Magisterarbeit, 2009
165 Seiten, Note: 1,3
1. Alt gegen neu: Beziehungen zwischen den Medien – Ein Rückblick
2. Formen der Aufeinanderbezogenheit von Literatur und Film – Ein Abriss
3. Der Film trifft auf die Literatur – Eine Geschichte von Koexistenz und Konkurrenz, Synthese und Interdependenzen
3.1 Veränderung der Rahmenbedingungen von Filmproduktion und -rezeption: Institutionalisierung, Ökonomisierung und Fiktionalisierung des Films
3.2 Erzähltechnische Veränderungen als Voraussetzung für die Adaption Literarischer Erzählstrukturen – Der Film lernt das „Erzählen“
3.3 Der frühe Rückgriff auf Literatur
3.4 Die historische Beurteilung der Literaturverfilmung
3.5.1 Koexistenz und Konkurrenz – Die mediale Opposition zum Theater
3.5.2 Synthese und Interdependenzen – Filmische Ambitionen literarischer Autoren
4. Historische Abgrenzungsstrategien: Literarische Reflexionen über Gemeinsamkeiten und medienspezifische Unterschiede von Film und Literatur
4.1 Das „Kinobuch“ in der Tradition einer wechselseitigen Entfremdung von Kunst, Zweck und Unterhaltung
4.2 Die „babylonische“ Überschätzung des Films: Der Stummfilm als weitere Möglichkeit einer Abgrenzung der Literatur vom Film
4.3 Fazit: „Die Krise des Wortes“ oder die Angst, selbst nicht mehr gelesen zu werden – Literatur und Film in Zeiten der populären Kultur der Unterhaltung
5. Das Verhältnis von Literatur und Film im Allgemeinen und die Literaturverfilmung im Speziellen in der Film- und Literaturtheorie
5.1 Literaturtheoretische Einflüsse auf die frühe Filmtheorie
5.2 Der Paradigmenwechsel in den 1960er Jahren: Die Einbettung Medientheoretischer und -analytischer Probleme in die Literaturwissenschaft
5.3 Das neue Konzept der Literaturverfilmung: Künstlerische Freiheit statt Werktreue-Postulat
5.4 Das aktuelle Verständnis des Verhältnisses von Film und Literatur: Das Konzept der Intermedialität
5.5 Die Untersuchung filmischer Verfahren der Umsetzung von Literatur – Die Adaptionstypologie
5.5.1 Die Transposition
5.5.2 Die Adaption
5.5.3 Die Transformation
5.5.4 Die Transfiguration
5.6 Fazit: Der Film als soziologischer und ökonomischer Faktor – Die Popularisierung als Grundprinzip filmischer Adaption
6. Erfolgreich ist, was auch zu unterhalten vermag
6.1 Über die deutsche Lust am Lesen und die Abhängigkeit des Leseverhaltens von mediengesteuerten Einflüssen
6.2 Über „Das Parfum“ als unterhaltender Welterfolg
6.3 Über das Parfum als Weltmeister im Kampf um die Verfilmungsrechte
7. Die Adaption als „Anpassung an die Möglichkeiten der Leinwand“: Über Verfilmbarkeit und Unverfilmbarkeit des „Parfums“ in der Literatur-Rezeption
7.1 Über den Reiz einer Verfilmung des „Parfum“-Romans
7.2 Die Problematik der De-Mimetisierung
7.3 Die filmische Darstellbarkeit der Figur des Grenouille
7.4 Die aisthetische Reduktion auf den Geruchssinn
8. Jean-Baptiste Grenouille musste im Film ein anderer werden: Die populärdramaturgische Ausrichtung des Films
8.1 Das Kino der Gefühle
8.1.1 Sehnsucht statt Obsession: die filmische Dimension des Grenouille
8.1.2 Die Problematik des moralischen Bewusstseins
8.1.3 Über die Film-Figur Grenouille, die weder lieben noch geliebt werden konnte
8.2 Sinn und Zweck dramaturgischer Abweichungen
8.3 Transformation oder Adaption?
9. Die Rezeption des Films „Das Parfum“ in den deutschen Medien
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Literatur und Film und wie sich dieses über die Zeit gewandelt hat. Das primäre Ziel ist es, die Mechanismen der populären Kultur und der Literaturverfilmung zu analysieren, wobei Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“ und die filmische Umsetzung durch Tom Tykwer als exemplarisches Fallbeispiel dienen, um aktuelle Strategien der filmischen Adaptionspraxis zu ergründen.
3.1 Veränderung der Rahmenbedingungen von Filmproduktion und -rezeption: Institutionalisierung, Ökonomisierung und Fiktionalisierung des Films
In den ersten Jahren des Films gab es keinen besonderen Ort wie das Kino für dessen Vorführungen. Und so waren seine Anfänge als „unverbunden[es] Nebeneinande[r] von einzelnen sehr kurzen Filmen und Filmprogrammen neben anderen Varieté-Nummern“ immer „untrennbar mit den Einrichtungen der Unterhaltungsindustrie der Jahrhundertwende“ verbunden, wie den Varietés oder den Jahrmärkten. Nach Untersuchungen Hellers lässt sich die Ausdifferenzierung der Filmwirtschaft in „die Trias Produktion-Verleih-Vorführbetrieb“ – die Institutionalisierung des Films in ortsfesten sogenannten „Ladenkinos“ – in Deutschland zeitlich für das Jahr 1907 nachweisen.
Der Film an sich war von Anfang an in seinem „ursprünglichen populär-kulturellen Kontext“ aufgehoben und folgte „der szenischen Darstellungsweise von Erzählungen“, an die die Besucher der Unterhaltungsstätten gewöhnt waren. Dies war die Grundvoraussetzung für die Verständlichkeit der Filme: Die „Gemeinsamkeit der populären Kultur“, sowohl hinsichtlich der Umgebung, in der Filme gezeigt wurden, als auch hinsichtlich des Publikums, welches die Filme in eben diesem „Umfeld populärer Unterhaltung“ rezipierte.
1. Alt gegen neu: Beziehungen zwischen den Medien – Ein Rückblick: Dieses Kapitel beleuchtet mediengeschichtliche Zusammenhänge und zeigt auf, dass neue Medientechnologien stets an bereits Vorhandenes anknüpfen.
2. Formen der Aufeinanderbezogenheit von Literatur und Film – Ein Abriss: Hier werden Kategorien für das Verhältnis zwischen Film und Literatur definiert, um die historischen Wurzeln und Entwicklungen besser einordnen zu können.
3. Der Film trifft auf die Literatur – Eine Geschichte von Koexistenz und Konkurrenz, Synthese und Interdependenzen: Das Kapitel analysiert die frühen Rahmenbedingungen und den ästhetischen Wandel, der den Grundstein für die Auseinandersetzung zwischen Literatur und Film legte.
4. Historische Abgrenzungsstrategien: Literarische Reflexionen über Gemeinsamkeiten und medienspezifische Unterschiede von Film und Literatur: Hier wird der kritische Diskurs der literarischen Intelligenz zur Zeit des Stummfilms und die Kino-Debatte untersucht.
5. Das Verhältnis von Literatur und Film im Allgemeinen und die Literaturverfilmung im Speziellen in der Film- und Literaturtheorie: Dieser Teil definiert die Literaturverfilmung methodisch und erläutert verschiedene Adaptionstypologien sowie den Paradigmenwechsel in der Theoriebildung.
6. Erfolgreich ist, was auch zu unterhalten vermag: Das Kapitel betrachtet Literatur und Film als Teil einer populären Unterhaltungskultur und analysiert den Erfolg von „Das Parfum“.
7. Die Adaption als „Anpassung an die Möglichkeiten der Leinwand“: Über Verfilmbarkeit und Unverfilmbarkeit des „Parfums“ in der Literatur-Rezeption: Hier werden spezifische Herausforderungen bei der filmischen Umsetzung des Romans sowie theoretische Überlegungen dazu diskutiert.
8. Jean-Baptiste Grenouille musste im Film ein anderer werden: Die populärdramaturgische Ausrichtung des Films: Dieses Kapitel untersucht die konkreten dramaturgischen Änderungen an der Romanvorlage, um die Figur Grenouille für ein Kinopublikum zu erschließen.
9. Die Rezeption des Films „Das Parfum“ in den deutschen Medien: Abschließend wird die mediale Resonanz der Verfilmung in Deutschland analysiert und bewertet.
Literaturverfilmung, Filmtheorie, Literaturgeschichte, Patrick Süskind, Das Parfum, Adaptionstypologie, Kinodebatte, populäre Kultur, Medienwechsel, Intermedialität, Dramaturgie, Tom Tykwer, Rezeption, Stoffgeschichte, Narrativik.
Die Magisterarbeit untersucht das Verhältnis zwischen Literatur und Film anhand der filmischen Adaption von Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Literaturverfilmung, filmtheoretische Grundlagen, die populärkulturelle Einordnung von Filmen sowie dramaturgische Anpassungsprozesse.
Die Arbeit analysiert, wie sich das Verhältnis von Literatur und Film historisch gewandelt hat und welche populärkulturellen Mechanismen bei modernen Literaturverfilmungen greifen.
Die Untersuchung basiert auf einem historischen Rückblick auf die Medienbeziehungen, der Anwendung von Adaptionstypologien und einer detaillierten Analyse der filmdramaturgischen Gestaltung.
Im Hauptteil werden zunächst die historischen Wurzeln des Verhältnisses von Film und Literatur dargelegt, gefolgt von einer Analyse der Adaption des Romans „Das Parfum“ als Fallbeispiel für populäre Dramaturgie.
Die wichtigsten Begriffe sind Literaturverfilmung, Intermedialität, Adaptionstypologie, populäre Kultur und Filmästhetik.
Der Roman eignet sich hervorragend, da er als Weltbestseller eine hohe mediale Aufmerksamkeit genießt und aufgrund seiner spezifischen olfaktorischen Thematik als vermeintlich schwer verfilmbar gilt.
„Popularisierung“ wird als Grundprinzip der Adaption definiert, bei dem ein Stoff an die Sehgewohnheiten und den Geschmack eines breiten Kinopublikums angepasst wird, um kommerziellen Erfolg zu sichern.
Die Arbeit betrachtet die Verfilmung als eine Transformation, die notwendige dramaturgische Anpassungen vornimmt, um die psychologische Konturierung des Protagonisten für ein Filmpublikum erfahrbar zu machen.
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