Magisterarbeit, 2002
101 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Veränderung der Rahmenbedingungen
2.1 Die Beziehungen der Sowjetunion zu Jugoslawien vor Kriegsbeginn
2.2 Die Beziehungen der USA zu Jugoslawien vor Kriegsbeginn
3. Russland und der Jugoslawienkonflikt
3.1 das russische Interesse an Jugoslawien
3.2 Die Parallelen zwischen der russischen und der serbischen Situation
3.3 Die schwierige russische Balancepolitik
3.4 Schwindender russischer Einfluss
3.5 Die Behandlung des Balkankonflikts auf der innerstaatlichen Ebene Russlands
4. Die USA und der Jugoslawienkonflikt
4.1 Das Verhalten der USA vor Ausbruch des Konfliktes
4.2 Zwei Lager in der amerikanischen Jugoslawienpolitik
4.3 US – Auslandshilfe für Jugoslawien
4.4 Die USA und der Krieg in Kroatien
4.4.1 Waffenembargo und Wirtschaftssanktionen
4.4.2 Die Zurückhaltung der USA
4.4.3 Die Hilflosigkeit der amerikanischen Jugoslawienpolitik
4.5 Die USA und der Krieg in Bosnien – Herzegowina
4.5.1 Ursachen für das amerikanische Einlenken
4.5.2 Die USA verstärken den Druck auf Serbien
4.5.3 Erste Aktionen seitens USA
4.5.4 Der Druck auf Präsident Bush
4.5.5 Die anhaltende Passivität der USA
4.6 Die amerikanische Jugoslawienpolitik unter Clinton
4.6.1 Die passive Haltung Clintons
4.6.2 Der Militärplan “Lift and Strike”
4.6.3 Endphase des Krieges
5. Das Zusammenspiel Russlands und der USA im Jugoslawienkonflikt
5.1 Die Kontaktgruppe
6. Fazit
7. Zeittafel
Die Magisterarbeit untersucht die Rolle der USA und Russlands während des Jugoslawienkonflikts, analysiert die jeweiligen außenpolitischen Interessen sowie deren Einfluss auf den Kriegsverlauf und die internationale Vermittlungsbemühung.
3.1 Das russische Interesse an Jugoslawien
„Die These von den strategischen russischen Interessen in der Region ist ein Versuch, die traditionelle imperiale expansionistische Politik Russlands wiederzubeleben, sie dient der Begründung einer großen slawischen Allianz als Gegengewicht zur von den USA und Europa propagierten "Neuen Weltordnung" und als Keil gegen die Pläne zur NATO - Osterweiterung."20
"Das strategische Interesse an Jugoslawien, insbesondere an Serbien, wird von Moskau mit einer Vielzahl an Stereotypen, ethnischen, religiösen und historischen Gemeinsamkeiten begründet."21 Mit diesen Stereotypen unterlegte Russland seine proserbische Haltung.
Die ethnischen und religiösen Stereotype zwischen den Serben und den Russen sind, obwohl beide Völker orthodoxe Slawen sind, so unterschiedlich wie bei anderen Völkern. Der russische Politologe Sergej Romanenko kritisierte diesen Mythos der serbisch russischen Verwandtschaft.
"So seien die Russen, die sich heute lauthals als "Glaubensbrüder" der Serben bezeichnen und ihnen zu Hilfe eilen wollen, mit der Warnung vor dem "jugoslawischen Revisionismus" aufgewachsen, während die serbischen Generäle, die vehement die militärische und politische Unterstützung von Russland einfordern, in der Angst vor der sowjetischen Aggression ausgebildet worden."22
Nun fragt man sich zurecht, wieso Russland dann nicht die von Serbien bedrohten slawischen Völker unterstützte, sondern gerade die Serben.
Zum einen wird hier auf die russisch-serbische Schicksalsgemeinschaft verwiesen. Die beiden Vielvölkerstaaten Sowjetunion und Jugoslawien seien mit dem Niedergang des Kommunismus zerbrochen, unter dem sie gelitten hätten.
Hierbei vergleichen die Russen gerne die Stellung Serbiens im ehemaligen Jugoslawien, mit der Stellung Russlands in der Sowjetunion.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die unerwartete Desintegration Jugoslawiens und skizziert die methodische Untersuchung der Rollen von USA und Russland im Konflikt.
2. Veränderung der Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erörtert die historische Ausgangslage und die Beziehungen der Sowjetunion sowie der USA zu Jugoslawien vor Ausbruch der Feindseligkeiten.
3. Russland und der Jugoslawienkonflikt: Hier wird die russische Politik gegenüber dem Balkan untersucht, einschließlich der innenpolitischen Motive, Stereotype und des Versuchs, den Großmachtstatus zu bewahren.
4. Die USA und der Jugoslawienkonflikt: Dieses zentrale Kapitel analysiert den Wandel der amerikanischen Politik von anfänglicher Passivität hin zu einem aktiveren Eingreifen unter der Regierung Clinton.
5. Das Zusammenspiel Russlands und der USA im Jugoslawienkonflikt: Das Kapitel beleuchtet die Zusammenarbeit und Rivalität zwischen den beiden Großmächten, insbesondere im Rahmen der Bosnien-Kontaktgruppe.
6. Fazit: Die Schlussbetrachtung bewertet die untersuchten Thesen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Führungsrolle der USA letztlich durch ein mühsames Krisenmanagement errungen wurde.
Jugoslawienkonflikt, USA, Russland, Balkanpolitik, Außenpolitik, Neutralitätskonflikt, Großmachtanspruch, Friedensvermittlung, NATO, Bosnien, Sanktionen, Desintegration, Kontaktgruppe, Völkermord, Diplomatie.
Die Arbeit analysiert die außenpolitische Rolle der USA und Russlands während des Jugoslawienkrieges und beleuchtet, wie beide Mächte versuchten, ihre globalen Interessen im Kontext eines europäischen Konflikts zu wahren.
Im Fokus stehen die historische Einbettung der Beziehungen zu Jugoslawien, die russische Balancepolitik zur Wahrung ihres Großmachtstatus sowie der Wandel der amerikanischen Außenpolitik von einer zurückhaltenden Beobachterrolle hin zu einer aktiveren Konfliktmoderation.
Ziel ist es zu klären, inwieweit die Einbindung Russlands durch die USA sowie das Agieren beider Akteure zur Lösung oder zur Verlängerung des Konflikts beigetragen haben.
Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte Analyse der historischen Ereignisse, den Rückgriff auf zeitgenössische Literatur sowie die Auswertung von Pressequellen und diplomatischen Dokumenten aus dem relevanten Zeitraum.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Russland- und USA-Politik, die Auswirkungen des Zerfalls des ehemaligen Jugoslawiens auf beide Mächte und das konkrete diplomatische Zusammenspiel, etwa durch die Kontaktgruppe.
Schlüsselbegriffe wie Desintegration, Großmachtstatus, Neutralitätskonflikt, Sanktionen und internationale Diplomatie prägen die inhaltliche Ausrichtung der Analyse.
Die Arbeit sieht Russland als einen Akteur, der primär versuchte, seinen schwindenden internationalen Einfluss zu stabilisieren, wobei die proserbische Haltung oft als innenpolitisches Instrument zur Profilierung gegenüber dem Westen diente.
Während die Bush-Administration den Konflikt lange als rein europäische Angelegenheit betrachtete und auf Distanz blieb, entwickelte Clinton – trotz anfänglicher Zögerlichkeit – Strategien wie „Lift and Strike“, die eine stärkere Einmischung der USA und der NATO forcierten.
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