Diplomarbeit, 2003
79 Seiten, Note: 1,3
1 VORWORT
2 EINLEITUNG
3 WICHTIGE BEGRIFFE
3.1 Definition des Begriffs „Emotion“
3.2 Begriffsklärung „psychosoziale Beratung“
3.3 Abgrenzung zur Psychotherapie
4 DIE BERATER–KLIENT–BEZIEHUNG
4.1 Die hilfreiche Beratungsbeziehung
4.2 Kommunikation
4.2.1 Kommunikation als Basis der Berater-Klient-Beziehung
4.2.2 Der Sender – Vier Seiten einer Nachricht (Schulz von Thun)
4.2.3 Der Empfänger – Hören einer Botschaft mit vier Ohren (Schulz von Thun)
4.2.4 Die Beraterpersönlichkeit in der Kommunikation zwischen Berater und Klient
4.2.5 Alles ist Kommunikation
4.3 Wichtige Kompetenzen des Beraters für den Umgang mit Emotionen
4.3.1 Empathie
4.3.2 Akzeptanz
4.3.3 Kongruenz
5 ZENTRALE QUELLEN VON EMOTIONEN IM PSYCHOSOZIALEN BERATUNGSPROZESS
5.1 Spontane Übertragung
5.2 Problematisches Beziehungsschema
5.3 Unbewusste Problemlösungswünsche
5.4 Übertragungswiderstände
5.5 Gegenübertragung als unangemessene emotionale Reaktion des Beraters
6 ANGEMESSENER UMGANG MIT EMOTIONEN
6.1 Sinn von Emotionen
6.1.1 Angst
6.1.2 Aggression
6.1.3 Trauer und Kummer
6.1.4 Schamgefühle
6.1.5 Schuldgefühle
6.1.6 Freude
6.1.7 Liebe
6.2 Emotionen akzeptieren
6.3 Emotionen verstehen
6.3.1 Emotionen nachfühlen mit Hilfe der Gegenübertragung
6.3.2 Emotionen verstehen auf drei Verstehensebenen
6.3.2.1 Empathisches Verstehen
6.3.2.2 Szenisches Verstehen
6.3.2.3 Biografisches Verstehen
6.4 Über Emotionen sprechen
7 SCHLUSS
Die Diplomarbeit untersucht die zentrale Rolle von Emotionen im psychosozialen Beratungsprozess und entwickelt ein Konzept, wie Berater angemessen mit diesen reagieren und umgehen können. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Entstehung emotionaler Reaktionen beim Klienten sowie beim Berater selbst zu schaffen, um professionell und verantwortungsbewusst agieren zu können.
5.2 Problematisches Beziehungsschema
Mit der Bezeichnung „problematisches Beziehungsschema“ werden Übertragungen lerntheoretisch orientiert erklärt. Es handelt sich dabei „um Beziehungsmuster, die in einer überfordernden Konfliktsituation entstanden und verdrängt wurden und infolgedessen in der weiteren Entwicklung nicht mitgereift sind, sondern in ihrem ursprünglichen, primitiven oder problematischen Zustand fixiert geblieben sind“ (Oberhoff 2002, S. 56). Jede Konfliktsituation ist gekennzeichnet von unangenehmen Gefühlen. Diese können je nach individuellem Erleben für denjenigen, der sie erlebt, so stark und belastend sein, dass sie zum Selbstschutz und Selbsterhalt verdrängt werden müssen und schließlich aus dem Unbewussten unkontrolliert in weitere Beziehungen mit eingebracht werden und wirken. Die in der überfordernden Konfliktsituation erlebten Gefühle bleiben in ihrer Intensität fixiert.
Ciompi (1982) koppelt kognitive mit affektiven Komponenten und spricht von „affektlogischen Schemata“ (Ciompi 1982, S. 68). D.h. jede affektive Erfahrung ist mit einer kognitiven Komponente verbunden. Werden also belastende überfordernde Beziehungserfahrungen in Konfliktsituationen gemacht, so werden die entsprechenden Affekte damit verknüpft. Wenn nun lediglich die Affekte aufgrund der überfordernden Konfliktsituation in das Unbewusste verdrängt werden, lässt sich folgern, dass das in der Konfliktsituation gelernte Beziehungsschema im Bewussten präsent ist. Sobald irgendetwas an diese problematische Situation erinnert, wird sie mit den verdrängten Affekte spontan übertragen. Dieses kann im alltäglichen Zusammenleben passieren oder auch in der psychosozialen Beratung.
1 VORWORT: Einleitende Danksagungen und persönliche Motivation zur Themenwahl der Diplomarbeit.
2 EINLEITUNG: Darstellung der Relevanz von Emotionen im Beratungsprozess und Formulierung der zentralen Fragestellung.
3 WICHTIGE BEGRIFFE: Definitionen und begriffliche Abgrenzungen von Emotionen, psychosozialer Beratung und Psychotherapie.
4 DIE BERATER–KLIENT–BEZIEHUNG: Untersuchung der Beziehungsbasis sowie der Rolle von Kommunikation und beraterischer Kompetenzen.
5 ZENTRALE QUELLEN VON EMOTIONEN IM PSYCHOSOZIALEN BERATUNGSPROZESS: Analyse von Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen als Ursachen für emotionale Dynamiken.
6 ANGEMESSENER UMGANG MIT EMOTIONEN: Vorstellung eines Konzepts zur Akzeptanz, zum Verstehen und zum Gespräch über Emotionen.
7 SCHLUSS: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion der Anwendung des Konzepts in der Beratungspraxis.
Psychosoziale Beratung, Emotionen, Berater-Klient-Beziehung, Übertragung, Gegenübertragung, Kommunikation, Empathie, Akzeptanz, Kongruenz, Beziehungsschema, Selbsterfahrung, Supervision, Problemlösung, Affektlogik, Psychosoziale Belastung
Die Diplomarbeit widmet sich dem professionellen Umgang mit Emotionen im psychosozialen Beratungsprozess und analysiert, wie Berater die emotionalen Dynamiken zwischen sich und ihren Klienten verstehen und steuern können.
Zentrale Schwerpunkte sind die Gestaltung der Beratungsbeziehung, Grundlagen der Kommunikation nach Schulz von Thun, die psychoanalytischen Konzepte der Übertragung und Gegenübertragung sowie Kompetenzen wie Empathie und Kongruenz.
Das Ziel ist die Erarbeitung eines theoretischen Konzepts, das Beratern hilft, eigene und klientenbezogene emotionale Reaktionen im Beratungsprozess als Werkzeuge zu begreifen und diese professionell zu bearbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur (u.a. Psychoanalyse und Kommunikationstheorie), ergänzt durch die Veranschaulichung der Konzepte anhand fiktiver Fallbeispiele.
Der Hauptteil behandelt die Quellen von Emotionen, insbesondere durch Übertragungsphänomene und problematische Beziehungsschemata, sowie den Prozess des Akzeptierens und Verstehens von Emotionen auf verschiedenen Verstehensebenen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Übertragung, Gegenübertragung, professionelle Identität des Beraters, Empathie, Akzeptanz, Metakommunikation und die Reflexion von Beziehungsschemata.
Hierbei vertauscht der Klient in der Übertragungsbeziehung die Rollen und lässt den Berater spüren, wie er sich in einer ursprünglichen Konfliktsituation gefühlt hat, um durch die Reaktion des Beraters eine Korrekturerfahrung zu ermöglichen.
Die professionelle Ich-Spaltung erlaubt es dem Berater, sich empathisch auf die Gefühle des Klienten einzulassen, ohne dabei die kognitive Distanz zu verlieren, die für eine professionelle Analyse und professionelles Handeln notwendig ist.
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