Bachelorarbeit, 2012
69 Seiten
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Vorgehen
2. Grundlagen der Patientenbefragung
2.1 Aus Sicht der Empirischen Sozialforschung
2.1.1 Definition Empirische Sozialforschung
2.1.2 Eingruppierung der Patientenbefragung in Form eines Fragebogens
2.2 Anwendung als Qualitätsmanagementinstrument und dessen Wahrnehmung
2.3 Anwendung als Marketinginstrument
3. Problematik der Umsetzung und Skepsis durch anwendende Ärzte
3.1 Befragung führt zu keinem Ergebnis
3.2 Die Nutzenanalyse
3.3 Anwendungsschwierigkeiten bei Durchführung
4. Strukturen des Fragebogens
4.1 Aufbau des Fragebogens
4.1.1 Themenkomplexe und Befragungsort
4.1.2 Fragekategorien
4.1.2.1 Offene Frage
4.1.2.2 Geschlossene Fragen
4.1.2.3 Halboffene Frage
4.2.1 Skalierungen
4.2.1.1 Skalenniveaus
4.2.1.2 Nominal-Skalen
4.2.1.3 Ordinal-Skalen
4.2.1.4 Intervall-Skalen
4.2.1.5 Ratio-Skalen
4.2.2 Skalenarten und ihre Anwendung
4.2.2.1 Likert-Skala
4.2.2.2 Thurstone Methode
4.2.2.3 Guttman-Skala
4.2.2.4 Rating-Skala
4.2.3 Strukturen von Antwort-Skalen
5. Erstellung eines anwendbaren Fragebogens
5.1 Stufe 1: Das Ziel
5.2 Stufe 2: Was, wer und wie soll befragt werden?
5.3 Stufe 3: Erstellung des Fragenkataloges
5.4 Stufe 4: Pretest
5.5 Stufe 5: Erstellung eines Anschreibens
6. Fazit und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer stufenweisen Anleitung zur Konstruktion eines strukturierten, schriftlichen Patientenfragebogens für niedergelassene Ärzte. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie ein Fragebogen unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden der Empirischen Sozialforschung so gestaltet werden kann, dass er effektiv für das Qualitätsmanagement und Praxismarketing eingesetzt werden kann, ohne durch Voreingenommenheit oder ineffektive Gestaltung die Ergebnisse zu verzerren.
4.1.1 Themenkomplexe und Befragungsort
Jeder kennt sicherlich den Text der Titelmusik zur Kinderserie Sesamstraße „Wer, wie, was – wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm.“ Dabei liegt die Kunst aber nicht in der Summe der Fragen. Nennen wir es einfach das „Sind wir bald da?“-Prinzip. Je öfter die Frage durch die Kinder gestellt wird, desto genervter reagieren die Eltern. Es ist also viel effektiver Fragen hinsichtlich ihrer Ausrichtung (wonach wird gefragt) und dem wie sie gefragt werden, zu durchleuchten.
Lassen Sie mich es an einem Beispiel kurz verdeutlichen: Ein niedergelassener Hausarzt bemerkt, dass seine Patienten immer unzufriedener mit der Terminvergabe sind. Jetzt möchte er mit Hilfe einer Befragung dem auf den Grund gehen. Also stellt er die Frage: Sind sie mit unserer Terminvergabe zufrieden? Antwortmöglichkeiten wären Ja / Nein / keine Angabe.
Er hätte zwar nun die Information, dass seine Patienten unzufrieden sind, aber sie ist relativ nutzlos, weil er keinerlei Bezug zur Ursache herstellen kann.
Würde sich der niedergelassene Arzt nun vorher überlegen: Welche Bereiche tangieren denn letztendlich die Terminvergabe? ist es ihm möglich, anhand dieser Themengebiete, Kategorien für die Befragung auszuarbeiten. Passend wären hier die Tätigkeiten rund um die Anmeldung am Empfang. Legen wir für unser Beispiel den telefonischen Erstkontakt als eine Kategorie fest, so würden nun Fragen bezüglich dieser Kategorie gestellt.
Wie bewerten Sie unsere telefonische Erreichbarkeit nach Schulnoten?
Wurde am Telefon auf Ihre Terminwünsche eingegangen?
Anhand der Information, die dem Arzt nun zur Verfügung stehen, kann er aktiv Einfluss auf diese Faktoren nehmen die zur Unzufriedenheit des Patienten führen. Liegt zum Beispiel ein Problem der Erreichbarkeit vor, kann er durch den Einsatz einer optimierten Telefonanlage (Warteschleife, Zweitgerät) das ursächliche Problem beheben.
1. Einleitung: Beschreibt die Notwendigkeit von Patientenbefragungen für niedergelassene Ärzte zur wirtschaftlichen Praxissteuerung, Qualitätssicherung und Kundenorientierung.
2. Grundlagen der Patientenbefragung: Erläutert die wissenschaftlichen Grundlagen aus der Empirischen Sozialforschung und die Einordnung der Befragung als Management- und Marketinginstrument.
3. Problematik der Umsetzung und Skepsis durch anwendende Ärzte: Analysiert die Ursachen für Skepsis und Scheitern bei der Durchführung sowie Lösungsansätze zur professionellen Anwendung.
4. Strukturen des Fragebogens: Detaillierte Darstellung der Konstruktion, von verschiedenen Fragetypen über Skalenniveaus bis hin zur Wahl der richtigen Skalierung.
5. Erstellung eines anwendbaren Fragebogens: Bietet einen praxisorientierten Leitfaden in fünf Stufen von der Zieldefinition bis zur finalen Erstellung des Anschreibens.
6. Fazit und Ausblick: Führt die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und betont die langfristige Bedeutung einer durchdachten Befragungsstrategie für Arztpraxen.
Patientenbefragung, Qualitätsmanagement, Praxismarketing, Empirische Sozialforschung, Fragebogenkonstruktion, Skalierungen, Patientenzufriedenheit, Arztpraxis, Patientenorientierung, Rücklaufquote, Skalenniveaus, Befragungsmethodik, Unternehmenssteuerung, Datenqualität, Gesundheitsmarkt
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Konstruktion von standardisierten schriftlichen Patientenbefragungen speziell für den Bereich der niedergelassenen Ärzte.
Die zentralen Themen sind die wissenschaftlichen Methoden der Sozialforschung, die spezifischen Anforderungen an Fragebögen in Arztpraxen sowie deren Nutzen für Qualitätsmanagement und Marketing.
Ziel ist es, niedergelassenen Ärzten eine strukturierte und stufenweise Anleitung zur Konstruktion eines Fragebogens zu geben, der valide Daten liefert und nicht durch falsche Erwartungen oder Voreingenommenheit verzerrt wird.
Die Arbeit stützt sich auf die Methoden der empirischen Sozialforschung, insbesondere auf die strukturierte Entwicklung von Fragestellungen, Kategorien und Skalierungen.
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen der Patientenbefragung, die Überwindung von Skepsis bei Ärzten, die detaillierte Strukturierung von Fragebögen sowie eine konkrete 5-stufige Anleitung zur Erstellung eines anwendbaren Fragebogens.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Patientenbefragung, Qualitätsmanagement, Praxismarketing, Fragebogenkonstruktion und Skalierungen beschreiben.
Der Pretest wird als entscheidender erster Qualitätsindikator gesehen, der hilft, Verständnisprobleme, Unklarheiten bei der Fragestellung oder fehlende Antwortalternativen frühzeitig zu identifizieren und zu beheben.
Die Wartezimmerbefragung ist oft einfacher umzusetzen und kostengünstiger, während die postalische Befragung tiefergehende Reflexionen ermöglicht, aber einen höheren organisatorischen Aufwand und ein gezielteres Anschreiben erfordert.
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