Masterarbeit, 2012
114 Seiten, Note: 1,5
1. Einführung
1.1. Fragestellung
1.2. Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Vorstellung der regionalen Bedingungen im Untersuchungsgebiet
2.1. Soziogeografische Ausgangssituation im Saarland
2.2. Entwässerungsspezifische Grundlagen in Saarbrücken
3. Gesetzliche Grundlagen
3.1. Klima- und Umweltgesetzgebung
3.1.1.Umweltvölkerrecht
3.1.2.Umweltrecht der Europäischen Union
3.1.3.Umweltrechtliche Vorgaben der Bundesrepublik Deutschland
3.1.4.Wasserrecht im Saarland
3.1.5.Ortsrecht
3.2. Grundlagen der kommunalen Selbstverwaltung
3.3. Finanzierungsmöglichkeiten und Gebührenrecht im Saarland
3.3.1.Kommunales Abgabenrecht
3.3.2.Möglichkeiten der Finanzierung
3.4. Technische Regularien
4. Chancen für den Kanalnetzbetreiber
4.1. Grundsätze zur Hebung von Potenzialen im Energiebereich
4.2. Wirtschaftliche Aspekte
4.3. Vorgehensweise und Standortbestimmung
4.3.1.Solare Energie
4.3.2.Thermische Energie
4.3.3.Kinetische / Potenzielle Energie
4.4. Umfrage zur energetischen Nutzung in der Abwasserentsorgung
4.5. Zusammenfassung und Chancenbewertung
5. Risiken für den Kanalnetzbetreiber
5.1. Risikofaktor Klimaveränderung
5.1.1.Bestimmung der Vulnerabilitätsfaktoren
5.1.2.Kanalrück- und -überstau
5.1.3.Technische Möglichkeiten unter rechtlichen Aspekten
5.2. Risikofaktor Demografie
5.2.1.Auswirkungen auf die Kanalisation
5.2.2.Technische Möglichkeiten unter rechtlichen Aspekten
5.3. Umfrage zur Risikominimierung in der Abwasserentsorgung
5.4. Zusammenfassung der Risiken aus Klima- und Demografischem Wandel für eine Stadtentwässerung
6. Strategische Ziele der zukunftsorientierten Stadtentwässerung
6.1. Anforderungen an den Städtebau
6.1.1 Verantwortungsbereich der Stadtplanung
6.1.2 Beispiel: Bebauungsplan „Franzenbrunnen“
6.2. Folgen für die öffentliche Entwässerung
6.3. Private Möglichkeiten der Vorsorge
6.4. Finanzielle Auswirkungen
7. Bewertung und Ausblick
7.1. Technische Aspekte einer zukunftsfähigen Stadtentwässerung
7.2. Rechtliche Aspekte einer zukunftsfähigen Stadtentwässerung
7.2.1.Bundesgesetzliche Schwachstellenanalyse im Wasserrecht
7.2.2.Landeswassergesetze im Überblick
7.2.3.Wertung der bestehenden Governancestrukturen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie sich die Stadtentwässerung unter den Bedingungen des Klimawandels und des demografischen Wandels zukunftsfähig gestalten lässt. Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, die sowohl technisch-ökologische Potenziale erschließen als auch die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und sozialverträgliche Abwasserentsorgung in Saarbrücken berücksichtigen.
1. Einführung
In den vergangenen Jahren ist der Stellenwert kommunaler Klimaschutzpolitik in Deutschland stetig angestiegen. Neben medialer Berichterstattung bezüglich der zu befürchtenden weltweit möglichen Risiken des Klimawandels sowie der Darstellung des zähen Ringens der Staatengemeinschaften zur Vereinbarung von Schutzzielen stellen Bürger zwischenzeitlich bereits direkt vor ihrer Haustür fest, dass sich die klimabedingten Gegebenheiten nicht nur in verschiedenen wissenschaftlichen Modellen, sondern tatsächlich vor Ort, gravierend ändern.
Wo auf der einen Seite, je nach geografischer Lage, für zukünftige klimatische Bedingungen unterschiedliche Werte der Erwärmung prognostiziert werden, hat die Häufigkeit und Intensität von Starkregen deutschlandweit bereits heute merklich zugenommen. Aufgrund des damit immer häufiger einhergehenden Versagens von Entwässerungseinrichtungen wird es unausweichlich, dass sich gerade Kanalnetzbetreiber zukünftig verstärkt um die Berücksichtigung dieser geänderten klimatischen Parameter bemühen. Hierbei ist zu klären, ob und wie eine Kanalisation zur Schadensminderung im Sinne von Mensch, Umwelt und kommunalen Infrastrukturelementen eingebunden werden kann.
Dieser Themenkomplex ist vom Grundsatz her bereits sehr vielschichtig und kompliziert. Er stellt aber, wie sich herausstellen wird, nur einen Teilbereich zukünftiger Entwässerungsstrategien dar. Vielmehr muss gleichzeitig analysiert werden, wie sich die völlig gegenläufig entwickelnden Anforderungen des regionalen Strukturwandels auf die Auslegung von Entwässerungseinrichtungen auswirken. Denn nicht nur kurzzeitig auftretende Starkregenereignisse und Temperaturverschiebungen, sondern auch der kontinuierliche Rückgang des privaten und gewerblichen Wasserverbrauchs, ergeben im 21. Jahrhundert weitreichende Anpassungserfordernisse für die Belange einer zukunftsfähigen Stadtentwässerung.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der kommunalen Klimaschutzpolitik und stellt die Herausforderungen durch den Klimawandel und den demografischen Wandel für die Stadtentwässerung vor.
2. Vorstellung der regionalen Bedingungen im Untersuchungsgebiet: Dieses Kapitel analysiert die soziogeografische Situation im Saarland und die spezifischen entwässerungstechnischen Grundlagen der Stadt Saarbrücken.
3. Gesetzliche Grundlagen: Die rechtlichen Rahmenbedingungen von der europäischen Ebene bis hin zum lokalen Ortsrecht werden dargelegt, insbesondere im Hinblick auf Klima-, Umwelt- und Kommunalrecht.
4. Chancen für den Kanalnetzbetreiber: Hier werden Möglichkeiten zur energetischen Nutzung von Abwasser, wie Solar-, Wärme- und kinetische Energiegewinnung, und deren wirtschaftliche Potenziale untersucht.
5. Risiken für den Kanalnetzbetreiber: Das Kapitel behandelt die Gefahren durch Klimaveränderungen und demografischen Wandel, insbesondere in Bezug auf Überstau und die Betriebssicherheit der Kanalisation.
6. Strategische Ziele der zukunftsorientierten Stadtentwässerung: Strategien für eine klimasensible Stadtplanung und die Konkretisierung durch Bebauungspläne, wie das Beispiel „Franzenbrunnen“, stehen hier im Fokus.
7. Bewertung und Ausblick: Der abschließende Teil bewertet die Ergebnisse, diskutiert die Governancestrukturen und gibt einen Ausblick auf die notwendige Transformation hin zu einem aktiven Management der Zukunft.
Stadtentwässerung, Klimawandel, Demografischer Wandel, Abwasserentsorgung, Saarbrücken, Starkregen, Regenwasserbewirtschaftung, energetische Nutzung, Abwasserwärme, Nachhaltigkeit, Siedlungswasserwirtschaft, Gebührenmodell, kommunale Daseinsvorsorge, Anpassungsstrategie, Vulnerabilität.
Die Arbeit befasst sich mit den Chancen und Risiken einer zukunftsorientierten Stadtentwässerung am Beispiel der Stadt Saarbrücken unter den sich ändernden klimatischen und demografischen Bedingungen.
Die Schwerpunkte liegen auf der energetischen Optimierung der Abwasserentsorgung, dem Management von Starkregenereignissen und der Anpassung der Kanalisation an rückläufige Abwassermengen durch den demografischen Wandel.
Das Ziel ist die Erarbeitung von Entwässerungsstrategien, die an zukünftige Umfeldbedingungen angepasst sind, um sowohl ökonomische als auch ökologische Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
Die Arbeit kombiniert eine Analyse rechtlicher und technischer Rahmenbedingungen mit einer Auswertung regionaler Daten sowie einer Umfrage unter 46 Abwasserentsorgern.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Chancen durch Energienutzung, die Analyse von Risiken durch Klimafolgen und demografischen Druck sowie die strategische Ausrichtung durch städtebauliche Konzepte.
Die zentralen Begriffe sind Stadtentwässerung, Klimawandel, demografischer Wandel, Regenwasserbewirtschaftung und energetische Nutzung aus Abwasser.
Die Arbeit diskutiert die Notwendigkeit von Grund- und Leistungsgebührenmodellen, um die hohen Fixkosten der Abwasserentsorgung bei sinkenden Verbräuchen gerecht zu verteilen.
Es dient als konkretes städtebauliches Beispiel, um zu zeigen, wie ökologische Anforderungen wie Retention und Versickerung direkt in die Bebauungsplanung integriert werden können.
Das Umweltrecht gibt den Rahmen für den Gewässerschutz vor, wobei die Arbeit kritisiert, dass das derzeitige saarländische Recht noch nicht in allen Bereichen die erforderliche Planungssicherheit für integrale Konzepte bietet.
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