Diplomarbeit, 2011
70 Seiten, Note: 1,8
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung - Musik und Medien
2. Im Geflecht der Medientheorien
2.1 Einleitung
2.2 Anthropologische vs. Technikzentrierte Medientheorie - das Henne/Ei-Problem
2.3 Kritische Theorien und Kulturtheorien - Zwischen Hochkultur und Pop
2.4 Fazit/Positionierung
3. Historische Zäsuren, Medien(r)evolutionen und Musik
3.1 Medien und Technologien
3.2 Die Notation im Zeitalter der Schrift und des Buchdrucks
3.2.1. Schrift/Notation
3.2.2. Buchdruck/Notation
3.3 Das elektrische Zeitalter - Analoge Speichermedien und die Musikindustrie
3.3.1. Unsichtbare Musik - Wie uns neue Technik das Hören lehrte
3.3.2. Produktion von Sound
3.3.3. Rezeption von Sound, Verbreitung und Musikpraxis
3.3.4. Radio und Musikindustrie im Schatten der Speichermedien
3.3.5. Zwischenfazit
4. Digitale Medien und der Computer als Musikinstrument
4.1 Der Medienbegriff beim Computer
4.2 Digital vs. Analog
4.3 Autorschaft und neue Kompositionsmethoden
4.3.1. Die Funktion des Autors
4.3.2. Multitrack-Recorder
4.3.3. MIDI
4.3.4. Gemeinsam einsam - Das abgeschottete Heimstudio und die Vernetzung über das Internet
5. Das Sampling im Hip-Hop - Zwischen Diebstahl, kultureller Teilhabe und musikalischer Expression
6. Mediale Musik und ihre Grenzen - ein Resümee
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen in der Musikproduktion, Distribution und Rezeption durch technologische Innovationen von der Schrift bis zum digitalen Computerzeitalter. Dabei wird der technologische Determinismus kritisch hinterfragt, um ein differenziertes Verständnis für das komplexe Zusammenspiel von Medientechnologien, kulturellen Rahmenbedingungen und institutionellen Strukturen zu entwickeln, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle des Samplings im Hip-Hop.
3.2.1. Schrift/Notation
Eine orale Kultur ist eine Kultur des Ohres. Der Mensch existiert im akustischen Raum und hat zur Kommunikation und zur Wissensüberlieferung nur die Sprache. Somit kann Wissensgenerierung und -überlieferung nur im Erfahrungsbereich des Menschen stattfinden, was ihn in gewisser Weise beschränkt. Zur Wissensspeicherung stehen nur mnemotechnische Mittel wie die Wiederholung oder der Reim zur Verfügung, weshalb Komplexität schwer zu erreichen ist. Mit der Schrift jedoch kommt ein neues Mittel zum Einsatz, welches einschneidende Veränderungen nach sich zieht. Die Schrift erlaubt es uns Wissen auszulagern, um es in Form von abstrakten Zeichen zu speichern und bei Bedarf wieder abzurufen. Das Sinnesorgan Ohr büßt zu Gunsten des Auges an Dominanz ein, oder - um es mit McLuhan zu sagen - man bekommt „ein Auge für ein Ohr“.
Mit dem langen Entwicklungsprozess der Schrift geht auch die ebenso lange Entwicklung der Notation einher und führt zu weitreichenden Veränderungen in Produktion, Distribution und Rezeption von Musik. Durch die schriftliche Fixierung von Musik werden Voraussetzungen für die Reproduktion geschaffen. Der musikalische Ablauf kann angehalten und zurückverfolgt werden und ermöglicht einen Überblick über die sonst so flüchtige und verklingende Kunst. Mit anderen Worten: Die (Linien-) Notation verhält sich zur Musik wie die Schrift zur Sprache.
1. Einleitung - Musik und Medien: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein und begründet die Notwendigkeit einer medientheoretischen Untersuchung der Musik sowie die Fokussierung auf Rap als Fallbeispiel.
2. Im Geflecht der Medientheorien: Das Kapitel stellt verschiedene medientheoretische Positionen vor, um diese als analytischen Rahmen für die Betrachtung der Musikwissenschaft zu nutzen.
3. Historische Zäsuren, Medien(r)evolutionen und Musik: Hier werden die historischen Entwicklungen von der Notation über analoge Speichermedien bis hin zur industriellen Musikverwertung analysiert.
4. Digitale Medien und der Computer als Musikinstrument: Dieses Kapitel widmet sich der digitalen Transformation, der Rolle des Computers sowie neuen Fragen der Autorschaft und Produktion.
5. Das Sampling im Hip-Hop - Zwischen Diebstahl, kultureller Teilhabe und musikalischer Expression: Eine detaillierte Untersuchung der umstrittenen Sampling-Technik im Kontext des Hip-Hop, unter Berücksichtigung von Urheberrecht und kultureller Bedeutung.
6. Mediale Musik und ihre Grenzen - ein Resümee: Das abschließende Resümee fasst die zentralen medienwissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen und plädiert für einen vorurteilsfreien Umgang mit medialen Musikformen.
Medientheorie, Musikwissenschaft, Musikproduktion, Sound, Sampling, Hip-Hop, Notation, Digitalisierung, Autorschaft, Copyright, Musikindustrie, Medientechnologie, Oralität, Schriftkultur, Musikrezeption
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen technischer Medien auf die Musik sowie die wechselseitigen Beziehungen zwischen Technologie, Musikpraxis und gesellschaftlichen Strukturen.
Zentrale Themen sind die Medientheorie, die Geschichte der Musiktechnologie (von der Notation bis zum Computer), das Konzept des "Sounds", Fragen der Autorschaft und die rechtliche sowie kulturelle Problematik des Samplings.
Ziel ist es, die Veränderungen in der Musik anhand verschiedener Technologien nachzuweisen, ohne dabei einem technologischen Determinismus zu verfallen, und zu beleuchten, wie sich dadurch Identität, Produktion und Distribution wandeln.
Die Arbeit nutzt einen medientheoretischen und kulturwissenschaftlichen Rahmen, um verschiedene technologische Zäsuren im Kontext der Musikgeschichte analytisch einzuordnen und zu vergleichen.
Der Hauptteil analysiert chronologisch und thematisch die Medieneinflüsse, unterteilt in Medientheorien, historische technologische Einschnitte, digitale Medien und schließlich das spezifische Fallbeispiel des Samplings im Hip-Hop.
Zu den Kernbegriffen gehören Medientheorie, Sound, Sampling, Hip-Hop, Autorschaft, Copyright und die historische Entwicklung der Musiktechnologie.
Sampling bricht mit dem klassischen Geniebegriff des Autors, da es auf dem Zerlegen, Auswählen und Arrangieren vorhandener Fragmente beruht und somit ein "Netzwerk von Verweisen" statt eines originären Werkes erschafft.
Das Heimstudio markiert eine Form der dezentralisierten Produktion, die Musiker unabhängiger von großen Studios macht, sie jedoch gleichzeitig isoliert und vor neue technische sowie ökonomische Herausforderungen stellt.
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