Diplomarbeit, 2010
133 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1 Hintergrund und Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Konflikte zwischen Unternehmen und User Innovation Communities
2.1 Einstellung von Unternehmen gegenüber Produktmodifikationen
2.2 Auslösende Akteure in Konflikten
2.3 Gruppenprozesse während des Konfliktes
2.4 Verlauf und Dynamik von Konflikten
2.5 Handlungsalternativen der Konfliktparteien
3. Das soziale Netzwerk als Basis zur Konfliktanalyse
3.1 Parameter auf Communityebene
3.1.1 Verbindungen zwischen Usern der Community
3.1.2 Die Struktur der Online Community
3.1.3 Die Bildung von Teilgruppen innerhalb einer Community
3.2 Parameter auf Userebene
3.2.1 Die Rollenverteilung in Online Communities
3.2.2 Zentralität und Zentralisierung des einzelnen Users
3.2.3 Innere Motivation des Users für Konfliktpartizipation
4. Methodik der empirischen Untersuchung
4.1 Untersuchungsdesign: Case Study Research
4.2 Auswahl des Falles
4.3 Datenerhebung und Datenanalyse
4.4 Explorative Studie
4.5 Erhebung der Rollen und Interessensgebiete
4.6 Validierung der Daten
5. Ergebnisse
5.1 Vorstellung des Fallbeispieles
5.2 Rollen und Interessensgebiete in der Community
5.3 Struktur auf Communityebene
5.3.1 Allgemeiner Aufbau
5.3.2 Kohäsion und Cliquenbildung
5.4 Usergruppen und ihre Verbindungen
5.5 Betrachtung der Userebene
5.5.1 Vergleich qualitativer und quantitativer Ergebnisse
5.5.2 Rollen wichtiger User
5.5.3 Abhängigkeit der Konfliktteilnahme von den Rollen
5.6 Weitere Erkenntnisse aus dem Konfliktverlauf
5.7 Konsequenzen für die Community
6. Diskussion der Ergebnisse und Implikationen
6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2 Implikationen für die Praxis
6.3 Limitationen
6.4 Implikationen für weiterführende Forschung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Netzwerkstrukturen, Rollenbildern und Interessensgebieten auf den Verlauf von Konflikten zwischen Online Communities und Unternehmen. Ziel ist es, Parameter zu identifizieren, die für den Konfliktverlauf relevant sind, und Handlungsalternativen für Unternehmen abzuleiten.
2.1 Einstellung von Unternehmen gegenüber Produktmodifikationen
Berthon et. al (2007) unterscheiden das Verhalten von Unternehmen anhand zweier Dimensionen. Während die eine Achse die positive oder negative Einstellung des Unternehmens zu Creative Customers abbildet, wird auf der anderen Achse das Vorgehen des Unternehmens erläutert. Dabei obliegt es dem Unternehmen die Handlungen der User aktiv zu beeinflussen oder keine Handlungen zu setzen. Wie in Abbildung 1 verdeutlicht wird, können auf Unternehmensseite vier Einstellungen unterschieden werden: Resist, Enable, Discourage und Encourage.
Die Ablehnung von Creative Customers ohne die aktive Setzung von Handlungen wird als Discourage bezeichnet. Innovationen werden vom Unternehmen aus diesem Grund entweder ignoriert oder widerwillig toleriert. Ein Beispiel für dieses Phänomen ist etwa das Betriebssystem der Sony Playstation Portable, das bereits kurz nach Produkteinführung gehackt wurde. Den Usern wurden dadurch zusätzliche Funktionen, wie etwa das Versenden von Mails, das Surfen im Internet oder das Spielen anderer als der vom Händler autorisierten Spiele ermöglicht. Obwohl das Unternehmen sich gegen diese Modifikationen aussprach, wurden keine Handlungen gesetzt (Hellweg 2005).
Die negative Einstellung eines Unternehmens kann jedoch auch in einer aktiven Handlung des Unternehmens resultieren, um Produktmodifikationen zu vermeiden. Dies konnte etwa bei FedEx in der Vergangenheit festgestellt werden. Nach der Verwendung von FedEx Verpackungsmaterial eines Creative Customers als Möbelstücke, wurde dies durch das Unternehmen untersagt.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik von Produktmodifikationen durch Endkunden ein und formuliert das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau der Untersuchung.
2. Konflikte zwischen Unternehmen und User Innovation Communities: Es werden theoretische Grundlagen zu Konfliktursachen, Arten und Verläufen zwischen Unternehmen und Communities dargelegt.
3. Das soziale Netzwerk als Basis zur Konfliktanalyse: Dieses Kapitel erläutert Parameter auf Community- und Userebene, die zur Analyse der Netzwerkstruktur und des Konfliktverhaltens herangezogen werden.
4. Methodik der empirischen Untersuchung: Hier wird das Untersuchungsdesign (Case Study Research) beschrieben und die Datenerhebungsmethoden (qualitativ & quantitativ) begründet.
5. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde aus der Analyse der Playmobil Customizing Community inklusive Netzwerkstruktur und User-Kategorisierungen.
6. Diskussion der Ergebnisse und Implikationen: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, die Hypothesen bewertet und praktische Implikationen sowie Limitationen aufgezeigt.
Online Community, User Innovation Community, Produktmodifikation, Soziale Netzwerkanalyse, Konfliktmanagement, Creative Customers, Netzwerkstruktur, Zentralität, Betweenness, Kohäsion, Rollenverteilung, Opinion Leader, Konfliktpartizipation, Playmobil Customizing, Sozialpsychologie
Die Arbeit analysiert, wie die interne Struktur und Vernetzung von Online Communities Konflikte mit Unternehmen beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf den Verlauf solcher Auseinandersetzungen hat.
Die zentralen Themen sind Konfliktmanagement, soziale Netzwerkanalyse (SNA), User Innovation Communities sowie sozialpsychologische Aspekte der Gruppeninteraktion.
Das primäre Ziel ist die Identifikation derjenigen Parameter in einem Netzwerk, die einen Konflikt zwischen Online Communities und Unternehmen beeinflussen, um daraus fundierte Handlungsstrategien abzuleiten.
Es wird eine empirische Einzelfallstudie (Case Study) durchgeführt, die eine qualitative Analyse der Community-Beiträge mit einer quantitativen sozialen Netzwerkanalyse kombiniert.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zu Konflikten und sozialen Netzwerken, die methodische Vorgehensweise und eine detaillierte Auswertung der empirischen Daten der "customize-it" Community.
Kernbegriffe sind Online Community, Produktmodifikation, Soziale Netzwerkanalyse, Betweenness, Opinion Leader und Konfliktmanagement.
Die Community bietet mit ihren gut dokumentierten Daten und dem nachvollziehbaren Konflikt zwischen dem Pfarrer Markus Bomhard und dem Unternehmen Geobra ein ideales Feld für die Anwendung der sozialen Netzwerkanalyse.
Die Netzwerkanalyse ermöglicht es, die Machtpositionen und den Einfluss einzelner User (z.B. Meinungsmacher vs. Individualisten) in verschiedenen Zeiträumen vor, während und nach dem Konflikt mathematisch exakt abzubilden.
Es gibt keine "Best Practice"-Lösung; Unternehmen sollten ihr Vorgehen fallweise an die spezifische Netzwerkstruktur der Community anpassen, anstatt starr auf Konflikte zu reagieren.
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