Bachelorarbeit, 2011
41 Seiten, Note: 1,3
1. PROBLEMSTELLUNG
2. STRATEGIEN ZUR AUSNUTZUNG VON DIREKTEN NETZWERKEFFEKTEN
2.1 Direkte Netzwerkeffekte am Beispiel einer „Monopolplattform“
2.2 Plattformadoption und Strategien im Wettbewerb um Nutzergruppen
2.3 Wohlfahrtsoptimale Plattformwahl
2.4 Wohlfahrtsanalyse des Wettbewerbsergebnisses
2.5 Strategien im Verdrängungswettbewerb
3. STRATEGIEN ZUR AUSNUTZUNG DER BILATERALEN NETZWERKEFFEKTE
3.1 „Social Media“ ein Zweiseitiger Markt
3.2 Strategie der ausschließlichen Werbefinanzierung
3.3 Strategien bei gemischter Finanzierung
3.4 Marktkonzentration aufgrund der Interaktion zwischen Nutzer- und Werbemarkt
4. AUSBLICK
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht ökonomische Wettbewerbsstrategien von Social-Media-Plattformen unter Anwendung mikroökonomischer Modelle der Netzwerkökonomie und der Spieltheorie, um zu erklären, wie diese Plattformen trotz oft kostenloser Angebote für Nutzer nachhaltig wachsen und Marktmacht festigen.
2.1 Direkte Netzwerkeffekte am Beispiel einer „Monopolplattform“
„Social Media“ sind virtuelle Plattformen, die Usern eine wechselseitige Interaktion ermöglichen. Entschließt man sich zur Teilnahme, so besteht nach der Anmeldung die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu erstellen und nach Kommunikationspartnern zu suchen. Es handelt sich also (ähnlich zur Telekommunikationsbrache) um ein Netzwerkgut, bei dem der Nutzen maßgeblich von der Größe des Netzwerkes bestimmt wird.
Gegenstand des nachfolgenden Abschnittes ist die Analyse der Nachfrage nach dem Gut „Social Media“ mit Hilfe des Modells von Rohlfs (1974); die Darstellung folgt Shy (2001).
Angenommen auf dem Markt befinden sich N potentielle Teilnehmer, deren Aversion (z) zur Nutzung einer Plattform durch das Intervall [0,1] gegeben ist. Die Aversion kann als Abneigung gegen ein gewisses Charakteristikum (z.B. Plattformpolitik, Funktionen, allgemeiner Bekanntheitsgrad) einer Plattform verstanden werden. Nutzer, deren Aversion nahe 0 liegt, haben eine hohe Präferenz bezüglich der Teilnahme an einer Plattform und sind dementsprechend bereit, mehr zu zahlen. Nutzer deren Aversion nahe 1 liegt, interessieren sich nicht sonderlich für Netzwerke und werden nur dann beitreten, wenn der Preis sehr niedrig ist. Folglich kann (1-z) als heterogener Kontaktnutzen bezeichnen werden.
Die Abbildung 2.1 veranschaulicht die mögliche Verteilung von Nutzern. Auf der Abszisse ist die Ausprägung der Aversion und auf der Ordinate die kumulierte Verteilung abgetragen. Diese Abbildung kann so interpretiert werden, dass z.B. die Hälfte aller potentiellen Nutzer eine Aversion bezüglich der Teilnahme an der Plattform von ≤1/2 haben.
1. PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die ökonomische Relevanz von Social Media und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Finanzierung und des Erfolgs dieser Plattformen.
2. STRATEGIEN ZUR AUSNUTZUNG VON DIREKTEN NETZWERKEFFEKTEN: Untersuchung der Nachfrage nach Netzwerkplattformen basierend auf Modellen der Netzwerkökonomie, wobei Themen wie kritische Masse, Plattformadoption und wettbewerbliche Verdrängungsstrategien analysiert werden.
3. STRATEGIEN ZUR AUSNUTZUNG DER BILATERALEN NETZWERKEFFEKTE: Erweiterung der Analyse auf zweiseitige Märkte, in denen Plattformen zwischen Nutzern und Werbetreibenden vermitteln, sowie Diskussion von Finanzierungsstrategien und Marktkonzentration.
4. AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse und Identifikation weiterführender Forschungsfelder, insbesondere im Hinblick auf Lock-in-Effekte und Nutzer-Multihoming.
Social Media, Netzwerkeffekte, Zweiseitige Märkte, Plattformökonomie, Wettbewerbsstrategie, Kritische Masse, Werbefinanzierung, Nutzerwachstum, Wohlfahrtsökonomie, Spieltheorie, Marktkonzentration, First-Mover-Advantage, Preisstrategien, Plattformadoption, Netzwerkökonomie.
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Hintergründe, die zum Erfolg von Social-Media-Plattformen führen, insbesondere unter Berücksichtigung von Netzwerkeffekten und der Finanzierung durch Nutzer oder Werbepartner.
Die Schwerpunkte liegen auf der mikroökonomischen Modellierung von Netzwerken, der Analyse von Plattformstrategien bei direkten und indirekten Netzwerkeffekten sowie der Untersuchung von Marktkonzentrationsprozessen.
Das Ziel ist die ökonomische Analyse der Wechselwirkungen zwischen den Akteuren auf sozialen Netzwerken, um zu erklären, wie diese Plattformen trotz hoher Anfangskosten Nutzer gewinnen und langfristig ökonomisch agieren.
Es werden mikroökonomische Modelle der Netzwerkökonomie sowie spieltheoretische Ansätze genutzt, um Nutzerentscheidungen und Unternehmensstrategien formal zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von direkten Netzwerkeffekten (Nutzerseite) und bilateralen Effekten (Zweiseitige Märkte zwischen Nutzern und Werbetreibenden) inklusive der entsprechenden Preis- und Finanzierungsstrategien.
Zentrale Begriffe sind Netzwerkeffekte, Social Media, Zweiseitige Märkte, kritische Masse, Plattformwettbewerb und Werbefinanzierung.
Die Aversion (z) spiegelt die individuelle Präferenz wider. Je geringer die Aversion, desto eher ist ein Nutzer bereit, einer Plattform beizutreten, was als entscheidender Faktor für das Erreichen einer kritischen Masse gilt.
Sie wird genutzt, um die Dynamik der Marktkonzentration zu erklären, bei der eine Plattform durch ihre Nutzerbasis attraktiver für Werbende wird, was wiederum zu mehr Werbeeinnahmen und weiterem Nutzerwachstum führt, während Konkurrenten verdrängt werden.
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