Bachelorarbeit, 2011
56 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Begabung - musikalische Begabung - Begriffs- und Gegenstandsbestimmung
2.1. Was versteht man unter Begabung
2.2. Musikalische Begabung und Musikalität
Exkurs: Musikalitätstests
3. Begabung vererbt oder erlernbar? – Darstellung der Anlage- Umwelt Debatte
3.1. Vererbungsthesen
3.2. Anlage- Umwelteinflüsse
4. Musikalische Entwicklungspsychologie
4.1. Musikalischen Früherziehung
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der musikalischen Begabung und der musikalischen Früherziehung, um zu klären, ob und wie diese Bereiche interagieren und welche Rolle sie im pädagogischen Kontext spielen.
2.2. Musikalische Begabung und Musikalität
Wie schon angedeutet kann Begabung auf den verschiedensten Gebieten auftreten. So auch auf der Ebene der Musik. Im Folgenden soll daher näher auf die musikalische Begabung und deren begriffliches Umfeld eingegangen werden.
Zu Beginn dieses Abschnittes möchte ich auf das schon angesprochene Alltagsverständnis eines Begriffes zurückkommen. Denn zweifelsohne stellt sich auch hier die Frage, wie musikalische Begabung und Musikalität außerhalb des wissenschaftlichen Fundus verstanden werden. Das Alltagsverständnis dieser beiden Begriffe setzt sich aus einer weiten Spanne zusammen. Es lässt sich wohl kaum in ein paar Sätzen zusammenfassen. Jeder Mensch hat wohl seine eigene Vorstellung vom "musikalisch sein". Trotzdem lassen sich vier grobe Richtungen in den Beschreibungen dieser Begriffe erfassen: Erlebnisfähigkeit, (damit ist das Musikempfinden/-nachempfinden und der Sinn für Musik gemeint) musikpraktische Fähigkeiten (hierzu gehören z.B. Lieder singen, Rhythmus haben, Musik gestalten), kognitive Fähigkeiten (Musik und Noten gut lernen können) und einen allgemein- musischen Bereich (z.B. kreativ sein) (vgl. Gembris 2002: 24). Sicherlich ist das Alltagsverständnis nicht belanglos, vor allem für die Praxisrelevanz, doch die alleinige Beschäftigung mit Begriffen über das Alltagsverständnis reicht nicht aus, um den Versuch des Absteckens jener Begriffe zu unternehmen. Deswegen soll im Folgenden dargestellt werden, welche wissenschaftlichen Definitionen für den Begriff der musikalischen Begabung unternommen wurden.
1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur Beziehung zwischen musikalischer Begabung und Früherziehung sowie Klärung der Notwendigkeit einer differenzierten Begriffsarbeit.
2. Begabung - musikalische Begabung - Begriffs- und Gegenstandsbestimmung: Fundierte Auseinandersetzung mit der Komplexität des Begabungsbegriffs und der Notwendigkeit, Musikalität von musikalischer Begabung abzugrenzen, ergänzt durch einen Exkurs zu Musikalitätstests.
3. Begabung vererbt oder erlernbar? – Darstellung der Anlage- Umwelt Debatte: Analyse der Ursprungsfrage musikalischer Begabung im Spannungsfeld zwischen Vererbung und Umwelteinflüssen.
4. Musikalische Entwicklungspsychologie: Untersuchung der musikalischen Entwicklung als interaktionistischer Prozess, der die Grundlage für die pädagogische Arbeit in der musikalischen Früherziehung bildet.
5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse mit dem Fokus auf die Praxisrelevanz für Musikpädagogen und die Bedeutung einer gezielten Förderung.
Musikalische Begabung, Musikalität, Früherziehung, Anlage-Umwelt-Debatte, Entwicklungspsychologie, Sozialisation, Musikalitätstests, Begabtenforschung, Hochbegabung, Musikpädagogik, Potenzial, Lernprozess, musikalisches Verhalten, Disposition, Förderung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem wissenschaftlichen Diskurs um den Begriff der musikalischen Begabung und dessen Bedeutung für die musikalische Früherziehung.
Die zentralen Felder umfassen die Begriffsbestimmung, die Anlage-Umwelt-Debatte, entwicklungstheoretische Aspekte und die Funktion musikalischer Früherziehung.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen musikalischer Begabung und musikalischem Unterricht zu klären und die pädagogische Relevanz dieses Wissens für die Förderung von Kindern herauszuarbeiten.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der kritischen Reflexion bestehender musikpädagogischer und musikpsychologischer Ansätze basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die begriffliche Klärung von Begabung, die Analyse der Ursprungsdebatte (Anlage vs. Umwelt) sowie die Untersuchung der musikalischen Entwicklungsphasen und deren Relevanz für die Früherziehung.
Zu den prägenden Begriffen zählen musikalische Begabung, Musikalität, Sozialisation, Anlage-Umwelt-Interaktion und Förderung.
Musikalitätstests werden als diagnostische Instrumente kritisch betrachtet; die Arbeit hinterfragt deren empirische Validität und pädagogischen Nutzen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es für die pädagogische Praxis weniger entscheidend ist, woher die Begabung stammt, als vielmehr, dass vorhandenes Potenzial durch adäquate Förderung unterstützt wird.
Gordon unterscheidet zwischen einer sich entwickelnden Begabung, die durch Umwelteinflüsse beeinflussbar ist, und einer stabilen Begabung, die ab einem gewissen Alter (ca. neun Jahre) als weitgehend festgelegt gilt.
Es dient als Ausgangspunkt, um zu verdeutlichen, wie heterogen der Begriff der Musikalität verstanden wird, was wiederum die Notwendigkeit wissenschaftlicher Präzisierung und Abgrenzung unterstreicht.
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