Diplomarbeit, 2008
81 Seiten, Note: 1,3
1.0 Einleitung
2.0 Das Konstrukt des Kohärenzgefühls in der Salutogenese
2.1 Das Konstrukt des Kohärenzgefühls
2.1.1 Komponenten des Kohärenzgefühls
2.1.2 Umgang mit Stressoren durch Widerstandsressourcen
2.1.3 Entwicklung und Veränderung des Kohärenzgefühls
2.2 Einfluss des Kohärenzgefühls auf Gesundheit und Stand der Forschung
3.0 Schwangerschaft und postpartale Depression
3.1 Übergang zur Elternschaft als kritisches Lebensereignis
3.2 Postpartale Depression
3.2.1 Symptomatik
3.2.2 Ursachen und Risikofaktoren
3.2.3 Protektivfaktoren / Gesundheitserhaltende Ressourcen
3.3 Präventionsmöglichkeiten
3.3.1 Interventionen bei postpartaler Depression
3.3.2 Beratung als zentrale präventive Maßnahme
4.0 Soziale Beratung von schwangeren Frauen
4.1 Angebot von Schwangerenberatungsstellen
4.2 Soziale Beratung
4.2.1 Konzepte der sozialen Beratung schwangerer Frauen
4.2.2 Zwischenfazit
5.0 Praxisbeispiel: Wiener Projekt zur Prävention postpartaler Depressionen
5.1 Zielsetzung, Konzeption und Ergebnisse
5.2 Zur Rolle der Sozialen Arbeit
6.0 Konzeptuelle Überlegungen für eine soziale Beratung schwangerer Frauen zur Prävention postpartaler Depressionen
6.1 Strukturelle Rahmenbedingungen
6.2 Beratungsinhalte
6.3 Methoden für eine soziale Beratung schwangerer Frauen
7.0 Schlussbetrachtung
Diese Diplomarbeit untersucht den Beitrag der Sozialen Arbeit zur Prävention postpartaler Depressionen, indem sie das theoretische Konstrukt des Kohärenzgefühls aus der Salutogenese auf die Beratungspraxis überträgt und durch ein Praxisbeispiel sowie konzeptuelle Überlegungen fundiert.
2.1.1 Komponenten des Kohärenzgefühls
Das Kohärenzgefühl umfasst in der Konzeption von Antonovsky drei Komponenten: Die tiefe Überzeugung, dass das Leben prinzipiell verstehbar ist (Gefühl der Verstehbarkeit bzw. sense of comprehensibility), dass die damit verbundenen Anforderungen persönlich sinnvoll (Gefühl der Sinnhaftigkeit bzw. sense of meaningfulness) und prinzipiell bewältigbar (Gefühl der Handhabbarkeit bzw. sense of manageability) sind.
Die Komponente Verstehbarkeit bezieht sich primär auf die kognitiven Verarbeitungsmuster eines Individuums. Sowohl interne als auch externe Reize könnten nach Antonovsky als kognitiv sinnvoll wahrgenommen werden: „Die Person mit einem hohen Ausmaß an Verstehbarkeit geht davon aus, dass Stimuli, denen sie in Zukunft begegnet, vorhersagbar sein werden oder sie zumindest, sollten sie tatsächlich überraschend auftreten, eingeordnet und erklärt werden können“ (Antonovsky 1997: 34). Verschiedene Lebenserfahrungen werden als zueinander passend und konsistent wahrgenommen (vgl. ebd.: 110). Grabert weist an diesem Punkt zudem auf den Aspekt der Kontrolle hin – Vorhersagbarkeit und Erklärbarkeit von Ereignissen vermitteln einem Menschen ihrer Auffassung nach das Gefühl der kognitiven Kontrolle über Ereignisse (vgl. Grabert 2007: 26). Auch beinhalte diese Komponente das Gefühl, von anderen Menschen verstanden zu werden. Verstehbarkeit entspreche „der Fähigkeit, auch unter Belastung und in verworrenen Lebenssituationen noch den Überblick und das Verständnis für die eigene Lage zu bewahren“ (ebd.: 27).
Mit dem Gefühl der Handhabbarkeit bzw. Bewältigbarkeit ist ein optimistisches Vertrauen gemeint, Anforderungen meistern und Ressourcen dafür mobilisieren zu können. Die Ressourcen betreffen solche, die ein Individuum selbst unter Kontrolle hat und solche, die von Personen kommen, denen es vertraut – wie dem Ehepartner, Freunden oder Ärzten (vgl. Antonovsky 1997: 35). Nach Grabert ist dabei nicht entscheidend, ob die Kontrolle über ein Ereignis bei einer Person selbst liegt, sondern vielmehr ob diese Person das Gefühl hat, dass jemand das bevorstehende Ereignis gemäß den eigenen Interessen kontrolliert (vgl. Grabert 2007: 27). Das Gefühl der Handhabbarkeit führt dazu, dass sich Personen nicht hilflos ausgeliefert fühlen, wenn sie sich in schwierigen Lebenssituationen befinden: „Wer ein hohes Ausmaß an Handhabbarkeit erlebt, wird sich nicht durch Ereignisse in die Opferrolle gedrängt oder vom Leben ungerecht behandelt fühlen“ (ebd.: 35). Diese Komponente betrifft kognitiv-emotionale Verarbeitungsmuster.
1.0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik postpartaler Depressionen ein und hinterfragt die Rolle der Sozialen Arbeit sowie die Relevanz des Kohärenzgefühls für die Prävention.
2.0 Das Konstrukt des Kohärenzgefühls in der Salutogenese: Dieses Kapitel erläutert das salutogenetische Modell nach Antonovsky und die drei zentralen Komponenten Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit.
3.0 Schwangerschaft und postpartale Depression: Es werden die Herausforderungen des Übergangs zur Elternschaft sowie klinische Symptome und Risikofaktoren der Depression nach der Geburt dargestellt.
4.0 Soziale Beratung von schwangeren Frauen: Das Kapitel bietet einen Überblick über bestehende Beratungsangebote und analysiert verschiedene methodische Konzepte der Sozialen Arbeit.
5.0 Praxisbeispiel: Wiener Projekt zur Prävention postpartaler Depressionen: Die Arbeit stellt ein konkretes Modellprojekt vor, analysiert dessen Zielsetzungen sowie die Rolle der dort eingesetzten Sozialarbeiterinnen.
6.0 Konzeptuelle Überlegungen für eine soziale Beratung schwangerer Frauen zur Prävention postpartaler Depressionen: Hier werden basierend auf den vorangegangenen Kapiteln praktische Empfehlungen für eine strukturierte, inhaltliche und methodische Beratungsgestaltung entwickelt.
7.0 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz des Kohärenzgefühls für die Soziale Arbeit zusammen und bietet einen Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen und Forschung.
Soziale Arbeit, postpartale Depression, Kohärenzgefühl, Salutogenese, Schwangerenberatung, Prävention, Widerstandsressourcen, Übergang zur Elternschaft, psychosoziale Belastung, Beratungsmethoden, Lebensweltorientierung, Wiener Projekt, Beratungsinhalte, Gesundheitsförderung
Die Arbeit untersucht, wie das salutogenetische Konzept des Kohärenzgefühls in der Sozialen Arbeit genutzt werden kann, um postpartale Depressionen bei schwangeren Frauen präventiv zu vermeiden.
Die zentralen Themen sind das Salutogenesemodell nach Antonovsky, die psychosoziale Belastung während des Übergangs zur Elternschaft, sowie die methodische Ausgestaltung sozialer Beratungsangebote.
Ziel ist die Erarbeitung von praktischen Grundlagen für ein präventives Beratungskonzept, das Fachkräfte in der Sozialen Arbeit bei der Begleitung werdender Mütter anwenden können.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf die Auswertung und Transferleistung eines österreichischen Modellprojekts (Wiener Projekt).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Kohärenzgefühls, die klinische Betrachtung postpartaler Depressionen, eine Übersicht bestehender Beratungskonzepte und die Ableitung konkreter methodischer Leitlinien.
Soziale Arbeit, postpartale Depression, Kohärenzgefühl, Salutogenese, Schwangerenberatung und Prävention stehen im Zentrum der Arbeit.
Es dient als praxisnahes Beispiel dafür, wie ein strukturiertes System der Früherkennung und Unterstützung in einem Klinikkontext implementiert werden kann.
Die Arbeit zeigt, dass eine stärkere Integration von gesundheitsfördernden Ressourcen und eine bewusste Bearbeitung der drei Komponenten des Kohärenzgefühls die Widerstandsfähigkeit von Frauen in der kritischen Lebensphase des Elternwerdens maßgeblich stärken kann.
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