Masterarbeit, 2010
97 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die indigenen Organisationen in Ecuador
2.1 Die Konquista und ihre Folgen
2.2 Die Entstehung indigener Organisationen - Costa, Sierra und Oriente
2.2.1 Die Bildung einer Organisationsstruktur
2.2.2 Der Levantamiento Nacional Indígena von 1990
2.2.3 Das Movimiento de Unidad Plurinacional Pachakutik - Nuevo País (MUPP-NP)
2.3 Ethnische Identität als Motor der indigenen Bewegung
3. Prozesse der Intergruppendifferenzierung nach Henri Tajfel
3.1 Die Theorie der sozialen Identität (TSI) nach Henri Tajfel
3.1.1 Die vier psychologischen Konzepte der Theorie der sozialen Identität
3.2 Strategien der Intergruppendifferenzierung
3.3 Stereotype und soziale Stereotype
3.3.1 Funktionen von sozialen Stereotypen
3.4 Zusammenfassung
4. Die Internetpräsenz als Medium der Außendarstellung
4.1 Informationen und Begriffe zum Thema Internet
4.2 Der Internetauftritt als Medium der Selbstdarstellung
4.3 Internetauftritte von indigenen Organisationen
5. Diskursanalytische Untersuchung von Internettexten indigener Organisationen in Ecuador
5.1 Zur Auswahl der Methode der Kritischen Diskursanalyse
5.2 Die Kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger
5.2.1 Grundbegriffe der Kritischen Diskursanalyse
5.3 Bildung des Datenkorpus
5.4 Vorgehensweise
5.5 Ergebnisse
5.5.1 Ergebnisse der Strukturanalyse
5.5.1.1 Feindliche Diskurspaare
5.5.1.2 Solidarische Freundschaften
5.5.1.3 Zusammenfassung
5.5.2 Ergebnisse der Feinanalyse
5.5.2.1 Feindebenen
5.5.2.2 Der Gebrauch von Substantiven und militanter Sprache
5.5.2.3 Potentielle Leserschaft
5.5.2.4 Der Gebrauch von Pronomina
5.5.2.5 Zusammenfassung
6. Interpretation der Ergebnisse
6.1 Die Anwendung von Intergruppendifferenzierungs-Strategien in Bezug auf Feindgruppen
6.2 Stereotypisierung der Feindgruppen
6.3 Abgrenzungsstrategien und Stereotypisierung in Bezug auf den Unterbau
7. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Konstruktion von Selbst- und Fremdbildern indigener Organisationen in Ecuador mittels einer diskursanalytischen Untersuchung ihrer Internetauftritte, um die Abgrenzung gegenüber gesellschaftlichen Mehrheitsgruppen sowie die Stärkung der eigenen Identität aufzuzeigen.
1. Einleitung
„Wir haben keine Angst vor Unterschieden. Unsere größte Angst gilt der Ähnlichkeit, die uns auslöscht.“ (Richard Powers 2005: 750)
Das Gesetz zur Privatisierung des Bergbaus Ley Minera wurde am 13.01.2009 im Zuge der neuen Konstitution Ecuadors von der Comisión de Legislación y Fiscalización verabschiedet. Es führte zu öffentlichen Streitigkeiten und Wortgefechten zwischen den indigenen Organisationen und der aktuellen Regierung in Ecuador. In einer öffentlichen Ansprache in Quito bezeichnete der ecuadorianische Präsident Rafael Correa die indigenen Organisationen, die zu nationalen Streiks gegen die Verabschiedung des Gesetzes aufgerufen hatten, als „pequeños grupos absolutamente minoritarios que nos impongan sus particulares visiones e intereses“ (Correa, Rafael 19.01.2009, zitiert nach: eltelegrafo.com.ec 20.01.2009).
Dieser Kommentar offenbart nicht nur, dass die Forderungen der indigenen Organisationen, die seit den 1990er Jahren ihre Entscheidungsmacht auf sozialer und politischer Ebene zu etablieren und auszuweiten versuchen, bis heute noch nicht gänzlich erfüllt worden sind. In der Aussage Correas wird darüber hinaus deutlich, dass ein großes Machtgefälle und eine Dissoziation zwischen zwei Gruppen existiert. Auf der einen Seite stehen die indigenen Organisationen und im weitesten Sinne die indigene Bevölkerung, im Kommentar als „pequeños grupos absolutamente minoritarios“ bezeichnet. Auf der anderen Seite steht der ecuadorianische Staat und im weitesten Sinne die mestizische Gesellschaft, in der Aussage mit „nos“ benannt. Correa gibt mit seiner Aussage deutlich zu verstehen, wer das Sagen und die Macht in Ecuador hat und legt fest, dass der indigenen Minderheit in keiner Weise Ansprüche darauf gewährt werden. Mit einem einzigen Satz wird eine Gruppe diskreditiert, die Grenze zwischen wir und den Anderen gezogen und die eigene Machtposition im gesellschaftlichen Diskurs besiegelt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Machtkonflikt zwischen indigenen Organisationen und dem ecuadorianischen Staat anhand einer konkreten politischen Äußerung und legt das Ziel der Arbeit fest.
2. Die indigenen Organisationen in Ecuador: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext zur Entwicklung der indigenen Organisationen, deren Strukturen und politischer Partizipation seit der Kolonialzeit.
3. Prozesse der Intergruppendifferenzierung nach Henri Tajfel: Hier werden die theoretischen Grundlagen der sozialen Identität sowie Mechanismen der Gruppenabgrenzung und Stereotypisierung erläutert.
4. Die Internetpräsenz als Medium der Außendarstellung: Dieses Kapitel führt in die Nutzung des Internets als Werkzeug für Organisationen zur Selbstdarstellung und Identitätskonstruktion ein.
5. Diskursanalytische Untersuchung von Internettexten indigener Organisationen in Ecuador: Die methodische Anwendung der Kritischen Diskursanalyse auf das ausgewählte Datenmaterial wird hier detailliert dargestellt und analysiert.
6. Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Analyse werden im Kontext der eingeführten Theorien interpretiert, um Strategien der Intergruppendifferenzierung aufzuzeigen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die diskursiven Konstruktionen indigener Organisationen zusammen und bestätigt deren antihegemoniale Positionierung im ecuadorianischen Kontext.
Indigene Bewegung, Ecuador, soziale Identität, Intergruppendifferenzierung, Kritische Diskursanalyse, Internetauftritt, Stereotype, Feindbilder, Machtgefälle, Organisationsstruktur, Selbstbild, Fremdbilder, soziale Distinktheit, Diskurs, soziale Mobilität.
Die Arbeit untersucht die diskursive Konstruktion von Selbst- und Fremdbildern indigener Organisationen in Ecuador anhand von Internettexten, um die Mechanismen ihrer Gruppenabgrenzung und Identitätsstärkung zu verstehen.
Zu den Schwerpunkten gehören die Geschichte der indigenen Bewegung in Ecuador, die Theorie der sozialen Identität nach Tajfel, sowie die kritische Analyse von Diskursen über Macht, Privatisierung und soziale Ausgrenzung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie indigene Organisationen mittels Sprache und Kommunikation ihre Identität definieren und sich gegen die als hegemonial wahrgenommene Mehrheitsgesellschaft abgrenzen.
Die Autorin verwendet die Kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger, um verborgene ideologische Strukturen und Machtverhältnisse in den Internet-Veröffentlichungstexten aufzudecken.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der indigenen Organisationen, eine theoretische Fundierung durch Tajfel, eine Erläuterung des Mediums Internet und eine detaillierte diskursanalytische Untersuchung des Korpus.
Zentrale Begriffe sind Indigene Bewegung, Intergruppendifferenzierung, soziale Identität, Diskurs, Machtgefälle und Internetpräsenz.
Das Internet fungiert als Medium der Selbstdarstellung, das es den Organisationen ermöglicht, ihre Anliegen global zu verbreiten und ein positives Selbstbild als Verteidiger der Natur und Rechte zu konstruieren.
Feindbilder wie beispielsweise der „ecuadorianische Staat“ oder „Ölfirmen“ werden genutzt, um die indigene Eigengruppe als schutzbedürftig und moralisch überlegen darzustellen, was die Legitimation der Organisationen stärkt.
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