Examensarbeit, 2007
88 Seiten, Note: 2
I. EINFÜHRUNG
II. AUSGANGSLAGE
A. Politische Ausgangslage
1. Die Situation weltweit
2. Die Situation in der BRD
3. Die Situation in der DDR
4. Auswirkungen der politischen Ausgangslage auf die deutsche Ostpolitik
III. INTENTIONEN
A. Die Entstehung der Neuen Ostpolitik
1. Die Wurzeln der Neuen Ostpolitik
a. Willy Brandt
b. Egon Bahr
2. Das Konzept der Neuen Ostpolitik
a. Willy Brandts Konzept
b. Egon Bahrs Konzept
c. Die dynamischen Elemente
B. Die Strategie
IV. UMSETZUNG
A. Die Neue Ostpolitik
1. Erste praktische Schritte
2. Die Ostverträge
a. Der Moskauer Vertrag
b. Der Warschauer Vertrag
c. Das Viermächte-Abkommen über Berlin
d. Der Grundlagen- und Verkehrsvertrag
e. Prager Vertrag
3. Die Resultate
B. Die Beziehungen zur DDR
1. Diplomatische Kontakte
2. Private Kontakte
3. Wirtschaftliche und finanzielle Beziehungen
V. WIRKUNG
A. Die kurzfristigen Wirkungen
1. Die Situation in der BRD
2. Die Situation in der DDR
B. Die langfristigen Wirkungen
1. Die Situation in der DDR
2. Die Situation in der BRD
VI. SCHLUSSBETRACHTUNG
A. Fazit
B. Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die Intentionen und Auswirkungen der "Neuen Ostpolitik" der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt und Egon Bahr. Ziel ist es, den Kurswechsel in der Deutschland- und Ostpolitik zu entschlüsseln, die zugrunde liegenden Konzepte kritisch zu bewerten und die langfristigen Wirkungen dieser Politik auf die Bundesrepublik Deutschland und die DDR im Hinblick auf die Wiedervereinigung zu untersuchen.
I. EINFÜHRUNG
Am 10. Dezember 1971 wurde in der Aula der Universität Oslo der Friedensnobelpreis an den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (BRD), Willy Brandt, verliehen. In der Laudatio hob der Vorsitzende des Nobelpreiskomitees, Aase Lionæs, die Gründe für die Verleihung hervor: Der Preis werde einem Mann verliehen, „for whom the ideal of peace has been a guiding-star throughout his active political career.“ Brandt habe sich für die Erneuerung der Beziehungen zwischen Ost und West eingesetzt und geholfen, den Graben zwischen beiden Blöcken zu überwinden. Auf die menschlichen Erleichterungen, die Brandt mit seiner Neuen Ostpolitik bewirkte, kam Lionæs besonders zu sprechen: Diese seien „[…] from a human point of view, of course one of the most important achievements.“ Mit Brandts Politik sei eine neue “policy of peace [that] has brought thaw to the cold political climate, and this instills hopes for a new kind of peace for the frozen earth of Europe”, entstanden.
Der Ausdruck „Neue Ostpolitik“ bezeichnet die deutsche Variante der internationalen Détente. Man versteht diese als Synonym für die Vertragspolitik der sozialliberalen Koalition mit den sozialistischen Ländern des Ostens in den Jahren 1969 bis 1972.
Willy Brandt hatte mit seiner Neuen Ostpolitik für eine Wende in den Beziehungen zum Osten gesorgt. Seine Politik wich von jener seiner Vorgänger deutlich ab und konzentrierte sich auf den Osten Europas. Brandt lag es, trotz bestehender Blockgrenzen, an einer friedlichen Aussöhnung mit den Völkern des Ostens. Für seine Deutschland- und Ostpolitik bekam Brandt, wie der Nobelpreis zeigt, große internationale Anerkennung.
Mit dem Nobelpreis 1971, und den positiven Ansätzen, die durch die Neue Ostpolitik geschaffen wurden, verklärt sich das Bild Brandts. Um dieser Idealisierung vorzubeugen und den Kern dieser Politik zu entschlüsseln, stellt sich die Frage, welche Absichten tatsächlich von Brandt und seinem Berater in ostpolitischen Fragen, Egon Bahr, mit der Neuen Ostpolitik verfolgt wurden. Welche Intention und Ziele verbanden sie mit ihrem Kurswechsel in der Deutschland- und Ostpolitik? Diesen Fragen soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden.
I. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung beleuchtet die internationale Anerkennung der Ostpolitik durch den Friedensnobelpreis und stellt die Forschungsfrage nach den tatsächlichen Intentionen von Willy Brandt und Egon Bahr.
II. AUSGANGSLAGE: Hier wird der globale und nationale Rahmen analysiert, der die Politik der Blockkonfrontation und die Entstehung der "Politik der Stärke" sowie deren Grenzen definierte.
III. INTENTIONEN: Dieses Kapitel arbeitet die theoretischen Wurzeln und Konzepte von Brandt (Transformation) und Bahr (Wandel durch Annäherung) heraus, die den Kern der neuen Ostpolitik bildeten.
IV. UMSETZUNG: Hier wird die praktische Umsetzung der Ostpolitik durch die verschiedenen Verträge (u.a. Moskauer, Warschauer, Grundlagenvertrag) und die diplomatischen Bemühungen der sozialliberalen Koalition dargelegt.
V. WIRKUNG: Dieser Teil bewertet die kurz- und langfristigen Effekte der Ostpolitik auf das Verhältnis zwischen den beiden deutschen Staaten und ihre Rolle im Kontext der internationalen Entspannung.
VI. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Kapitel zieht ein Fazit über das Scheitern der ursprünglichen Ziele hinsichtlich der Liberalisierung der DDR und reflektiert über die langfristigen Wirkungen als Fundament für die spätere Wiedervereinigung.
Neue Ostpolitik, Willy Brandt, Egon Bahr, Détente, Kalter Krieg, Wiedervereinigung, Grundlagenvertrag, Wandel durch Annäherung, DDR, BRD, Transformation, Entspannungspolitik, Deutschlandpolitik, sowjetische Schutzmacht, SED-Regime
Die Arbeit untersucht die ostpolitische Strategie der sozialliberalen Koalition in den Jahren 1969 bis 1972 unter Willy Brandt und Egon Bahr und deren langfristige Wirkungen auf die innerdeutsche Teilung.
Die Arbeit behandelt die Entstehung der Neuen Ostpolitik, die Rolle der Westintegration, die Vertragspolitik gegenüber dem Ostblock sowie die Beziehungen zwischen der BRD und der DDR.
Ziel ist es, die tatsächlichen Absichten und Intentionen hinter dem Kurswechsel der sozialliberalen Regierung aufzudecken und zu klären, ob die Wiedervereinigung ein angestrebtes Ziel oder ein unbeabsichtigtes Nebenprodukt war.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Untersuchung von Quellen wie Regierungserklärungen, Memoranden und zeitgenössischer Literatur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ausgangslage, die theoretischen Ansätze der Planer, die praktische Umsetzung durch die Ostverträge sowie eine Analyse der kurz- und langfristigen Wirkungen.
Wichtige Begriffe sind Neue Ostpolitik, Détente, Wandel durch Annäherung, Transformation und das Verhältnis der BRD zur DDR sowie deren Abhängigkeit von der Sowjetunion.
Die Arbeit zeigt, dass die Ostpolitik die DDR stabilisierte und ihr internationale Anerkennung verschaffte, während sie gleichzeitig subtile Instrumente der Einflussnahme nutzte, um das System langfristig zu untergraben.
Die Magnettheorie unterstrich die Anziehungskraft der westlichen Demokratie und Marktwirtschaft, deren Effekte durch die Neue Ostpolitik subtil und passiv in der DDR zur Geltung gebracht werden sollten.
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