Studienarbeit, 2006
14 Seiten
1. Einleitung
2. Ist-Zustand
3. Was sind die Gründe der Benachteiligung?
3. 1. Der soziale Aspekt
3. 2. Der Bildungs- und Migrationsaspekt
3. 3. Diskriminierung
4. Die Zuweisung an Sonderschulen
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen und gesellschaftlichen Ursachen der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem. Dabei wird analysiert, inwiefern soziale Herkunft, sprachliche Barrieren und institutionelle Diskriminierung den Bildungserfolg beeinflussen und warum das System bisher kaum in der Lage ist, diese Ungleichheiten auszugleichen.
3. 3. Diskriminierung
Wie schon erwähnt, gab es irgendwann erste ausländerfeindliche Tendenzen im Nachkriegsdeutschland. Es lässt sich zeitlich nicht genau sagen. Nationalismus gibt es immer und überall auf der Welt, und in Deutschland hörte er mit dem verlorenen Krieg nicht plötzlich auf zu existieren. In der DDR waren es eingewanderte Vietnamesen und Afrikaner aus „befreundeten sozialistischen Ländern“, die unterschwellig von so manchen DDR-Bürgern diskriminiert wurden. Man bezeichnete sie als „Fidschis“. In der Bundesrepublik wurden Italiener gern als „Spagettifresser“ bezeichnet, und als die Türken die zahlreichste Migrantengruppe wurden, verlagerte sich die Ausländerfeindlichkeit in Westdeutschland zunehmend in Richtung Türken. Höhepunkt waren (und sind) Brandanschläge und gewaltsame Übergriffe, wobei besonders auffällt, dass dieser Rassismus auch dort auftritt, wo kaum Ausländer leben, also in Ostdeutschland seit der Wende. Wenn die ansässige Bevölkerung tagtäglich mit den Migranten zu tun hat, dann gewöhnt man sich auch besser aneinander – Kontakt schafft Verständnis. Und dort, wo es kaum Migranten gibt, ist die Ablehnung manchmal am größten. Der deutsche Pass ändert daran nichts.
Die weltpolitischen Ereignisse sind nun nicht gerade hilfreich. Menschen werden zu Unrecht für das (mit)verantwortlich gemacht, was ihre Regierungen oder Landsleute tun. Islamischer Terrorismus macht den Menschen Angst. Wenn es viele Moslems in Deutschland gibt, die theoretisch gewaltbereit sein könnten, dann gibt es Skepsis und Ablehnung ihnen gegenüber. Solche pauschalen Vorurteile wirken sich leider auch im Alltag aus. Aber es gibt weitere Vorurteile. Man befürchtet, Moslems seien weniger anpassungsfähig aufgrund der kulturellen und religiösen Unterschiede. Natürlich sind Ehrenmorde und Hasspredigten für die deutsche Gesellschaft nicht akzeptabel. Aber es ist auch nicht akzeptabel, Migrantenkindern von vorne herein zu unterstellen, sie würden für das Gymnasium nicht in Frage kommen. Eine Untersuchung aus Frankfurt am Main beweist, dass das offenbar getan wird.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein, dass das deutsche Schulsystem bei der Förderung von Migrantenkindern im Vergleich zu anderen europäischen Ländern versagt und die soziale Herkunft über den Bildungserfolg entscheidet.
2. Ist-Zustand: Es werden strukturelle Schwächen des dreistufigen Schulsystems sowie der negative Einfluss mangelnder Sprachkompetenz und herkunftsspezifischer Benachteiligung auf die Bildungsbiografien von Kindern mit Migrationshintergrund dargelegt.
3. Was sind die Gründe der Benachteiligung?: Dieses Kapitel beleuchtet detailliert die sozialen, bildungsbezogenen und diskriminierenden Faktoren, die zu ungleichen Startbedingungen und unzureichender Integration im deutschen Bildungswesen führen.
4. Die Zuweisung an Sonderschulen: Es wird kritisch analysiert, wie Migrantenkinder durch fehlerhafte Diagnostik und institutionelle Strukturen überproportional häufig an Sonderschulen gelangen, was ihre beruflichen Chancen massiv beeinträchtigt.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Vernachlässigung dieser Bevölkerungsgruppe die Gesellschaft spaltet, und fordert eine bessere Wertschätzung kultureller Pluralität sowie proaktive Fördermaßnahmen.
Migrantenkinder, PISA-Studie, Bildungsbenachteiligung, Schulsystem, Integration, Sprachkompetenz, Diskriminierung, Sonderschulen, Chancengleichheit, Migration, Herkunftssprache, Segregation, soziale Herkunft, Bildungsauftrag, kulturelle Pluralität.
Die Arbeit befasst sich mit der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund in deutschen Schulen und den strukturellen sowie gesellschaftlichen Ursachen dieses Missstands.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des dreigliedrigen Schulsystems, der Einfluss der sozialen Herkunft, die Bedeutung der Sprachförderung und die Rolle institutioneller Diskriminierung.
Das Ziel ist es, die Gründe für das schlechte Abschneiden von Migrantenkindern im deutschen Bildungssystem aufzudecken und aufzuzeigen, wo politischer und pädagogischer Handlungsbedarf besteht.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von PISA-Studiendaten, einschlägiger bildungswissenschaftlicher Fachliteratur sowie soziologischer Untersuchungen zur institutionellen Diskriminierung.
Im Hauptteil werden der Ist-Zustand des Schulsystems, die sozialen und migrationsspezifischen Hintergründe von Lernschwierigkeiten sowie Mechanismen der Diskriminierung und die Problematik der Sonderschulzuweisung erörtert.
Wichtige Begriffe sind Migration, Chancengleichheit, institutionelle Diskriminierung, Sprachbarrieren und Sonderschulzuweisung.
Diese Gruppe stellt eine besonders große Population dar, deren Bildungserfolg im Vergleich zu anderen Gruppen statistisch besonders stark von der durchschnittlichen Norm abweicht.
Sie beschreibt, wie Schulen durch starre Strukturen, selektive Verfahren und mangelndes Engagement bewusst oder unbewusst Benachteiligungen gegenüber Schülern mit Migrationshintergrund zementieren.
Der Autor fordert u.a. die Anerkennung kultureller Pluralität, gezielte Sprachförderung von Anfang an, eine stärkere Einbeziehung der Eltern und den Vorbildcharakter erfolgreicher Integrationsprojekte.
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