Masterarbeit, 2011
93 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Johanna Eys Bedeutung für den progressiven Kunstmarkt und die lokalen Künstler
2.1 Die Stadt Düsseldorf und Johanna Ey zu Beginn des 20. Jh.
2.2 Die Position des Jungen Rheinlands in Düsseldorf
2.3 Johanna Eys Weg zur „neuen Kunst“: Eine Kämpferin und Galeristin für den Ey-Kreis und Das Junge Rheinland?
2.4 Der Kampf der Düsseldorfer Kunstszene in den 1920er Jahren: Wie Das Junge Rheinland zum Ey kam
2.5 Johanna Ey als Mäzenin des Jungen Rheinlands
2.6 Otto Dix, seine Kunsthändler und ihre Porträts
2.7 Düsseldorf, die Künstler und Johann Ey in den „Goldnen Zwanzigern“
3. Alfred Flechtheims Bedeutung für den Düsseldorfer Kunstmarkt und Deutschland
3.1 Alfred Flechtheims Weg zum Galeristen und seine Reputation in Düsseldorf
3.2 Auf dem Düsseldorfer Kunstmarkt der Zwischenkriegszeit: Flechtheims Innovationen, Geschmacksvermittlung und die Düsseldorfer Kunstszene
3.4 Der letzte Akt der Düsseldorfer Galerie-Pioniere
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den Legendenstatus der Düsseldorfer Galeristin Johanna Ey und ordnet deren tatsächliche Rolle sowie die des Kunstmarktes im Kontext der Moderne und der rheinischen Avantgarde neu ein. Im Fokus steht dabei insbesondere die Auseinandersetzung mit der Künstlergruppe „Das Junge Rheinland“ und der Vergleich mit dem konträren Galeristentypus Alfred Flechtheim.
2.3 Johanna Eys Weg zur „neuen“ Kunst: Eine Kämpferin und Galeristin für den Ey-Kreis und Das Junge Rheinland?
Mit der Hilfe des Bilderrestaurators Joseph Spinnrath und Kontakten zur Akademie eröffnete Johanna Ey 1916 ihre erste Kunsthandlung. Nur 25 Mark Miete zahlte sie für ihren Laden in bester Lage. Im Angebot hatte sie Werke der Düsseldorfer Malerschule, die ihr auf Kommission geliefert wurden, und Bilder, die ihr Eduard von Gebhardt, auch ihre Excellenz genannt, direkt zum Verkauf brachte. Der Düsseldorfer Professor war auf dem Kunstmarkt derart gefragt, dass viele Fälschungen grassierten. Johanna Ey hatte das Glück zur einzigen Gebhardt Händlerin zu werden, die Originale garantieren konnte, was sie gut ins Geschäft brachte. Bald schon konnte sie auf den Hindenburgwall 11, in einen größeren Laden mit angeschlossener Wohnung umziehen (heute steht dort die Kunstsammlung NRW).
1920 kamen die Künstler Gert Heinrich Wollheim und Otto Pankok nach Düsseldorf. Zuvor hatten sie zusammen in Remels gearbeitet, und sind dort durch Freunde über neue progressive Gruppen in Düsseldorf informiert worden, was sie dazu bewog in die vormalige Kunstmetropole zu ziehen. Zunächst wurden die beiden Künstler Mitglieder im linkspolitischen, pazifistischen Aktivistenbund 1919 und im Jungen Rheinland. Sie besuchten dann aber auch Johanna Ey, die Pankok schon 1912 während seines Studiums an der Kunstakademie kennen und schätzen gelernt hatte. Johanna Ey schilderte in ihrer Autobiographie ihren ersten Eindruck von den beiden Künstlern. Zudem gibt dieses Zitat viel über den Charakter der Kunsthändlerin preis:
„Der eine groß, stark, langer Bart, der andere schmächtig, dünn, mit langem rotem Haar und Wickelgamasche, immer wütend aussehend, wenn er hier zu meinem Fenster schielte. Ich ärgerte mich schon immer, die anderen grüßten, und dieser dumme Rothaarige sah immer weg. Ich hatte mir vorgenommen, ihm die Zunge rauszustrecken, aus Wut, dass er meine schönen Bilder nicht beachtete.“
1. Einleitung: Beleuchtet den Legendenstatus von Johanna Ey als „Mutter Ey“ und formuliert die kritische Fragestellung der Arbeit.
2. Johanna Eys Bedeutung für den progressiven Kunstmarkt und die lokalen Künstler: Analysiert Johanna Eys Aufstieg zur Galeristin, ihr Verhältnis zu Künstlern wie Wollheim und Pankok sowie die Gründung und Entwicklung des „Jungen Rheinlands“.
3. Alfred Flechtheims Bedeutung für den Düsseldorfer Kunstmarkt und Deutschland: Untersucht Alfred Flechtheim als maßgeblichen Kontrahenten, seine Rolle als professioneller Galerist der Moderne und seinen Einfluss auf den Kunstmarkt.
4. Fazit: Führt die Analysen zusammen und relativiert den Mythos Johanna Eys im Vergleich zu professionellen Galeristen wie Flechtheim und Nierendorf.
Johanna Ey, Das Junge Rheinland, Alfred Flechtheim, Düsseldorfer Kunstszene, Moderne, Kunstmarkt, Expressionismus, Otto Dix, Kunsthandel, Mäzenatentum, Avantgarde, 1920er Jahre, Kunstgeschichte, Mythos, Galeriebetrieb.
Die Arbeit dekonstruiert den Mythos der Düsseldorfer Galeristin Johanna Ey und untersucht ihre tatsächliche Rolle als „Mutterfigur“ und Vermittlerin moderner Kunst im Vergleich zu professionellen Akteuren des Kunstmarktes.
Zentrale Themen sind die Etablierung des „Jungen Rheinlands“, der Kunstmarkt der 1920er Jahre, das professionelle Wirken von Alfred Flechtheim sowie der Einfluss von Künstlerporträts auf die historische Wahrnehmung von Galeristen.
Das Ziel ist eine Entmystifizierung Johanna Eys, um ein historisch akkurateres Bild der Düsseldorfer Kunstszene der 1920er Jahre zu zeichnen und die Bedeutung von professionellen Kunsthändlern wie Flechtheim neu zu bewerten.
Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse, die Zeitzeugenaussagen, zeitgenössische Publikationen und Sekundärliteratur vergleicht, um Legendenbildung von realen historischen Abläufen zu trennen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Johanna Eys Aktivitäten in Düsseldorf und ihre Verbindung zum „Jungen Rheinland“ sowie in eine detaillierte Analyse der Karriere und Strategien von Alfred Flechtheim als Kontrastfigur.
Wichtige Begriffe sind Johanna Ey, „Mutter Ey“-Mythos, Das Junge Rheinland, Alfred Flechtheim, Düsseldorfer Moderne, Kunstmarkt-Professionalisierung und Künstlerporträts.
Dix' Porträts, insbesondere die Darstellung von Flechtheim als gierigem Händler und Johanna Ey als „Königin“, prägten das Bild dieser Persönlichkeiten nachhaltig und spiegeln Dix' persönliche Wertung seiner Händler wider.
Während Flechtheim als professioneller, international vernetzter Kunsthändler mit klarer Strategie agierte, war Johanna Eys Handeln eher durch ein familiäres, informelles Umfeld und persönliche Sympathien geprägt.
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