Bachelorarbeit, 2012
39 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Entstehung der westlichen Wohlfahrtsstaaten
2.1 Ursprünge und erste Ansätze der Sozialpolitik des Abendlandes
2.2 Institutionelle Entwicklungen der modernen Wohlfahrtsstaaten
2.3 Modelle der Wohlfahrtsstaaten
3 Wohlfahrtsverständnis im Islam
3.1 Die sozialpolitischen Regelungen nach dem Islam
3.1.1 Soziale Institutionen nach den Vorgaben des Islams
3.1.2 Der Zakat als islamische (Almosen-) Steuer
3.2 Probleme bei Anwendung der islamischen Gesetze im Mittleren Osten
4 Motive für das staatliche Engagement in der sozialen Wohlfahrt
4.1 Politische Systeme und deren Motivation zur Durchführung der Sozialpolitik
4.2 Die wirtschaftliche Situation als Basis zur Finanzierung der Sozialpolitik
4.3 Sozialpolitische Maßnahmen im Mittleren Osten
5 Vergleich sozialpolitischer Systeme anhand einiger Staaten des Mittleren Ostens
5.1 Die islamische Republik Iran
5.2 Das Königreich Saudi Arabien
5.3 Die Republik Türkei
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Islams auf die sozialpolitischen Maßnahmen in Staaten des Mittleren Ostens, wobei die Abgrenzung zu westlichen Wohlfahrtsstaatmodellen sowie die Rolle politischer Systeme und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zentral behandelt werden.
3.1.2 Der Zakat als islamische (Almosen-) Steuer
Der Zakat ist für das Verständnis der Sozialpolitik im Islam ausschlaggebend (vgl. Ostermeier 2006: 21). Er ist eine verpflichtende, aber nichtstaatliche Steuer, die von den Gläubigen abgeführt werden muss. Er dient der Unterstützung der Armen und Bedürftigen und soll eine gewisse Umverteilung des Wohlstands bewirken (vgl. Dean und Khan 1995: 193). Die Abgabe des Zakats wird als ein Akt der Frömmigkeit verstanden und bewusst von den freiwilligen Almosen und Abgaben unterschieden. Er ist auch nicht als ein altruistischer Akt zu verstehen und von den christlichen Vorstellungen der Sühne zu trennen. Er ist vielmehr eine religiöse und gottgefällige Tat, die auf Einsicht und Glaube beruht. Nichtsdestotrotz dient er dem Zweck, die Lücken zwischen Arm und Reich zu reduzieren und den Wohlstand der Gemeinschaft zu erhöhen (vgl. Dean und Khan 1995: 197 ff.). Die Abgabe des Zakats ist zwar im Koran mitunter detailliert vorgeschrieben, wirft aber dennoch gewisse Unklarheiten und vielfältige Interpretationsmöglichkeiten auf. Die Praxis verlangt, dass ein frommer Muslim einen Teil seines Vermögens in Geld oder aber auch Gegenständen einmal jährlich, zumeist im Fastenmonat Ramadan, als Abgabe in eine öffentliche Kasse, auf Arabisch Bait al-Mal, oder direkt an die Bedürftigen spendet.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand und stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss des Islams auf die Sozialpolitik außerhalb des abendländischen Kulturkreises.
2 Entstehung der westlichen Wohlfahrtsstaaten: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge und die Typologie westlicher Wohlfahrtsregime als Grundlage für den späteren Vergleich.
3 Wohlfahrtsverständnis im Islam: Hier werden die normativen Grundlagen des Islams und soziale Institutionen wie Zakat, Sadaqa und Waqf sowie die Anwendungsprobleme dieser Gesetze im heutigen Kontext analysiert.
4 Motive für das staatliche Engagement in der sozialen Wohlfahrt: Das Kapitel untersucht politische und wirtschaftliche Einflussfaktoren, insbesondere die Rolle von Öleinnahmen und autoritären Strukturen in der Region.
5 Vergleich sozialpolitischer Systeme anhand einiger Staaten des Mittleren Ostens: Durch Fallstudien zum Iran, Saudi-Arabien und der Türkei werden länderspezifische Ansätze und Unterschiede in der Umsetzung staatlicher Wohlfahrt dargestellt.
6 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert, dass die untersuchten Länder keine klassischen Wohlfahrtsstaaten im westlichen Sinne sind, sondern der Islam dort oft instrumentalisiert wird.
Sozialpolitik, Islam, Wohlfahrtsstaat, Mittlerer Osten, Zakat, Rentierstaat, soziale Sicherung, Iran, Saudi-Arabien, Türkei, staatliche Legitimation, Umverteilung, Rechtsstaatlichkeit, Autoritarismus.
Die Bachelorthesis befasst sich mit der Analyse der Sozialpolitik in islamisch geprägten Ländern des Mittleren Ostens und hinterfragt, inwiefern der Islam die dortigen staatlichen Maßnahmen beeinflusst.
Die Themen umfassen die Entstehung westlicher Wohlfahrtsstaaten, islamische Institutionen der sozialen Sicherung, wirtschaftliche Faktoren wie Öleinnahmen sowie die Rolle politischer Systeme bei der sozialen Wohlfahrt.
Ziel ist es, den tatsächlichen Einfluss religiöser Vorgaben auf die Sozialpolitik zu bestimmen und zu prüfen, ob die untersuchten Länder als Wohlfahrtsstaaten im westlichen Sinne klassifiziert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse von Fachliteratur und Länderbeispielen, wobei eine Gegenüberstellung der Regime im Iran, in Saudi-Arabien und der Türkei vorgenommen wird.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte von Wohlfahrtsstaaten, die Rolle des Islams als normative Kraft, die wirtschaftliche Finanzierung durch Öleinnahmen sowie spezifische sozialpolitische Strategien der gewählten Fallbeispiele.
Die zentralen Schlagworte sind Sozialpolitik, Islam, Wohlfahrtsstaat, Mittlerer Osten, Zakat, Rentierstaat und Autoritarismus.
Das Zinsverbot erschwert die Implementierung moderner privater Versicherungsmodelle, die auf Kapitaldeckung und Verzinsung basieren, was die Entwicklung vielfältiger privater sozialer Dienstleister hemmt.
Die Türkei fungiert als laizistische, demokratische Republik, die ihre Sozialpolitik an westlichen Werten orientiert und den Islam von staatlichen Regierungsgeschäften abkoppelt, was einen fundamentalen Kontrast zum Iran oder Saudi-Arabien darstellt.
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