Bachelorarbeit, 2012
65 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Fußball - mehr als ein Spiel
2.1 Football Association
2.2 Entwicklung in Deutschland
2.3 Fußball als Beruf
3 Forschungslage zum Thema
4 Die gesellschaftliche Relevanz des Themas Homosexualität
4.1 Homophobie
4.2 Klischees
4.3 Coming-Out
5 Geschlecht als Konstrukt
6 Männerbild im Fußball
7 Fanverhalten im Stadion
8 Weitere relevante Einflussfaktoren
8.1 Medien
8.2 Fans
8.3 Verbände
8.4 Vereine
8.5 Spieler
9 Die Meinungsmacher des Profifußballs im Fokus
10 Beispiele für Homosexualität im Sport
11 FARE, BAFF und die Rainbow Borussen
12 Der Fall Marcus Urban
12.1 Homosexuelle Fußballer quälen sich
12.2 Homosexuelle Fußballer erkennen?
13 Umfrage Amateurfußball
14 Ausblick
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe des weit verbreiteten Nicht-Outings von Profifußballern. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse gesellschaftlicher Strukturen, geschlechtsspezifischer Konstrukte und der spezifischen Kultur im Fußballmilieu, um den hohen Leidensdruck betroffener Sportler zu verdeutlichen und Ansätze für eine Enttabuisierung aufzuzeigen.
4.1 Homophobie
Wie schon beschrieben, nimmt das Thema Homophobie im Profifußball einen großen Stellenwert ein. Ein Großteil der homophoben Äußerungen, mit denen sich die Spieler konfrontiert sehen, kommt von den Tribünen der Stadien. Gerd Dembrowksi, ehemaliger Mitarbeiter von zwei Duisburger Fanprojekten und Sprecher von BAFF, berichtet in seinem Aufsatz „Von Schwabenschwuchteln und nackten Schalkern. Schwulenfeindlichkeit im Fußballmilieu“ (2002, S.140 f.) von ebendiesen Aussagen, die ein Outing für die Spieler zu einem gewagten und wohlüberlegten Schritt werden lassen. Homophobe Äußerungen können nicht einzelnen Vereinen zugeordnet werden, im Gegenteil, sie ziehen sich durch alle Stadion und sind auf der ganzen Welt zu finden. Sprechchöre wie „ Schwuler XY“ (XY steht für den Verein oder Spieler) sind keine Seltenheit.
Weitere Beispiele sind „Ewald der Schnelle / der Homosexuelle“ oder „Toni Polster, jeder kennt ihn, den Stricher aus Wien“ (2002, S. 140). Auch bekannte Musikstücke werden für homophobe Äußerungen missbraucht. Auf die Beatles Melodie „Yellow Submarine“ wird der Slogan „XY ist Homosexuell“ gesungen. Gerd Dembrowski nennt hier Uwe Kamps als Beispiel. Verwunderlich ist jedoch, dass die homophoben Äußerungen in einem gewissen Wiederspruch zu den emotionalen Ausbrüchen stehen, die die Fans auf dem Rasen sehen und auf der Tribüne leben. Nach einem Tor wird der Torschütze gefeiert, umarmt oder manchmal geküsst.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Thematik Homosexualität im Profifußball und formuliert das Ziel, die Ursachen für das ausbleibende Outing von Spielern zu untersuchen.
2 Fußball - mehr als ein Spiel: Dieses Kapitel erläutert den hohen Stellenwert des Fußballs in der Gesellschaft sowie dessen historische Entwicklung und Professionalisierung.
3 Forschungslage zum Thema: Hier wird der aktuelle Stand der Literatur und Forschung bezüglich der Bedeutung des Sports und des Umgangs mit Homosexualität im Fußball dargelegt.
4 Die gesellschaftliche Relevanz des Themas Homosexualität: Das Kapitel definiert Homosexualität sowie Homophobie und untersucht deren gesellschaftliche Wahrnehmung in Deutschland.
5 Geschlecht als Konstrukt: Es wird analysiert, wie Geschlechterrollen gesellschaftlich konstruiert sind und welchen Einfluss diese Vorgaben auf das Verhalten im Sport haben.
6 Männerbild im Fußball: Dieses Kapitel thematisiert die als "männlich" definierten Attribute im Profifußball und wie diese ein Outing erschweren.
7 Fanverhalten im Stadion: Die Analyse konzentriert sich auf die Dynamik in den Stadien und die dort häufig auftretende homophobe Sprachkultur.
8 Weitere relevante Einflussfaktoren: Es werden zentrale Faktoren wie Medien, Fans, Verbände, Vereine und Spieler selbst hinsichtlich ihres Einflusses auf das Thema untersucht.
9 Die Meinungsmacher des Profifußballs im Fokus: Hier wird der negative Einfluss diskriminierender Zitate einflussreicher Akteure aus Trainer-, Spieler- und Funktionärsebene betrachtet.
10 Beispiele für Homosexualität im Sport: Anhand chronologisch geordneter Fälle wird verdeutlicht, dass Homophobie ein sportartenübergreifendes gesellschaftliches Problem darstellt.
11 FARE, BAFF und die Rainbow Borussen: Das Kapitel stellt Netzwerke und Faninitiativen vor, die sich aktiv gegen Diskriminierung einsetzen.
12 Der Fall Marcus Urban: Eine detaillierte Betrachtung des Leidenswegs des ehemaligen Profis Marcus Urban dient als Fallbeispiel für die psychischen Folgen des Versteckspiels.
13 Umfrage Amateurfußball: Die Auswertung einer eigenen Umfrage unter Amateurfußballern gibt Einblicke in die Haltungen und das Meinungsbild an der Basis.
14 Ausblick: Der Ausblick reflektiert die Ergebnisse und skizziert notwendige Schritte von Verbänden und Vereinen für eine zukünftige Enttabuisierung.
Homosexualität, Profifußball, Homophobie, Coming-out, Männerbild, Gender, Diskriminierung, Fanverhalten, DFB, Marcus Urban, Stadionkultur, soziale Konstruktion, Sportsoziologie, Intoleranz, Enttabuisierung.
Die Arbeit analysiert die gesellschaftlichen und sportstrukturellen Gründe, warum es im deutschen Profifußball bisher kaum öffentliche Coming-outs von Spielern gibt.
Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung des Fußballs als gesellschaftliches Spiegelbild, die Rolle traditioneller Männlichkeitsbilder, der Einfluss von Fan- und Medienstrukturen sowie die psychische Belastung betroffener Spieler.
Das primäre Ziel ist es, die Hemmschwellen für homosexuelle Fußballer zu identifizieren und aufzuzeigen, wie durch eine Veränderung der Rahmenbedingungen eine Enttabuisierung erreicht werden kann.
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie auf eine eigens durchgeführte empirische Umfrage unter 100 Spielern, Trainern und Funktionären im Amateurfußball.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Ansätze (Geschlechterkonstruktion, Definition von Homophobie) als auch praktische Analysen (Medienrolle, Fanverhalten, der Fall Marcus Urban, Vereine) differenziert untersucht.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Homosexualität, Profifußball, Homophobie, Coming-out, Männerbild und Diskriminierung definieren.
Der Fall Marcus Urban dient als intensives Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, welche massiven Auswirkungen das Versteckspiel und der gesellschaftliche Druck auf die Psyche und die sportliche Karriere eines Talents haben können.
Die Umfrage zeigt ein ambivalentes Bild: Einerseits gibt es eine grundsätzliche Toleranz, andererseits existieren weiterhin tief verankerte Klischees und Vorurteile gegenüber schwulen Spielern, etwa beim Thema gemeinsames Duschen.
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