Seminararbeit, 2012
25 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Geschichte der Eisenbahn
3. Kopfbahnhöfe
3.1. Geschichte
3.2. Bahnhof
3.3. Funktion
4. Pariser Bahnhöfe
4.1. Gare du Nord
4.2. Gare de l’Est
5. Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Einführung der Eisenbahn und deren tiefgreifenden Einfluss auf die Stadtstruktur von Paris, wobei ein besonderer Fokus auf der architektonischen und funktionalen Entwicklung der großen Kopfbahnhöfe liegt.
3.3. Funktion
Der Kopfbahnhof wirkt wie eine Schleuse. Seine Funktion ist, zwei sehr verschiedene Arten von Verkehr und Verkehrsraum miteinander zu vermitteln, den Verkehrsraum der Stadt und den der Eisenbahn. Auf der einen Seite ist er, in seinem klassizistischen steinernen Empfangsgebäude, Teil der Bahnhalle, ganz und gar Funktion des „industriellen“ Bereichs der Eisenbahn. In dieser Doppelgesichtigkeit hat sich die Schleuse-oder Transformatoren-Funktion des Bahnhofs ihren architektonischen Ausdruck geschaffen. Der Reisende, der sich von der Stadt durch Empfangsgebäude in die Bahnhalle begibt, macht im Durchmessen dieser qualitativ verschiedenen Räume einen Vorgang der Raumvergrößerung oder sogar Industrialisierung durch. Er verlässt die – um die Mitte des 19. Jahrhunderts noch vergleichsweise heimelige – urbane Räumlichkeit der Stadt und wird durch den Bahnhofsraum für den industriellen Raum der Eisenbahn konditioniert.
Der ankommende Reisende macht entsprechend einen Vorgang der Raum-Intimisierung durch. Der grenzen und formlose Raum der Eisenbahnreise erhält in der Bahnhalle, in die der Zug einfährt, wieder eine erste Begrenzung und verkleinert sich weiter in der traditionellen Steinarchitektur des Empfangsgebäudes. Damit wird ein kontinuierlicher Übergang in die urbane Räumlichkeit der Stadt geschaffen. Diese Funktion der Raumformation des Bahnhofs hat Richard Lucae im Sinn, wenn er die Bahnhalle auf abfahrende und auf ankommende Reisende ausübe. Der Raum der Bahnhalle, sagt Lucae: „Wird mit seiner gegen die Welt gekehrten völlig offenen Seite in Gegensatz zu den geschlossenen Räumen der Stadt einen unbehaglichen und sogar einen wüsten Eindruck machen können. Den aber, der von draußen kommt, kann die mächtige Halle im Vergleich zu den unbegrenzten Raume, durch den ihn meilenweit eben die Räder getragen habe, mit der steinernen festen Umschließung und dem weitgespannten schützender Dache trotz der gewaltigen Dimensionen – die ersten Momente wenigstens – geradezu traulich berühren.“
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die revolutionäre Wirkung der Eisenbahn auf das Raum-Zeit-Verständnis im 19. Jahrhundert und definiert die Forschungsfrage bezüglich der städtebaulichen Integration von Bahnhöfen in Paris.
2. Geschichte der Eisenbahn: Dieses Kapitel zeichnet die Anfänge des Eisenbahnbaus in England und Frankreich nach und beleuchtet die langsame Etablierung staatlich regulierter Eisenbahnsysteme.
3. Kopfbahnhöfe: Hier wird die Typologie des Kopfbahnhofs als architektonische Lösung für stadtnahe Endpunkte sowie dessen Funktion als Vermittler zwischen urbanem und industriellem Raum analysiert.
4. Pariser Bahnhöfe: Anhand der Fallbeispiele Gare du Nord und Gare de l’Est wird die bauliche Umsetzung und städtebauliche Bedeutung spezifischer Pariser Kopfbahnhöfe detailliert untersucht.
5. Schlussfolgerung: Das abschließende Kapitel resümiert die Rolle der Bahnhöfe als neue Verkehrsknotenpunkte und zeigt auf, wie sie die städtische Erschließung und das Straßenbild nachhaltig geprägt haben.
Eisenbahn, Architekturgeschichte, Kopfbahnhof, Paris, Gare du Nord, Gare de l'Est, Industrialisierung, Stadtplanung, Verkehrsarchitektur, 19. Jahrhundert, Raumformation, Infrastruktur, Jakob Ignaz Hittorff, Städtebau, Transitorische Bauten
Die Arbeit behandelt die architektonische und funktionale Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur in Paris im 19. Jahrhundert, mit Fokus auf die Gestaltung und Bedeutung von Kopfbahnhöfen.
Zentrale Themenfelder sind die Geschichte der Eisenbahn, die Typologie des Kopfbahnhofs, die architektonische Gestaltung von Bahnhöfen sowie deren Auswirkungen auf die städtische Struktur von Paris.
Die zentrale Frage ist, welchen Einfluss die Erfindung der Eisenbahn auf die Stadt Paris hatte und wie sich die Bahnhöfe architektonisch und funktional in den städtischen Raum eingliederten.
Es handelt sich um eine architekturgeschichtliche Analyse, die historische Fachliteratur auswertet und die Bauweise konkreter Pariser Bahnhofsobjekte untersucht.
Der Hauptteil befasst sich mit der Geschichte der Eisenbahn, der funktionalen Analyse des Kopfbahnhof-Typs sowie einer detaillierten Vorstellung des Gare du Nord und des Gare de l'Est.
Wichtige Begriffe sind Kopfbahnhof, Paris, Eisenbahnarchitektur, städtische Integration, Raumtransformation und das 19. Jahrhundert.
Der Autor verwendet den Begriff, um die vermittelnde Funktion des Bahnhofs zwischen dem industriellen Eisenbahnraum und der urbanen Räumlichkeit der Stadt zu beschreiben.
Der Gare du Nord gilt als ein monumentales Werk, das trotz seines historistischen Fassadendekors eine rational konstruierte Eisen-Glas-Halle verbirgt, was eine architektonische Novität darstellte.
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