Bachelorarbeit, 2012
42 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen des Sprachwandels
2.1 Wesen des Sprachwandels und mögliche Motive
2.2 Theorien des Sprachwandels
2.2.1 „Invisible-hand-Theorie“
2.2.2 Piotrovskij-Gesetz
2.3 Exemplarische Darstellung des Wandels innerhalb der Subsysteme
2.3.1 Phonologie
2.3.2 Morphologie
2.3.3 Syntax
2.3.4 Lexikologie
2.3.5 Semantik
2.3.6 Pragmatik
2.3.7 Graphematik
3 Fußballsprache und die Berichterstattung
3.1 Der Fußball und seine Sprache
3.1.1 Entwicklung des Fußballs – insbesondere der Fußballsprache
3.1.2 Kurzer Einblick in die Fußballsprache
3.1.3 Fußballsprache in der Standardsprache
3.2 Entwicklung der Fußballberichterstattung
3.2.1 Der Beginn der Berichterstattung in den Printmedien
3.2.2 Auffälligkeiten und Tendenzen im Verlauf der Entwicklung
4 Untersuchung und Analyse
4.1 Konkrete Untersuchungskriterien
4.1.1 Spielszenenbeschreibungen und Spielbezeichnungen
4.1.2 Spieler- und Systembezeichnungen
4.1.3 Neologismen
4.1.4 Anglizismen
4.1.5 Bindestrichkonstruktionen
4.1.6 Formulierungen und Satzbau
4.1.7 Auffälligkeiten und ausgestorbene Wörter
5 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Prozess des Sprachwandels anhand der historischen Entwicklung der deutschen Fußballberichterstattung. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie sich lexikalische, morphologische und stilistische Merkmale in Zeitungsberichten zwischen 1954 und 2010 verändert haben und welche Ursachen hinter diesen Entwicklungen stehen.
3.1.2 Kurzer Einblick in die Fußballsprache
Der Fußball hat ganz offensichtlich ein eigenes Vokabular geschaffen, dessen Wörter im Allgemeinen nur im Kontext des Fußballs gebraucht werden. Von den Begriffen „Abseits, Elfmeter, Doppelsechs, Flankengott, Hattrick, Fallrückzieher, Viererkette, Grätsche, Bananenflanke, Rote Karte, tunneln, Libero, …“ hat nur ein Bruchteil den Weg in die Standardsprache gefunden. Unter Punkt 3.1.3 werden diesbezüglich Beispiele vorgestellt. Das Vokabular des Fußballs nutzt umgekehrt auch Begriffe der Standardsprache, denen neue Bedeutungen zukommen, wie etwa bei „Tor, Verlängerung, Schwalbe, Doppelpass, Schuss, Sturm, Flanke, Ecke, auswechseln, kombinieren, gehalten, Einwurf, …“.
Unzählige neue Begriffe entstehen auf kreative Art und Weise, indem z.B. Wörter zu einer Komposition verbunden werden, von denen einige gelegentlich eine sehr kurze Lebensdauer haben. Diese sogenannten Unikate werden häufig von Kommentatoren produziert und sollen unter anderem im Rahmen der anschließenden Analyse – sofern diese in den Berichten auffindbar sind - herausgefiltert und thematisiert werden. Greift die Fußballwelt ein solches Unikat auf und etabliert es im Sprachgebrauch, bezeichnet man es eher als Neologismus, wobei diese Bezeichnung kritisch zu betrachten ist, da sie auch nur temporär zutreffend ist.
Aufgrund der Herkunft des Fußballspiels und der zunehmenden Globalisierung, finden sich zahlreiche Anglizismen im Vokabular, wie z.B.: „Goalgetter, Teamplayer, Training, Golden Goal, Keeper, Manager, Coach, Merchandise, Fanbase, Joker, Knockout, man of the match”. Diese und weitere Phänomene sind ebenso Teil der Untersuchung.
1 Einleitung: Einführung in das Phänomen Sprachwandel und Begründung der Wahl der Fußballberichterstattung als Untersuchungsgegenstand.
2 Theoretische Grundlagen des Sprachwandels: Darstellung verschiedener Theorien und Subsysteme des Sprachwandels, insbesondere unter Einbezug der "Invisible-hand-Theorie" von Keller und des Piotrovskij-Gesetzes.
3 Fußballsprache und die Berichterstattung: Analyse der Fachsprache des Fußballs sowie ein historischer Überblick über die Entwicklung der Print-Sportberichterstattung.
4 Untersuchung und Analyse: Empirische Untersuchung anhand ausgewählter Kriterien wie Spielszenenbeschreibungen, Neologismen und orthographischen Besonderheiten im Vergleich über mehrere Jahrzehnte.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Bestätigung des Nachweises eines mehrschichtigen Sprachwandels in der Fußballberichterstattung.
Sprachwandel, Fußballsprache, Fußballberichterstattung, Linguistik, Neologismen, Anglizismen, Sportjournalismus, Sprachökonomie, Printmedien, Terminologie, Metaphorik, Bindestrichschreibung, Fachsprache, Fußball, Sprachgeschichte
Die Arbeit analysiert das linguistische Phänomen des Sprachwandels und wendet es auf die Sprache der deutschen Fußballberichterstattung über einen Zeitraum von über 50 Jahren an.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen des Sprachwandels, die Charakteristika der Fußballsprache sowie die mediale Entwicklung der Sportberichterstattung in Printmedien.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Sprache in der Fußballberichterstattung gewandelt hat, welche Tendenzen (wie Boulevardisierung) erkennbar sind und warum sich bestimmte Begriffe etablieren oder verschwinden.
Die Arbeit nutzt eine linguistische Analyse authentischer Zeitungsberichte (primär Hamburger Abendblatt und Weser-Kurier) aus den Jahren der Weltmeisterschaften, ergänzt durch die Anwendung theoretischer Konzepte wie der S-Kurve.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Untersuchung von Begriffswandlungen (z.B. Eigentor vs. Selbsttor), dem Gebrauch von Kriegsmetaphorik, dem Aufkommen von Anglizismen sowie syntaktischen Besonderheiten wie Bindestrichkonstruktionen.
Sprachwandel, Fußballsprache, Sportjournalismus, Linguistik, Neologismen, Anglizismen und Sprachökonomie.
1954 dient als historischer Ankerpunkt, da die Berichterstattung nach dem Zweiten Weltkrieg eine sehr spezifische, oft militärisch geprägte Sprache aufwies, die einen starken Kontrast zur heutigen medialen Berichterstattung bildet.
Der Autor zeigt auf, dass der Anstieg von Bindestrichkomposita ein aktueller schriftsprachlicher Wandel ist, der vermutlich dem Streben nach Informationskomprimierung und besserer Lesbarkeit geschuldet ist.
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