiert und rekonstruiert.
Im Hauptteil werden systematisch die unterschiedlichen Stufen der Sprachökonomie untersucht, von der Wortbildung über komplexe Nominalphrasen und Ellipsen bis hin zu implikativen Ausdrücken, die ein tieferes Kontextwissen für das Verständnis erfordern.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Sprachökonomie, Kondensierung, Textlinguistik, Ellipse und Präsupposition charakterisieren.
Der Autor versteht darunter sprachliche Ausdrucksweisen, die durch verschiedene Strategien (wie Wortbildung, Ellipsen oder nominale Erweiterungen) eine inhaltliche Verdichtung erreichen, sodass Informationen kompakter als in expliziten Formulierungen vermittelt werden.
Dem Kontext wird eine zentrale Rolle zugeschrieben, da besonders bei elliptischen und implikativen Ausdrücken die korrekte Rekonstruktion der Bedeutung ohne ein Einbeziehen von Situations-, Handlungs-, Welt- und Kulturwissen nicht möglich wäre.
Diese Unterscheidung ist relevant, um zu verstehen, dass Sprachökonomie kein "schlechtes" Deutsch darstellt, sondern eine legitime Strategie der Kommunikation ist, die je nach situativem Bedarf (Effizienz vs. Klarheit) bewusst eingesetzt wird.
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