Examensarbeit, 2012
69 Seiten, Note: 2,1
1. EINLEITUNG
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Aufbau und Zielsetzung der einzelnen Kapitel
1.3 Forschungsstand
1.3.1 Forschungen zu der Geschichte der Russlanddeutschen
1.3.2 Forschungen zu religiösen Aspekten
2. ZUM BEGRIFF „RUSSLANDDEUTSCHE“
3. ÜBERBLICK ÜBER DIE GESCHICHTE DER RUSSLANDDEUTSCHEN
3.1 Die Anfänge der deutschen Einwanderung im 16. Jahrhundert
3.2 Systematische Ansiedlung von Deutschen in Russland unter Katharina II.
3.3 Die weitere Entwicklung im 19. Jahrhundert
3.4 Der Abbau der Privilegien der Russlanddeutschen unter Alexander II. und Nikolaus II.
3.5 Das Revolutionsjahr 1917 und die weitere Entwicklung unter sowjetischer Führung
3.6 Die Russlanddeutschen unter der Herrschaft Stalins
3.7 Die Deutschen in der Sowjetunion zur Zeit des Zweiten Weltkriegs
3.8 Nach dem Kriege: Die mühsamen Schritte zu einer begrenzten Rehabilitierung der Russlanddeutschen
3.9 Die Deutschen in Russland nach der Auflösung der UdSSR und die weitere Entwicklung bis heute
3.10 Die Rückwanderung der Russlanddeutschen in die BRD
4. DAS KIRCHLICHE UND RELIGIÖSE LEBEN DER DEUTSCHEN IN RUSSLAND
4.1 Evangelisch-lutherische Russlanddeutsche
4.1.1 Die Anfänge
4.1.2 Von der Ansiedlung unter Katharina II. bis zu Oktoberrevolution
4.1.3 Die Lutheraner in der Sowjetzeit
4.1.4 Wiedergründung der Evagelischen-Lutherischen Kirche
4.2 Römisch-katholische Russlanddeutsche
4.2.1 Die Anfänge
4.2.2 Die katholische Kirche in der Sowjetzeit
4.2.3 Folgen der Perestroika
4.3 Russlanddeutsche Mennoniten
4.3.1 Die Anfänge
4.3.2 Spaltung in „Kirchenmennoniten“ und „Mennoniten-Brüder-Gemeinden“
4.3.3 Die Gemeinden in der Sowjetperiode und die Zeit danach
4.4 Baptisten
4.4.1 Die Anfänge und die weitere Entwicklung der Gemeinden
4.4.2 Die Baptisten in der Sowjetzeit und die Zeit danach
4.5 Die Herrnhuter Brüdergemeine
4.5.1 Erste Schritte der Ansiedlung (1735-1762)
4.5.2 Ansiedlung in Sarepta (1765-1892)
5. EXKURS: RUSSLANDDEUTSCHE IN DEN GEMEINDEN DER EVANGELISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND
5.1 Statistische Angaben über die Konfessionsverteilung
5.2 Religiosität der Russlanddeutschen
5.3 Binnenintegration in den Kirchen
5.4 Aussiedlerseelsorge der EKD
5.4.1 Aufgaben und Arbeitsansätze der Aussiedlerarbeit
5.4.2 Publikationen und Projekte der Evangelischen Aussiedlerseelsorge
5.4.3 Aussiedlerarbeit in der Evangelischen Kirche von Westfalen
6. SCHLUSSBETRACHTUNG
7. LITERATURVERZEICHNIS
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die religiöse Identität der Russlanddeutschen von ihrer Ansiedlung unter Iwan IV. bis zur Integration in die deutschen Kirchengemeinden nach der Rückwanderung. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie sich die Identität der Minderheit unter dem Druck von Verfolgung, Deportation und sowjetischer Atheisierung gewandelt hat.
3.1 Die Anfänge der deutschen Einwanderung im 16. Jahrhundert
Seit dem Mittelalter kamen Militärfachleute, Techniker und Handwerker nach „Moskowien“, um dort ihre hochgeschätzten Dienste anzubieten. Sie wurden meist von den Regenten selbst angeworben und wurden vor allem im Militärwesen eingesetzt. Hierzu schreibt Hecker:
Während andere Nationalitäten in das russische Vielvölkerreich hineingerieten, weil dieses seine Macht und Grenzen über sie hinweg ausdehnte, war es im Falle der Deutschen so, dass sie zum größten Teil nach Russland einwanderten und sich dort niederließen.36
Iwan III. war der erste der Zaren, der Fachleute aus dem Deutschen Reich rekrutierte und diese in einem Landstreifen im Nordosten Moskaus ansiedelte. Dieser Landstreifen erhielt im Laufe der Jahre den Namen „Die deutsche Vorstadt“ (nemezkaja sloboda). Fleischhauer schreibt diesbezüglich:
Unter Iwan Wassiljewitsch IV. (1533-1584), genannt der Schreckliche, wurde die „Nemezkaja Sloboda“ neben deutschen Kriegsgefangenen aus dem russischen Nordwesten und dem Baltikum mit zahlreichen aus deutschen Landen eingewanderten Fachkräften besiedelt: Offizieren, Kaufleuten, Technikern, Handwerkern und Gelehrten.37
EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema der Russlanddeutschen ein und beschreibt deren bewegte Geschichte von der frühen Ansiedlung bis zur heutigen Integration in Deutschland.
ZUM BEGRIFF „RUSSLANDDEUTSCHE“: In diesem Kapitel wird die Definition und der historische Bedeutungswandel des Begriffs „Russlanddeutsche“ sowie der Termini „Aussiedler“ und „Spätaussiedler“ erläutert.
ÜBERBLICK ÜBER DIE GESCHICHTE DER RUSSLANDDEUTSCHEN: Das Kapitel bietet eine chronologische Darstellung der Einwanderung und Lebensumstände der Deutschen in Russland von Iwan IV. bis zur modernen Rückwanderungswelle.
DAS KIRCHLICHE UND RELIGIÖSE LEBEN DER DEUTSCHEN IN RUSSLAND: Hier werden die verschiedenen Konfessionen der Russlanddeutschen (Lutheraner, Katholiken, Mennoniten, Baptisten, Herrnhuter) und ihre Entwicklung unter religiösen und politischen Restriktionen analysiert.
EXKURS: RUSSLANDDEUTSCHE IN DEN GEMEINDEN DER EVANGELISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND: Der Exkurs widmet sich der Integration der Russlanddeutschen in die deutschen Kirchen sowie den speziellen Programmen der kirchlichen Aussiedlerseelsorge.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass die Religion für die Russlanddeutschen ein zentrales Identitätsmerkmal war, das ihnen half, ihre kulturelle Identität trotz Unterdrückung zu bewahren.
Russlanddeutsche, Aussiedler, Geschichte, Religion, Sowjetunion, Deportation, Kirche, evangelisch-lutherisch, römisch-katholisch, Mennoniten, Baptisten, Identität, Integration, Seelsorge, Perestroika.
Die Arbeit befasst sich mit der Siedlungsgeschichte und der kirchlich-religiösen Entwicklung der Russlanddeutschen von den ersten Einwanderern unter Iwan IV. bis hin zur Integration der Aussiedler in die Bundesrepublik Deutschland.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Siedlungen, der Bewahrung des Glaubens trotz Verfolgung in der Sowjetunion sowie den heutigen Herausforderungen bei der Integration in deutsche Kirchengemeinden.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Kultur und Geschichte der Deutschstämmigen aus Russland zu schaffen, da das Wissen darüber in der deutschen Gesellschaft oft nur begrenzt vorhanden ist.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der historische Fachliteratur, Dokumentationen, Berichte und wissenschaftliche Studien ausgewertet wurden, um ein differenziertes Bild der russlanddeutschen Geschichte und Religiosität zu zeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick, eine detaillierte konfessionsgeschichtliche Analyse der evangelisch-lutherischen, katholischen, mennonitischen, baptistischen und hernhutischen Gemeinden sowie einen Exkurs zur heutigen Aussiedlerseelsorge.
Die wichtigsten Schlagworte sind Russlanddeutsche, Aussiedler, Siedlungsgeschichte, Religiosität, sowjetische Kirchengeschichte und kirchliche Integrationsarbeit.
Aufgrund staatlicher Verbote im atheistischen Sowjetsystem verlagerte sich das religiöse Leben in das Private, oft in Form von informellen Betkreisen unter der Leitung von Laien oder „Betschwestern“.
Der Glaube fungierte über Jahrhunderte als wichtiges Identitätsmerkmal, das half, sich als ethnische Minderheit vom russischen Staatsvolk abzugrenzen und das „Eigene“, also das Deutsche, zu bewahren.
Sie verläuft oft schleppend, da die liberale Praxis der deutschen Amtskirche für die eher pietistisch und fundamentalistisch geprägten Russlanddeutschen zunächst fremd wirkt und die Kommunikation über religiöse Bedürfnisse schwierig sein kann.
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