Diplomarbeit, 2011
108 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
1.1 Die Schweiz als Vorbild für die BRD?
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Empirischer Hintergrund
2.1 Arbeitslosigkeit und Beschäftigung
2.1.1 Gruppenspezifische Betrachtung
2.1.2 Arbeitsmarktdynamik und strukturelle Arbeitslosigkeit
2.2 Besonderheiten der Schweiz
2.2.1 Internationalität
2.2.2 Qualifikationsstruktur und Bildungsanstrengungen
2.2.3 Arbeitszeit
2.2.4 Direkte Demokratie und ausgeprägter Föderalismus
2.3 Ökonomische Aspekte
2.3.1 Wirtschaftswachstum
2.3.2 Wohlstand und finanzielle Situation
2.3.3 Wirtschaftsstruktur
2.4 Zwischenfazit
3 Theoretischer Hintergrund - Das Konzept der „Varieties of Capitalism“
3.1 Zusammenfassung und zentrale Aussagen des Ansatzes
3.2 Kennzeichen liberaler und koordinierter Marktwirtschaften
3.3 Abschließende Bemerkungen
4 Institutionen und institutionelle Rahmenbedingungen
4.1 Kulturell-historischer und politischer Hintergrund
4.2 Industrial Relations
4.2.1 Bedeutung der Gewerkschaften
4.2.2 Zentralität vs. Dezentralität
4.2.3 Konflikthaftigkeit
4.2.4 Betriebliche Mitbestimmung
4.2.5 Mindestlöhne
4.2.6 Kündigungsschutz
4.2.7 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.3 Berufliche Ausbildung
4.4 Corporate Governance und zwischenbetriebliche Beziehungen
4.5 Sozialsystem und passive Arbeitsmarktpolitik
4.6 Arbeitsmarktreformen
4.7 Bezug zum Konzept der Varieties of Capitalism
4.8 Das Schweizer Modell - mögliche Handlungsableitungen für die BRD
5 Schlussbetrachtung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob die Schweiz aus deutscher Sicht als Vorbild für eine effektivere Arbeitsmarktpolitik dienen kann. Dabei steht die Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen beider Länder sowie deren spezifischer Arbeitsmarkteffekte im Vordergrund, um Gemeinsamkeiten und Übertragbarkeitspotenziale auszuloten.
4.2.1 Bedeutung der Gewerkschaften
Auf der einen Seite werden Gewerkschaften als Kartelle betrachtet, die über das Potenzial verfügen, den Lohnunterbietungswettbewerb der Arbeitnehmer im Wettbewerb um knappe Arbeitsplätze auszuschalten (vgl. Möschel 2005: 3). Auf der anderen Seite kann ihr Verhalten aber auch negative Auswirkungen auf makroökonomische Indikatoren wie die Höhe der Produktion, der Inflation oder des Beschäftigungsgrades in einer Volkswirtschaft haben. Ihre ungeheure Bedeutsamkeit für die Wirtschaftsentwicklung steht außer Frage. Seit einiger Zeit verändert sich das Bild der Gewerkschaften jedoch; IG Metall, Ver.di und Co. haben mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Lag der gewerkschaftliche Organisationsgrad in Deutschland Ende der 80er Jahre noch bei rund einem Drittel, so beträgt er rund zwanzig Jahre später bereits weniger als 20 % (vgl. OECD 2011). Dieselbe Entwicklung ist in fast allen OECD-Staaten, so auch in der Schweiz, festzustellen.
Dort beträgt der Organisationsgrad der Gewerkschaften heute etwas über 18 % und liegt damit im internationalen Vergleich im schwachen Mittelfeld (vgl. OECD 2011). Auffallend hoch ist die Gewerkschaftsdichte in den skandinavischen Ländern. Ein offensichtlicher Grund dafür ist darin zu sehen, dass Lohnverhandlungen dort auf nationaler Ebene geführt werden (vgl. Franz 2009: 247). Der allgemein auszumachende Mitgliederschwund scheint kein explizit länderspezifisches Problem zu sein. Vielmehr werden die Ursachen dieser Entwicklung im strukturellen Wandel gesehen. Vor allem die seit den 80er Jahren wahrzunehmenden Megatrends wie die Globalisierung, die Tertiarisierung und die Digitalisierung der Arbeitswelt sowie die Individualisierung von Lebensstilen, verbunden mit einer neuen Vielfalt an Beschäftigungsformen werden dafür verantwortlich gemacht (vgl. Funk 2003: 14-17).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Arbeitslosigkeit in Deutschland und der Schweiz ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Vorbildfunktion des Schweizer Modells.
2 Empirischer Hintergrund: Dieses Kapitel liefert einen umfassenden Überblick über zentrale Arbeitsmarktindikatoren sowie strukturelle Besonderheiten, wie die Rolle der Immigration und des Wirtschaftswachstums.
3 Theoretischer Hintergrund - Das Konzept der „Varieties of Capitalism“: Hier wird der theoretische Rahmen eingeführt, um die institutionellen Unterschiede und die Interdependenzen zwischen verschiedenen Wirtschaftssubsystemen zu verstehen.
4 Institutionen und institutionelle Rahmenbedingungen: Dieser Kernteil analysiert detailliert die Industrial Relations, Bildungssysteme, Unternehmensführung sowie das Sozialsystem und deren Einfluss auf die Arbeitsmarktergebnisse beider Länder.
5 Schlussbetrachtung und Fazit: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und diskutiert die Möglichkeiten sowie Grenzen der Übertragbarkeit von Elementen des Schweizer Modells auf die Bundesrepublik.
Arbeitsmarkt, Schweiz, Deutschland, Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Varieties of Capitalism, Industrial Relations, Gewerkschaften, Kündigungsschutz, Mindestlohn, Mitbestimmung, Institutionen, Wirtschaftswachstum, Flexibilisierung, Sozialpolitik.
Die Arbeit untersucht, ob der Schweizer Arbeitsmarkt, der im Vergleich zu Deutschland eine höhere Leistungsfähigkeit aufweist, als Vorbild für eine effektivere Arbeitsmarktpolitik in Deutschland dienen kann.
Im Fokus stehen institutionelle Rahmenbedingungen wie die Industrial Relations, das System der beruflichen Ausbildung, die Corporate Governance, sowie die Ausgestaltung der passiven Arbeitsmarktpolitik.
Das Ziel ist es, durch einen zwischenstaatlichen Vergleich die Determinanten für die Arbeitsmarktdiskrepanz zwischen der Schweiz und Deutschland zu identifizieren und mögliche Handlungsoptionen für die BRD abzuleiten.
Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche in Verbindung mit einer umfassenden Datenauswertung empirischen Materials sowie theoretische Analyserahmen wie das Konzept der „Varieties of Capitalism“.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen, vergleicht Gewerkschaftsstrukturen, Kündigungsschutzregelungen und Bildungssysteme und setzt diese in den Kontext der Wirtschaftsmodelle beider Länder.
Wichtige Begriffe sind Arbeitsmarktperformanz, Institutionelle Komplementarität, Varietes of Capitalism, Dezentralisierung, Flexibilisierung und der Vergleich zwischen koordinierten und liberalen Marktwirtschaften.
Die Arbeit warnt davor, das Modell als einfachen Bauplan zu kopieren, da institutionelle Komplementaritäten und pfadabhängige Entwicklungen wie die politische Kultur des Föderalismus und der direkten Demokratie in der Schweiz tief verwurzelt sind.
Der Autor klassifiziert die Schweiz aufgrund der Koexistenz von koordinierten und liberalen Elementen als „Mischtypus“ und betont, dass die hohe wirtschaftliche Performanz nicht zwingend an einen reinen Idealtypus gebunden ist.
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