Diplomarbeit, 2011
98 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundlegende Begriffsdefinitionen
2.1. Definition des Begriffs „Netzwerk“
2.1.1. Motive und Ziele von touristischen Netzwerken
2.1.2. Probleme und Risiken in touristischen Kooperationen
2.1.3. Erfolgsfaktoren für kooperative Zusammenarbeit
2.2. Tourismusorganisationen
2.2.1. Funktionen, Ziele und Aufgaben von Tourismusorganisationen
2.2.2. Aktuelle Problematik
3. Das Netzwerk-Balanced Scorecard Konzept
3.1. Die klassische Balanced Scorecard
3.2. Gestaltungsansätze einer Netzwerk-Balanced Scorecard
3.2.1. Systematisierung der Gestaltungsansätze
3.2.2. Bewertung der Netzwerk-Balanced Scorecard-Ansätze
3.2.3. Potenzielle Kennzahlen der Kooperationsperspektive
4. Existierende Ansätze für Balanced Scorecards im Tourismus
4.1. Beschreibung der bereits existierenden Ansätze
4.1.1. Der Ansatz von Phillips/Louvieris
4.1.2. Der Ansatz von Becher
4.1.3. Der Ansatz von de Carlo et al.
4.1.4. Der Ansatz von Kappler/Boksberger
4.1.5. Der Ansatz von Vila et al.
4.1.6. Der Ansatz von Westermann et al.
4.2. Bewertung der bereits existierenden Ansätze
5. Konzeption einer Netzwerk-Balanced Scorecard für Destinationen
5.1. Idealtypisches Modell einer Netzwerk-Balanced Scorecard für Destinationen
5.2. Exemplarische Darstellung am Beispiel der Destination Graubünden
5.2.1. Vorstellung der Destination Graubünden
5.2.2. Ausgangssituation in Graubünden
5.2.3. Kurzer Überblick über die Bündner Tourismusreform
5.2.4. Vergleich der Bündner BSC mit der Netzwerk-Balanced Scorecard für Destinationen
5.2.5. Exemplarisches Roll-out der Bündner Balanced Scorecard
5.2.6. Erstes Resümee und Empfehlungen für Graubünden
5.3. Kritische Beurteilung des Netzwerk-BSC-Konzepts für Destinationen
6. Fazit
Die Diplomarbeit zielt darauf ab, ein Konzept für eine Netzwerk-Balanced Scorecard für touristische Destinationen zu entwickeln. Damit soll den Führungsverantwortlichen ein Instrument an die Hand gegeben werden, um sowohl die organisationale als auch die strukturelle Problematik im Destinationsmanagement effizient zu bewältigen und die doppelte Verantwortung von Tourismusorganisationen – sowohl für das eigene Unternehmen als auch für die gesamte Destination – besser wahrzunehmen.
2.1.1. Motive und Ziele von touristischen Netzwerken
In der Kooperationsforschung herrscht ein Theorienpluralismus vor, wenn es um die Erklärung zur Entstehung von Kooperationen geht und je nach basistheoretischem Bezugsrahmen können unterschiedliche Motive und Ziele hergeleitet werden. In Bezug auf Kooperationen in touristischen Destinationen, wird zur Erklärung vor allem auf ressourcenorientierte Theorien, die Spieltheorie, und auch auf die aus der Wirtschaftsgeographie stammende Theorie der regionalen Netzwerke zurückgegriffen. Meist werden aber für eine umfassende Erklärung mehrere theoretische Ansätze gleichzeitig herangezogen.
Aus praxisorientierter Sicht ergibt sich die Notwendigkeit für Kooperationen in touristischen Destinationen – wie eingangs schon beschrieben – aus zwei Gründen: Zum einen wegen dem verschärften Verdrängungswettbewerb und Nachfragerückgängen in der weitgehend gesättigten Tourismusbranche, zum anderen aufgrund der Charakteristika des touristischen Produktes, welches sich aus komplementären Einzelleistungen zusammensetzt. Dies erfordert eine zunehmende Prozess- und Kundenorientierung im Destinationsmanagement, bei der nicht mehr die einzelnen Leistungsträger im Vordergrund stehen, sondern die gesamte touristische Dienstleistungskette, die es nach den Bedürfnissen verschiedener Markt- und Kundensegmente auszurichten gilt.
Die primären Ziele von Kooperationen touristischer Akteure zielen somit auf die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen und Erhöhung des wahrgenommenen Tourismuserlebnisses für den Kunden ab, und sollen letztendlich zu einer höheren regionalen Wertschöpfung und einem gesteigerten individuellen Unternehmenswert führen. Zur Realisierung dieser Oberziele lassen sich mehrere operative Unterziele ableiten, die in Abbildung 1 dargestellt sind.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Destinationsmanagements ein und stellt die zentrale Leitfrage nach der Förderung von Netzwerkarbeit durch Tourismusorganisationen.
2. Grundlegende Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie „Netzwerk“ und „Tourismusorganisationen“ definiert sowie die strukturelle und organisationale Problematik in Destinationen detailliert analysiert.
3. Das Netzwerk-Balanced Scorecard Konzept: Dieses Kapitel systematisiert bestehende Netzwerk-BSC-Ansätze aus anderen Branchen und leitet Anforderungen für eine touristische Anwendung ab.
4. Existierende Ansätze für Balanced Scorecards im Tourismus: Bestehende BSC-Modelle mit Tourismusbezug werden beschrieben und hinsichtlich ihrer Eignung für das Destinationsmanagement bewertet.
5. Konzeption einer Netzwerk-Balanced Scorecard für Destinationen: Das zentrale Kapitel erarbeitet ein idealtypisches Modell und überprüft dessen Praxistauglichkeit am Beispiel der Destination Graubünden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Implikationen für die Praxis und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
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Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und Transformation der Netzwerk-Balanced Scorecard (Netzwerk-BSC) auf touristische Destinationen als Managementinstrument.
Die Autorin untersucht organisationale und strukturelle Defizite in Tourismusorganisationen, die deren kooperative Arbeit erschweren.
Das Ziel ist die Konzipierung eines idealtypischen Netzwerk-BSC-Modells, das Tourismusverantwortlichen hilft, ihre strategische und operative Arbeit zu verbessern.
Es handelt sich um eine konzeptionelle Arbeit, die auf einer theoretischen Fundierung aufbaut und diese anhand eines Fallbeispiels (Destination Graubünden) empirisch überprüft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Grundlagen, die Systematisierung existierender BSC-Ansätze und die Erarbeitung eines eigenen, für Destinationen optimierten Netzwerk-BSC-Konzepts.
Graubünden dient als praktisches Fallbeispiel, um zu zeigen, wie ein BSC-basiertes System (im Rahmen einer Tourismusreform) in der realen Destinationsarbeit eingesetzt werden kann.
Durch die Messung von Indikatoren wie der Vertrauensrate oder der Informationsaustauschquote können kooperative Ziele transparenter gemacht werden, was die Vertrauensbasis stärkt.
Die Autorin argumentiert, dass Kooperationen essenziell für Destinationen sind und daher explizit in der Scorecard abgebildet werden sollten, statt sie nur indirekt in anderen Perspektiven mitzuerfassen.
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