Diplomarbeit, 2003
87 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Hintergrund, Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Prämissen der Arbeit
2 Grundzüge des Gesellschaftsrechts der KGaA
2.1 Die Rechtsnatur der KGaA
2.2 Das Rechtsverhältnis zwischen phG und Gesamtheit der Kommanditaktionäre
2.3 Die Rechtsstellung der Kommanditaktionäre im Besonderen
3 Handelsbilanzrecht der KGaA
3.1 Die verschiedenen Bilanzierungstheorien bei der KGaA
3.2 Handelsbilanzielle Behandlung des Ergebnisanteils des phG
4 Die ertragsteuerliche Behandlung der KGaA und ihrer Gesellschafter im Vergleich zu anderen Rechtsformen
4.1 Grundsätzliches zur Besteuerung einer Kapitalgesellschaft
4.2 Grundsätzliches zur Besteuerung einer Personengesellschaft
4.3 Die Besteuerung der KGaA
4.3.1 Die körperschaftsteuerliche Behandlung im Allgemeinen und die Vorschrift § 9 I Nr. 1 KStG im Besonderen
4.3.2 Die gewerbesteuerliche Behandlung der Gesellschaft im Allge meinen und die Vorschrift § 8 Nr. 4 GewStG im Besonderen
4.3.3 Die einkommensteuerliche Behandlung des phG und die Vorschrift § 15 I Satz 1 Nr. 3 EStG
4.3.4 Die gewerbesteuerliche Behandlung des phG und die Vorschrift § 9 Nr. 2b GewStG
4.3.5 Die Besteuerung der Kommanditaktionäre
4.4 Zwischenfazit
5 Betriebswirtschaftliche Analyse und Belastungsvergleich
5.1 Entwicklung der Teilsteuersätze
5.1.1 Teilsteuersätze für Kapitalgesellschaften
5.1.2 Teilsteuersätze für Einkünfte aus Mitunternehmerschaften
5.1.3 Besonderheiten bei der KGaA
5.2 Steuerbelastungsvergleich
5.2.1 Laufende Steuerbelastung bei Vollausschüttung
5.2.2 Laufende Steuerbelastung bei Thesaurierung
5.2.3 Fragen der Finazierungsneutralität in Bezug auf Gesellschaftervergütungen
5.2.4 Laufende Steuerbelastung unter Berücksichtigung von Gesellschaftervergütungen
5.2.5 Aperiodische Besteuerung
5.2.6 Steuervorteile durch Gestaltungsmodelle
6 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die steuerliche Behandlung der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) und ihrer Gesellschafter im Vergleich zu anderen Rechtsformen. Ziel ist es, die steuerökonomischen Auswirkungen der hybriden Struktur der KGaA – die sowohl kapitalistische als auch personalistische Besteuerungsmerkmale vereint – zu analysieren und zu klären, ob für die Wahl dieser Rechtsform steuerliche Vor- oder Nachteile bestehen.
4.3.1 Die körperschaftsteuerliche Behandlung im Allgemeinen und die Vorschrift § 9 I Nr. 1 KStG im Besonderen
Die KSt der KGaA bemisst sich nach ihrem zvE (§ 7 I KStG), das gemäß § 7 II KStG das nach § 8 I KStG zu ermittelnde Einkommen ist. § 8 I KStG wiederum verweist zur Ermittlung des Einkommens auf die Vorschriften des EStG und des KStG, also auf die §§ 4 - 7k EStG und 8 - 19 KStG. Da die KGaA nach den §§ 3 I, 278 II, AktG und 6 I, 238 ff. HGB als Formkaufmann buchführungspflichtig ist, hat sie nach § 8 II KStG ausschließlich Einkünfte aus Gewerbebetrieb.
Ausgangspunkt der steuerlichen Gewinnermittlung der KGaA ist ihre Steuerbilanz, für die nach § 5 I EStG wiederum ihre Handelsbilanz maßgeblich ist. Unerheblich, ob man der dualistischen oder monistischen Bilanzauffassung folgt, ist für die Ermittlung des zu versteuernden Einkommens der KGaA nur der Teil der Bilanz der KGaA maßgeblich, der nicht den Kapitalanteil des phG betrifft.
Das zvE ermittelt sich grundsätzlich wie das zvE jeder anderen Kapitalgesellschaft, einzig die Sondervorschrift § 9 I Nr. 1 KStG existiert zur Umsetzung des hybriden Charakters der KGaA.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der KGaA ein und definiert das Ziel der Arbeit, die steuerlichen Vor- und Nachteile dieser hybriden Rechtsform zu untersuchen.
2 Grundzüge des Gesellschaftsrechts der KGaA: Dieses Kapitel erläutert die Rechtsnatur der KGaA als Mischform zwischen Personen- und Kapitalgesellschaft sowie das Verhältnis zwischen persönlich haftendem Gesellschafter (phG) und den Kommanditaktionären.
3 Handelsbilanzrecht der KGaA: Hier werden die dualistische und monistische Bilanzauffassung sowie die handelsbilanzielle Behandlung des Ergebnisanteils des phG diskutiert.
4 Die ertragsteuerliche Behandlung der KGaA und ihrer Gesellschafter im Vergleich zu anderen Rechtsformen: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Besteuerung von Kapital- und Personengesellschaften und überträgt diese Erkenntnisse auf die hybride Struktur der KGaA unter Berücksichtigung von Sondervorschriften wie § 9 I Nr. 1 KStG.
5 Betriebswirtschaftliche Analyse und Belastungsvergleich: Dieses Kapitel nutzt die Teilsteuerrechnung, um die laufende Steuerbelastung, Thesaurierungseffekte sowie die Finanzierungsneutralität quantitativ zu vergleichen.
6 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass steuerökonomische Unterschiede zwischen den Rechtsformen zwar existieren, aber oft geringfügig sind und die Personengesellschaft häufig optimal erscheint.
Kommanditgesellschaft auf Aktien, KGaA, Steuerbelastung, Trennungsprinzip, Transparenzprinzip, persönlich haftender Gesellschafter, phG, Kommanditaktionäre, Teilsteuerrechnung, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Finanzierungsneutralität, Rechtsformwahl, Thesaurierung, Halbeinkünfteverfahren
Die Arbeit analysiert die steuerliche Rechtsformwahl für Unternehmen, mit einem spezifischen Fokus auf die hybride Rechtsform der KGaA im Vergleich zu herkömmlichen Kapital- und Personengesellschaften.
Die Arbeit behandelt die ertragsteuerliche Behandlung auf Gesellschafts- und Gesellschafterebene, die Anwendung von Spezialvorschriften für die KGaA und die finanzmathematische Belastungsanalyse mittels Teilsteuerrechnung.
Das Ziel ist es, die gesellschaftsrechtlichen Vorteile der KGaA den steuerlichen Konsequenzen gegenüberzustellen und zu prüfen, ob sich aus dieser hybriden Konstruktion signifikante steuerökonomische Vor- oder Nachteile ergeben.
Die Arbeit nutzt die betriebswirtschaftliche Teilsteuerrechnung nach Gerd Rose, um Steuerwirkungen verschiedener Größen und Gestaltungsmodelle vergleichbar zu machen und Belastungsfaktoren zu isolieren.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Besteuerung der KGaA, insbesondere auf der Anwendung von § 9 I Nr. 1 KStG und § 8 Nr. 4 GewStG, sowie dem Vergleich laufender Steuerbelastungen bei unterschiedlicher Ausschüttungs- und Thesaurierungspolitik.
Zentrale Begriffe sind die KGaA, das Trennungs- und Transparenzprinzip, die steuerliche Behandlung des phG sowie die finanzierungsneutrale Ausgestaltung von Gesellschaftervergütungen.
Der phG wird einkommensteuerlich zwar nicht als Mitunternehmer eingestuft, aber wie ein solcher behandelt. Er unterliegt mit seinem Gewinnanteil und Sondervergütungen den Grundsätzen des Sonderbetriebsvermögens, was ihn steuerlich in die Nähe von Personengesellschaftsbesteuerungen rückt.
Die Gewerbesteuer ist bei der KGaA aufgrund von Hinzurechnungs- und Kürzungsvorschriften (wie § 8 Nr. 4 GewStG) ein kritisches Instrument zur Umsetzung des Objektsteuerprinzips, das systematische Unterschiede zur reinen Kapital- oder Personengesellschaft begründet.
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