Bachelorarbeit, 2012
92 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Human Factors und Ermüdung in der Luftfahrt
1.2 Forschungsstand: Studien zur Ermüdung von Flugbesatzungen
1.3 Fragestellung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Arbeitspsychologische Aspekte von Müdigkeit und Schläfrigkeit
2.2 Zirkadiane Rhythmen: Natürlicher Verlauf und Desynchronisation
2.3 Bedeutung des Schlafes für die Leistungsfähigkeit
2.4 Das „Zwei-Prozess-Modell“ von Borbély
2.5 Arousaltheorie
3 Geschäftsfliegerei in Deutschland
3.1 Einordnung in den Luftverkehr und Betreibermodelle
3.2 Marktsituation und zukünftige Entwicklung
3.3 Arbeitsspezifische Aspekte
3.4 Flugdienst- und Ruhezeiten
3.4.1 Rechtsquellen in Deutschland
3.4.1.1 Beschränkung der kumulativen Dienstzeiten
3.4.1.2 Maximale tägliche Flugdienstzeit
3.4.1.3 Ruhezeiten
3.4.2 Neuregulierung durch die EASA
4 Methodik
4.1 Wahl der Erhebungsmethode
4.2 Beschreibung der Zielgruppe
4.3 Erstellung des Fragebogens
4.3.1 Operationalisierung
4.3.2 Struktur
4.3.3 Items
4.3.3.1 Abschnitt A: Flugbetrieb
4.3.3.2 Abschnitt B: Schlaf und Erholung
4.3.3.3 Abschnitt C: Flugdienste
4.3.3.4 Abschnitt D: Eigene Meinung
4.3.3.5 Abschnitt E: Persönliches
4.3.4 Instruktion
4.3.5 Online-Version
4.4 Fehlerquellen
4.5 Abschätzungen zu den Testgütekriterien
4.6 Verteilung
5 Ergebnisse
5.1 Rücklauf
5.2 Kontrolle und Aufbereitung der Daten
5.3 Statistische Verfahren
5.4 Darstellung
5.4.1 Demografische Daten
5.4.2 Flugbetrieb
5.4.3 Schlaf
5.4.4 Ermüdung
5.4.5 Kommentare
6 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Arbeitsbedingungen von Piloten in der deutschen Geschäftsfliegerei, insbesondere im Werksverkehr und Charterbetrieb. Das primäre Ziel ist es, das Ausmaß der psychischen Beanspruchung und Ermüdung dieser Berufsgruppe zu ermitteln sowie mögliche Gefährdungen für die öffentliche Sicherheit aufzudecken, um einen Beitrag zur Diskussion über die Neuregulierung der Flugdienst- und Ruhezeiten durch die EASA zu leisten.
1.1 Human Factors und Ermüdung in der Luftfahrt
Schon seit den Anfängen der Luftfahrt zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam dem Menschen und seiner Fehlbarkeit im Zusammenhang mit der Bedienung sicherheitskritischer Systeme viel Aufmerksamkeit zu. Mit Beginn des „Jet-Zeitalters“ und der kommerziellen Beförderung von Passagieren über lange Strecken wurden immer höhere Ansprüche an die Sicherheit gestellt. Während anfangs noch die Unzuverlässigkeit der Technik für hohe Unfallraten sorgte und dementsprechend auch im Fokus der Flugunfalluntersuchung stand, wird seit einigen Jahrzehnten zunehmend die Rolle des Menschen erforscht – sei es als sogenannter „frontline-operator“ im Cockpit oder an einer anderen Position.
Entsprechend dem Modell von Reason (1997, vgl. Abbildung 1) stellt die Vermeidung von Müdigkeit eine „defence“ dar. Je nach Art der Gefahren („hazards“) nehmen diese unterschiedliche Formen an. In komplexen technologischen Systemen sorgt das Zusammenspiel mehrerer „defences“ für die Abwehr menschlicher oder technischer Fehler. Für ihre Umsetzung hat im operativen Flugbetrieb das Unternehmen als Organisation zu sorgen. In der Luftfahrt geben die aufsichtsführenden Behörden die entsprechenden Vorschriften vor. Allerdings können in der Praxis Lücken in einer oder mehrerer der „defences“ entstehen, die als latente Fehler über lange Zeit unentdeckt im System verweilen, bevor sie als Faktor im Unfallgeschehen zu Tage treten.
Die Bemühungen, das Zusammenspiel von Mensch und Maschine zu optimieren, erstrecken sich von der Personalauswahl über das Training bis zum Cockpitdesign. Dabei hat sich eine systemische Denkweise etabliert, in welcher der Mensch und sein Handeln im Kontext mit seinem Arbeitsumfeld gesehen wird (Dekker, 2006). Diese ganzheitliche Auffassung führt auch zwangsläufig zu der Frage, in welchem Zusammenhang Sicherheit und Wirtschaftlichkeit heutzutage stehen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik von Human Factors in der Luftfahrt ein, gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Ermüdung bei Flugbesatzungen und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden arbeitspsychologische Aspekte von Müdigkeit und Schläfrigkeit erläutert, biologische Rhythmen und die Bedeutung des Schlafes erklärt sowie theoretische Modelle wie das Zwei-Prozess-Modell von Borbély vorgestellt.
3 Geschäftsfliegerei in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet die Strukturen, Betreibermodelle und marktspezifischen Besonderheiten der deutschen Business Aviation sowie die geltenden Rechtsquellen und die aktuelle EASA-Neuregulierung.
4 Methodik: Der Autor beschreibt das gewählte Vorgehen der empirischen Befragung mittels Stift-Papier- und Online-Fragebogen, die Operationalisierung der Konstrukte sowie die Strategien zur Minimierung von Fehlerquellen.
5 Ergebnisse: Hier erfolgt die Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten bezüglich demografischer Aspekte, des Flugbetriebs, des Schlafverhaltens sowie der subjektiv wahrgenommenen Ermüdung und Belastung.
6 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Das letzte Kapitel bewertet die Resultate im Lichte der theoretischen Grundlagen, diskutiert die methodischen Einschränkungen und gibt Empfehlungen für weiterführende Untersuchungen.
Geschäftsfliegerei, Fatigue, Flugdienstzeiten, Ruhezeiten, Human Factors, Arbeitsbelastung, Schlafrhythmus, EASA, Luftsicherheit, Befragung, Psychische Beanspruchung, Vigilanz, zirkadiane Rhythmen, Cockpit, Dienstzeit.
Die Bachelorarbeit untersucht das Thema Ermüdung (Fatigue) von Piloten, die in der deutschen Geschäftsfliegerei tätig sind, und bewertet deren Auswirkungen auf die Sicherheit im Flugbetrieb.
Die Arbeit verknüpft arbeitspsychologische Theorien zu Ermüdung und Schlaf mit den betrieblichen Anforderungen und regulatorischen Rahmenbedingungen in der allgemeinen Luftfahrt und Geschäftsreisefliegerei.
Ziel ist es, Daten über die tatsächlichen Flugdienst- und Ruhezeiten in dieser Branche zu gewinnen, um psychische Beanspruchung aufzuzeigen und eine mögliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch Übermüdung zu prüfen.
Der Autor führt eine quantitative Befragung durch, bei der ein standardisierter Fragebogen (sowohl als Papier- als auch Online-Version) an Piloten der Zielgruppe verteilt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Ermüdungsmodellen, eine Beschreibung des Sektors "Geschäftsfliegerei in Deutschland" samt seiner Rechtsquellen sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der empirischen Untersuchungsergebnisse.
Die wichtigsten Begriffe sind Geschäftsfliegerei, Fatigue, Flugdienstzeiten, Human Factors, Arbeitsbelastung und EASA-Regulierung.
Da in der Geschäftsfliegerei oft unregelmäßige Flugpläne herrschen und der ökonomische Druck zur effizienten Ressourcennutzung hoch ist, unterscheidet sich die Belastungssituation dort signifikant vom planmäßigen Linienflugverkehr, was neue wissenschaftliche Erkenntnisse erfordert.
Das Modell von Borbély dient dazu, den Zusammenhang zwischen der biologisch gesteuerten Schläfrigkeit und dem kumulativen Regenerationsbedürfnis (Homöostase) zu erklären, was für das Verständnis der Ermüdung bei wechselnden Dienstzeiten essenziell ist.
Die geplante Neuregulierung durch die EASA ist ein zentraler Diskussionspunkt, da sie neue Standards für Flugdienst- und Ruhezeiten setzt, die von Interessenvertretern wie der Vereinigung Cockpit teilweise kritisch hinsichtlich der Flugsicherheit hinterfragt werden.
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