Magisterarbeit, 2011
82 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung: Urbane Subsistenz in der Metropolregion von Mexiko Stadt?
2. Urbane Subsistenz
2.1 Urbane Subsistenz als Arbeitsbegriff
2.2 Kulturelles Wissen und ökonomische Strategien
3. Unsichere Lebensbedingungen in der Metropolregion von Mexiko Stadt
3.1 Lokale, regionale und nationale Faktoren
3.2 Weitere Gründe für die Unsicherheit
4. Kriterien des ökonomischen Handelns: Urbane Subsistenz in der Metropolregion von Mexiko Stadt
4.1 Keine oder geringe Investitionskosten für die ökonomischen Grundlagen
4.1.1 Die ökonomischen Grundlagen
4.1.2 Investitionskosten
4.2 Geringe Einkommen und keine oder minimale Möglichkeiten zur Akkumulation von Ressourcen
4.2.1 Geringe Einkommen
4.2.2 Erhöhung und Absicherung der Einnahmen durch Erwerbstätigkeit
4.2.3 Generierung von Ressourcen außerhalb der Erwerbstätigkeit
4.2.4 Ausgaben
4.2.5 Möglichkeiten zur Akkumulation von Ressourcen
4.3 Informelles Lernen des job-spezifischen kulturellen Wissens - „learning by doing“
4.3.1 Formen des informellen Lernens
4.3.2 Formen des formellen Lernens
4.4 Undeutliche oder keine Trennung von „Arbeit“ und „Freizeit“
4.4.1 Eine (wahrgenommene) Trennung von „Arbeit“ und „Freizeit“
4.4.2 Die Arbeit strukturiert den Alltag
4.5 Oft flexible oder mobile Arbeitsorte
4.5.1 Flexible und mobile Arbeitsorte zur Absicherung und Erhöhung der Einnahmen
4.5.2 Politische Faktoren
4.6 Eine Verflechtung der ungesicherten Lebensweise mit dem urbanen Raum
4.6.1 Wissen über geeignete und ungeeignete Wohn- und Arbeitsräume
4.6.2 Aneignungsstrategien des (öffentlichen) urbanen Raums
4.6.3 Eine (widersprüchliche) Verflechtung mit dem öffentlichen urbanen Raum
4.7 Ökonomisches Handeln in unsicheren Lebensbedingungen: Nutzung von multiplen Ressourcen
4.7.1 Verwendete Ressourcen
4.7.2 Hohe (persönliche) Flexibilität zur Nutzung multipler Ressourcen
5. Fazit: Urbane Subsistenz in der Metropolregion von Mexiko Stadt
7. Anhang
7.1 Karte der ZMCM
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des Konzepts der "urbanen Subsistenz" auf die prekäre Lebenssituation von Akteuren in der Metropolregion von Mexiko Stadt (ZMCM). Ziel ist es zu prüfen, ob sich deren wirtschaftliches Handeln durch die spezifischen Kriterien der urbanen Subsistenz beschreiben lässt, wobei das primäre Interesse der Forschungsfrage in der Überprüfung der konzeptionellen Übertragbarkeit auf den Kontext der ZMCM liegt.
4.1.1 Die ökonomischen Grundlagen
Die ökonomischen Grundlagen werden innerhalb der Literatur unterschiedlich beschrieben und variieren im Laufe des Lebens der Akteure.
Es existieren Beschreibungen zur selbst generierten Erwerbstätigkeit als zum Angestelltenverhältnis. Zum Ersten zählen die Prostitution, das Putzen von Autoscheiben (Magazine, 2003:311), das Betteln (Arizpe, 1980:23; Magazine, 2003:311), der Straßenhandel (Arizpe, 1980; Neira Orjuela, 2003) und die urbane Landwirtschaft (Lewis, 1963) sowie das Einkaufen von Waren in den USA, um sie gewinnbringend in Mexiko zu verkaufen (Kemper, 1977:145; Lewis, 1959:129). Angestelltenverhältnisse gibt es bei der Polizei (Hiernaux-Nicolas, 2000:107), beim Militär (Hiernaux-Nicolas, 2000:107; Lewis, 1963:191), in einer Fabrik (Lewis, 1963:129), im Baugewerbe (Bueno Castellanos, 1994; Bueno Castellanos/Hernández Cáliz, 2007; Kramer, 1986) oder bei einer Regierungsbehörde (Hiernaux-Nicolas, 2000:107; Lewis, 1963:430).
Es finden sich detaillierte Beschreibungen zum Straßenhandel (Arizpe, 1980; Neira Orjuela, 2003), zur Arbeit auf dem Bau (Bueno, Castellanos, 1994; Bueno Castellanos/Hernández Cáliz, 2007; Kramer, 1986) sowie zur urbanen Landwirtschaft (Lewis, 1963). Zusätzlich wird die Suche von Immigranten nach einer Arbeit in der ZMCM behandelt (Bueno Castellanos, 1994; Hiernaux-Nicolas, 2000; Hirabayashi, 1991; Lomnitz, 1977; Kemper, 1977; Kramer, 1986). Der Fokus der Untersuchung liegt auf den Investitionskosten dieser Bereiche.
1. Einleitung: Urbane Subsistenz in der Metropolregion von Mexiko Stadt?: Das Kapitel führt in die prekäre Lebenssituation in der ZMCM ein und begründet die Relevanz der Fragestellung zur Anwendbarkeit des Konzepts der urbanen Subsistenz.
2. Urbane Subsistenz: Dieser Teil definiert den Arbeitsbegriff sowie die Bedeutung kulturellen Wissens und ökonomischer Strategien für das Überleben unter unsicheren Lebensbedingungen.
3. Unsichere Lebensbedingungen in der Metropolregion von Mexiko Stadt: Es werden die nationalen, regionalen und lokalen Faktoren beschrieben, die zur Unsicherheit in der ZMCM beitragen.
4. Kriterien des ökonomischen Handelns: Urbane Subsistenz in der Metropolregion von Mexiko Stadt: Dies ist der empirische Hauptteil, der das Handeln der Akteure anhand der Kriterien der urbanen Subsistenz detailliert analysiert.
5. Fazit: Urbane Subsistenz in der Metropolregion von Mexiko Stadt: Die Arbeit fasst die Anwendbarkeit des Konzepts zusammen und diskutiert die Erkenntnisse hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen in der ZMCM.
Urbane Subsistenz, Mexiko Stadt, Metropolregion, Prekäre Lebensbedingungen, Ökonomische Strategien, Kulturelles Wissen, Informeller Sektor, Soziale Beziehungen, Reziprozität, Arbeitsmarkt, Migration, Haushalt, Stadtethnologie, Überlebensstrategien, Stadtentwicklung.
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Konzept der "urbanen Subsistenz" geeignet ist, das wirtschaftliche Handeln von Menschen unter prekären Lebensbedingungen in der Metropolregion von Mexiko Stadt zu erklären.
Im Zentrum stehen ökonomische Strategien, die Nutzung sozialer Netzwerke, informelle Lernprozesse, die Anpassung an den städtischen Raum und die Art und Weise, wie knappe Ressourcen zur Sicherung des Lebensunterhalts eingesetzt werden.
Das Ziel ist es, anhand einer Analyse existierender ethnographischer Studien zu prüfen, ob die definierten Kriterien der urbanen Subsistenz auf das reale Handeln der Bevölkerungsgruppen in der ZMCM zutreffen.
Die Autorin führt eine Literaturanalyse durch, bei der sie ethnographische Studien und Daten über den Zeitraum von 1940 bis zur Mitte des letzten Jahrzehnts systematisch auswertet und auf die theoretischen Kriterien der urbanen Subsistenz bezieht.
Der Hauptteil gliedert sich entlang der sieben Kriterien der urbanen Subsistenz: Investitionskosten, Umgang mit geringen Einkommen, informelles Lernen, Trennung von Arbeit und Freizeit, Mobilität der Arbeitsorte, Verflechtung mit dem urbanen Raum sowie die Nutzung multipler Ressourcen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie urbane Subsistenz, prekäre Lebensbedingungen, informeller Sektor, soziale Netzwerke und Überlebensstrategien geprägt.
Die Akteure ersetzen fehlende staatliche soziale Sicherungssysteme weitgehend durch private Netzwerke, wie Familie, Nachbarschaft und "Compadrazgo", die reziproke Hilfestellungen und Tauschbeziehungen ermöglichen.
Der informelle Wohnungsbau ist oft eine notwendige Strategie, um Mietkosten zu vermeiden. Zudem dient das Eigenheim als multifunktionaler Ort, der neben dem Wohnen auch für handelnde oder produzierende Aktivitäten genutzt werden kann.
Der Raum selbst ist eine Ressource. Die Wahl des Arbeits- oder Wohnortes erfolgt oft nicht nach persönlichen Präferenzen, sondern wird durch die notwendige Nähe zu ökonomischen Möglichkeiten oder die Erschließbarkeit durch soziale Netzwerke konditioniert.
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