Magisterarbeit, 2011
130 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
1.1 Forschungsleitende Fragen und Hypothesen
1.2 Forschungsstand und Literatur
2 ZUM BEGRIFF DER KULTUR
2.1 Kultur und Gesellschaft
2.2 Aspekte des Kulturbegriffs
2.3 Zum Verhältnis von Kultur und Subkultur
3 ZUM BEGRIFF DER SUBKULTUR
3.1 Das Suffix sub
3.2 Begriffsgeschichte Subkultur
3.2.1 Kriminalistische Ansätze
3.2.2 Strukturelle Ansätze
3.2.2.1 Theorie der Subkultur
3.2.2.2 Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS)
3.2.2.3 Stil und Bricolage
3.2.3 Weitere subkulturelle Deutungskonzepte
3.3 Alternative Konzepte
3.3.1 Jugendkultur vs. Subkultur
3.3.2 Szene vs. Subkultur
3.4 Zusammenfassung
4 SUBPOLITIK
4.1 Auf- und Ablösung der Industriemoderne
4.2 Subpolitische Akteure und Komponenten
4.3 Beck’s Politikverständnis
4.4 Subpolitik in der Rezeption
5 VORGEHEN DER VORLIEGENDEN ARBEIT
5.1 Methodik
5.2 Verwendung von Subpolitik
5.3 Analytischer Fahrplan
6 HISTORISCHES SETTING DER 60ER
6.1 Sozioökonomischer Wandel der 60er Jahre
6.1.1 Massenwohlstand
6.1.2 Steigerung der Freizeit
6.1.3 Medialisierung
6.1.4 Internationalisierung
6.1.5 Jugend und Juvenialisierung
6.1.6 Zuspitzung der politischen Situation
6.2 Kulturelle und gesellschaftliche Auswirkungen
6.2.1 Generationenkonflikt
6.2.2 Wertewandel
6.2.3 Kultureller Wandel
7 PROTEST UND GEGENKULTURELLE BEWEGUNGEN – DIE BRD IM UMBRUCH
7.1 „1968“ – Deutungsansätze einer Legende
7.2 Akteure der 68er-Bewegung
7.2.1 Sozialistischer Deutscher Studentenbund
7.2.2 Außerparlamentarische Opposition
7.3 Politisierung und Radikalisierung
7.4 Zusammensetzung der gegenkulturellen Bewegung
7.5 Kultureller Konsens der gegenkulturellen Bewegung
7.5.1 Wohnsituation und Sexualität
7.5.2 Die Rolle der Musik
7.5.3 Grenzerfahrungen und Bewusstseinserweiterung durch Drogen
7.5.4 Subpolitische Kultur
7.6 Konzentrat der gegenkulturellen Bewegung: Die Gegenkultur
7.6.1 Vorläufer der westdeutschen Gegenkultur
7.6.1.1 Beat-Generation
7.6.1.2 Hippies
7.6.1.3 Provo-Bewegung
7.6.1.4 Gammlerbewegung
7.6.2 Gegenöffentlichkeit
7.6.3 Freiräume der Gegenkultur
7.7 Gegenkultureller Nährboden und Zentrum der Gegenkultur: West-Berlin
7.8 Die gegenkulturelle Bewegung als Subkultur
7.8.1 Von der Sub- zur Gegenkultur
7.8.2 Gemeinsame Basis der Sub- und Gegenkultur: Die Utopie der Veränderbarkeit
8 TON STEINE SCHERBEN
8.1 Bandmitglieder von Ton Steine Scherben
8.1.1 Bandmitglieder
8.1.2 Scherben-Family
8.2 Entstehung
8.2.1 Vorläufer: Hoffmanns Comic Teater, Beatopern und Rote Steine
8.2.2 Zwischen Rote Steine und Ton Steine Scherben
8.2.3 Entwicklung der Scherben zur linken Jukebox
8.2.4 Wohn- und Arbeitsgemeinschaft: T-Ufer
8.2.5 Rückzugsort: Fresenhagen
9 TON STEINE SCHERBEN IM GEGENKULTURELLEN BERLIN DER 70ER
9.1 Die militante Fraktion: Blues, Haschrebellen, Tupamaros und RAF
9.2 Ton Steine Scherben und die dogmatische Linke
9.3 Rausch- und Suchtkultur
10 ASPEKTE DER GEGENKULTUR BEI TON STEINE SCHERBEN
10.1 Wohnen und Arbeiten
10.2 Sexualität
10.3 Rausch und Drogen
10.4 Musik als Ausdrucksform der Gegenkultur
10.4.1 Experimental-, Polit- und Krautrock: Die gegenkulturellen Musikszenen der BRD
10.4.2 Musik und Songs von Ton Steine Scherben
10.4.2.1 Warum geht es mir so dreckig? – 1971
10.4.2.2 Keine Macht für Niemand – 1972
10.4.2.3 Wenn die Nacht am tiefsten… – 1975
10.4.3 Ästhetische Inhalte der Musik
10.5 Ton Steine Scherben als Sprachrohr der Gegenkultur
10.5.1 Sprache als Stilelement
10.5.2 Inhaltliche Bricolage
10.5.3 Feindbilder und Stereotypen
10.6 Utopie der Gegenkultur bei Ton Steine Scherben
10.6.1 Unabhängigkeit und Selbstorganisation
10.6.2 David Volksmund Produktion
10.6.3 Auf- und Abstieg mit der Gegenkultur
10.7 Ton Steine Scherben und Medien
10.7.1 Fernsehen
10.7.2 Radio
10.7.3 Printmedien
11 GEGENKULTUR UND SUBPOLITIK BEI TON STEINE SCHERBEN
11.1 Einordnung der Scherben als gegenkulturelles Phänomen
11.1.1 Delinquenz und Gegenkultur
11.1.2 Kulturelle Muster und Praktiken
11.1.3 Versuch einer Typologisierung von Ton Steine Scherben
11.2 Ton Steine Scherben - Subpolitiker einer Subkultur?
11.2.1 Formen und Strukturen der Subpolitik bei Ton Steine Scherben
11.2.2 Inhalte und Programme: Subpolicy bei Ton Steine Scherben
11.2.3 Subpolitische Mittel und subpolitischer Effekt?
12 FAZIT UND AUSBLICK
12.1 Probleme und Kritik der eigenen Arbeitsweise
12.2 Ton Steine Scherben zwischen Ideal und Farce
12.3 Abschließendes Fazit
13 QUELLENVERZEICHNIS
13.1 Literaturverzeichnis
13.2 Filme und Musik
13.3 Weblinks
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Musikgruppe "Ton Steine Scherben" und deren Rolle innerhalb der West-Berliner Gegengesellschaft zwischen 1967 und 1975. Ziel ist es, die Band als Kommunikatorin gegenkultureller Ansichten, Werte und Normen zu analysieren und mittels des Konzepts der "Subpolitik" nach Ulrich Beck in einen historisch-gesellschaftlichen Kontext einzuordnen.
1 EINLEITUNG
Ob in New York, in Paris, in Stockholm oder in West-Berlin: die progressive Jugend ist auf dem Marsch nach links und ein paar Sänger und Musiker marschieren mit. Natürlich wissen diese – wie sie sich nennen: Kulturarbeiter – ganz genau, dass sie mit Noten nicht die Welt verändern. Trotzdem, die Musik ist für sie mehr als nur ein Zwischenton im Klassenkampf.
Mit diesen Worten kündigte der Journalist Albrecht Metzger 1970 im Jugendmagazin Jour Fixe des Südwestdeutschen Rundfunks die Polit-Rock-Gruppe Ton Steine Scherben an. Diese hatte sich kurz zuvor im West-Berliner Stadtteil Kreuzberg gegründet, mit einer Ausrichtung, die voll im Zeichen der aufgeheizten Atmosphäre des Konflikts zwischen verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Gruppen stand: „Wir wollen mit der Musik, die wir machen, die Menschen davon überzeugen, dass sich alle Menschen von ihren Unterdrückern befreien müssen.“ erklärt Rio Reiser, Frontmann der Band, im Interview mit Metzger. Dazu passte der selbsterfundene Musikstil der Band: Agit-Rock. Eine Wortspielerei aus Acid-Rock und dem Begriff Agit-Prop, einer Mischung aus Agitation und Propaganda, die vor allem in linken Kreisen verbreitet war.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Entstehung der Band "Ton Steine Scherben" im West-Berliner Kreuzberg ein und skizziert deren Rolle als Sprachrohr einer revolutionären Bewegung.
2 ZUM BEGRIFF DER KULTUR: Dieses Kapitel definiert den Kulturbegriff und dessen gesellschaftliche Bedeutung als durch Menschen konstruierte Realität.
3 ZUM BEGRIFF DER SUBKULTUR: Es erfolgt eine theoretische Einordnung verschiedener Ansätze zur Subkultur, von kriminologischen Theorien bis hin zu strukturellen und soziologischen Erklärungsmodellen.
4 SUBPOLITIK: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Subpolitik nach Ulrich Beck, um Aktionen außerhalb klassischer politischer Institutionen politisch bewerten zu können.
5 VORGEHEN DER VORLIEGENDEN ARBEIT: Der methodische Ansatz wird beschrieben, der eine hermeneutische Analyse von Quellen und Songs sowie deren Einordnung in theoretische Modelle umfasst.
6 HISTORISCHES SETTING DER 60ER: Es wird der sozioökonomische Wandel der 60er Jahre beleuchtet, der als Grundlage für die Entstehung gegenkultureller Bewegungen diente.
7 PROTEST UND GEGENKULTURELLE BEWEGUNGEN – DIE BRD IM UMBRUCH: Dieses Kapitel analysiert die 68er-Bewegung, ihre Akteure und die Entstehung der Gegenkultur, insbesondere in West-Berlin.
8 TON STEINE SCHERBEN: Die Entstehung der Band, deren Mitglieder und ihr Lebensumfeld, insbesondere die Kommune "T-Ufer", werden detailliert vorgestellt.
9 TON STEINE SCHERBEN IM GEGENKULTURELLEN BERLIN DER 70ER: Die Kontakte der Band zu militanten Gruppierungen und die Spannungen mit der dogmatischen Linken werden thematisiert.
10 ASPEKTE DER GEGENKULTUR BEI TON STEINE SCHERBEN: Die inhaltliche und ästhetische Analyse der Songs der Band steht hier im Mittelpunkt, inklusive Themen wie Wohnen, Sexualität und Drogen.
11 GEGENKULTUR UND SUBPOLITIK BEI TON STEINE SCHERBEN: Zusammenfassende Einordnung der Scherben als gegenkulturelles Phänomen und ihre Rolle als Subpolitiker.
12 FAZIT UND AUSBLICK: Kritische Reflexion der eigenen Arbeit und Bewertung der Scherben als "basisdemokratische Agitationskapelle" zwischen Ideal und Farce.
Ton Steine Scherben, Rio Reiser, Subkultur, Gegenkultur, Subpolitik, 68er-Bewegung, West-Berlin, Polit-Rock, Agit-Prop, Hausbesetzung, Kommune, Protest, Soziologie, Kulturwandel, Aktivismus.
Die Arbeit untersucht die Polit-Rock-Gruppe "Ton Steine Scherben" und deren Wirken im Kontext der West-Berliner Gegenkultur der späten 1960er und 1970er Jahre.
Die Arbeit befasst sich mit den soziologischen Begriffen von Kultur, Subkultur und Gegenkultur, der Theorie der Subpolitik sowie dem historischen und gesellschaftlichen Setting der 68er-Bewegung.
Das Ziel ist es, die politische Arbeit der Band nicht im klassischen parteipolitischen Sinne, sondern als "subpolitisches" Phänomen innerhalb einer gegenkulturellen Bewegung zu analysieren.
Die Arbeit basiert auf einer hermeneutischen Herangehensweise. Sie nutzt soziologische Theorieansätze und analysiert Songs, Biographien und zeitgeschichtliche Dokumente, um die Einordnung der Band vorzunehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Kultur, Subkultur, Subpolitik), eine Analyse des historischen Settings der 60er Jahre sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Bandgeschichte, ihren Songs und ihrem subpolitischen Wirken.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Ton Steine Scherben", "Gegenkultur", "Subpolitik", "68er-Bewegung" und "West-Berlin" definiert.
Medien wie Fernsehen und Printmedien waren zentral für die Reichweite der Band. Die Arbeit zeigt jedoch ein ambivalentes Verhältnis auf, da die Band einerseits mediale Aufmerksamkeit suchte, andererseits durch ihre radikale Ausrichtung oft von klassischen Medien gemieden wurde.
Die Band agierte außerhalb klassischer politischer Institutionen und nutzte unkonventionelle Mittel wie Konzerte, Hausbesetzungen und ihre Songs, um gesellschaftspolitische Missstände zu thematisieren, was nach dem Konzept von Ulrich Beck als "Subpolitik" zu verstehen ist.
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