Seminararbeit, 2008
8 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
1. Leben
2. Wirken
3. Felix Mendelssohn Bartholdy und das Judentum
Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Wirken des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy unter besonderer Berücksichtigung seiner jüdischen Herkunft und deren Einfluss auf seine persönliche Identität sowie seine historische Rezeption.
3. Felix Mendelssohn Bartholdy und das Judentum
Schon ein Blick auf den Stammbaum von Felix Mendelssohn Bartholdy zeigt, dass seine Vorfahren und seine Familiengeschichte prägend für sein Selbstverständnis gewesen sein müssen. Der Großvater Moses Mendessohn spielte zusammen mit Gotthold Ephraim Lessing und Christoph Friedrich Nicolai eine wichtige Rolle im Zuge der Aufklärung und ebnete mit seinem Schaffen erst den Weg der bürgerlichen Emanzipation der Juden als soziale Gruppe in Deutschland. Sein Vater Abraham war als Bankier tätig und schuf das Bankhaus Mendelssohn. Das Verhältnis der Familie zum Judentum allgemein war jedoch sehr zwiespältig. Vier von sechs Kindern Moses Mendelssohns traten aus verschiedenen Gründen zum Christentum über, andere Nachkommen folgten teilweise in späteren Generationen.
Zur Religiosität Mendelssohn Bartholdys macht sein Freund, der Dessauer Theologe Julius Schubring, 1866 folgende Aussage: „Mendelssohns Charakter lag eine tiefe Religiosität zu Grunde. […] Freilich auch zu dessen Gottesdienst ging er nicht viel. Wenn ich aber daran denke, mit welchem religiösen Ernst er seine Kunst auffaßte [sic!], dass [sic!] ihm deren Ausübung immer wie ein Gottesdienst war.“ Natürlich ist hier die Rede vom Christentum, denn Mendelssohn Bartholdy war protestantisch getauft. Sein Verhältnis zum Judentum war somit vorrangig familiär geprägt. Meist bedingt durch das von den meisten Mitgliedern der Familie vertretene Streben nach Assimilation, wurde auch der Familienname mehrmals geändert: So nahm Abraham für sich und seine Familie nach der Taufe 1822 den zusätzlichen Nachnamen „Bartholdy“ an, den auch sein Schwager Jakob Ludwig Salomon, in Bezug auf eine mit der Familie verbundenen Meierei, mit seinem Übertritt zum Christentum angenommen hatte.
1. Leben: Dieser Abschnitt bietet eine biografische Übersicht über die Kindheit, Ausbildung, beruflichen Stationen und den Tod von Felix Mendelssohn Bartholdy.
2. Wirken: Dieses Kapitel beleuchtet das musikalische Erbe Mendelssohns, seine produktive Schaffenskraft in verschiedenen Disziplinen sowie die spätere gesellschaftliche Rezeption seiner Person.
3. Felix Mendelssohn Bartholdy und das Judentum: Das Kapitel analysiert das Selbstverständnis des Künstlers vor dem Hintergrund seiner jüdischen Herkunft, der familiären Assimilation und der späteren ideologischen Instrumentalisierung durch den Antisemitismus.
Felix Mendelssohn Bartholdy, Moses Mendelssohn, Musikgeschichte, Judentum, Assimilation, Protestantismus, Romantik, Komponist, Biografie, Rezeption, Antisemitismus, Identität, Familiengeschichte, 19. Jahrhundert, Deutschland.
Die Arbeit befasst sich mit der Biografie von Felix Mendelssohn Bartholdy und untersucht dabei kritisch die Rolle seiner jüdischen Abstammung in Bezug auf sein Leben, sein Selbstverständnis und seine historische Wahrnehmung.
Zentrale Themen sind die musikalische Karriere Mendelssohns, die Assimilationsgeschichte der Familie Mendelssohn sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Strömungen wie der Aufklärung und des späteren Antisemitismus auf den Künstler.
Ziel ist es zu klären, welchen Stellenwert die jüdische Herkunft für Mendelssohn persönlich hatte und inwiefern sie seine Identität oder sein Werk beeinflusste beziehungsweise durch spätere Rezeptionen konstruiert wurde.
Der Autor nutzt eine historisch-biografische Analyse, die auf der Auswertung von Briefwechseln, zeitgenössischen Biografien und wissenschaftlicher Fachliteratur basiert.
Im Hauptteil werden Mendelssohns Lebensstationen, sein künstlerischer Werdegang als Komponist und Dirigent sowie sein komplexes Verhältnis zur jüdischen Religion und Tradition dargelegt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Assimilation, Emanzipation, Identität, religiöser Kontext und die historische Rezeption des 19. Jahrhunderts.
Der Beiname wurde anlässlich der Taufe zum Christentum durch den Vater Abraham hinzugefügt, um die Assimilation der Familie in die bürgerliche christliche Gesellschaft Deutschlands zu unterstreichen.
Zu seinen Lebzeiten thematisierte Mendelssohn seine Herkunft kaum und fühlte sich als Deutscher; erst nach seinem Tod wurde er durch antisemitische Pamphlete, etwa von Richard Wagner, posthum als Jude diskreditiert.
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