Examensarbeit, 2012
97 Seiten, Note: 1
0. Einleitung
1. Die Tiefenpsychologie und Psychoanalyse im Kontext der christlichen Kirche
1.1 Über den Dialog der Tiefenpsychologie mit der Theologie
1.2 Die Forderung nach einer Verschmelzung der Psychoanalyse und Theologie
1.3 Das gegenwärtige Interesse an der Tiefenpsychologie innerhalb der Religion
1.4 Ergebnisse einer empirischen Untersuchung unter Psychotherapeuten, zur Frage nach der kirchlichen Kompetenz
2. Eugen Drewermann und die Tiefenpsychologische Bibelauslegung
2.1 Die Tiefenpsychologische Bibelexegese als Möglichkeit “Gleichzeitigkeit“ zu schaffen
2.2 Drewermann und C.G. Jungs Archetypen
2.2.1 Die unterschiedlichen Schichten der Psyche nach Jung
2.2.2 Zur Interpretation archetypischer Erzählungen
2.3 Zur Kritik an Drewermanns tiefenpsychologischer Exegese
2.3.1 Ein Exkurs zur Entmythologisierung Bultmanns und der Wiederentdeckung der Mythologie bei Drewermann
2.3.2 Tiefenpsychologie als Hilfsinstrument eines Wandlungsprozesses - der Individuation
2.3.3 Das Archetypenverständnis Drewermanns auf dem Prüfstand
2.3.4 Drewermanns Konzept aus Sicht der Psychologen
2.4 Der Besessene von Gerasa in der tiefenpsychologischen Interpretation Drewermanns
2.4.1 Anmerkungen zur tiefenpsychologischen Auslegung des Besessenen von Gerasa
3. Die tiefenpsychologische Bibelexegese im Kontext des schulischen Religionsunterrichts
3.1 Inwiefern der schulische Religionsunterricht von einer tiefenpsychologischen Auslegung profitieren kann
3.2 Die Notwendigkeit Biblischen Lernens für Kinder und Jugendliche
3.2.1 Die historisch-kritische Bibelauslegung im Religionsunterricht und die daraus resultierende Erfordernis nach neuen Zugängen
3.3 Korrelation im schulischen Religionsunterricht
3.3.1 Vier neue Ansätze der Korrelationsdidaktik und die tiefenpsychologische Bibelauslegung
3.3.2 Warum die tiefenpsychologische Bibelexegese auf eine Korrelationsdidaktik angewiesen ist – aber auch umgekehrt
3.3.3 Wechselbeziehungen anhand von dekonstruktiver Bibellektüre
3.3.4 Ergebnisse qualitativ-empirischer Studien für den Sinngehalt von Korrelationen
3.4 Die Schwierigkeiten und Grenzen, die mit der tiefenpsychologischen Bibelauslegung nach Drewermann im schulischen Religionsunterricht verbunden sind und wie diesen zu begegnen ist
3.4.1 Das Problem mit der Korrelation
3.4.2 Reduzierte Psychotherapie im Unterricht?
3.4.2.1 Exkurs: Die Tiefenpsychologische Exegese als Mittel therapeutisch orientierte Religionsdidaktik nach Oskar Randak zu betreiben
3.4.3 Psychoanalytische Sichtweisen zu Lasten der Theologie und Christologie?
3.4.3.1 Das funktionale christologische Verständnis Eugen Drewermanns und ihre Umsetzbarkeit im schulischen Religionsunterrichts
3.4.3.2 Exkurs: Die tiefenpschologische Heilung im Verständnis einer Transzendaltheologie Karl Rahners
3.4.3.3 Christologie und Elementarisierung als Zugangsmöglichkeit Drewermanns Jesus-Bild zu vermitteln?
3.4.3.4 Die tiefenpsychologische Bibelexegese im Weltbild und Wirklichkeitsverständnis von Jugendlichen
3.5 Die praktische Umsetzung einer tiefenpsychologischen Bibelexegese nach Drewermann im schulischen Religionsunterricht
3.5.1 Vorüberlegungen zur ersten Unterrichtseinheit
3.5.1.2 Der Bibliolog im Religionsunterricht als Hinführung zu tiefenpsychologischen Bibelexegesen
3.5.1.2 Unterrichtsentwurf der ersten Stunde
3.5.1.3 Erläuterungen zur ersten Unterrichtseinheit
3.5.1.1 Unterrichtsentwurf der zweiten Unterrichtsstunde
3.5.2.1 Erläuterungen zur zweiten Unterrichtseinheit
3.5.3 Unterrichtsentwurf der dritten und letzten Stunde
3.5.3.1 Eine kurze Anmerkung zur dritten und letzten Unterrichtsstunde
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das tiefenpsychologische Bibelverständnis von Eugen Drewermann und analysiert dessen Potenzial sowie die damit verbundenen Grenzen für den schulischen Religionsunterricht. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen einer psychoanalytisch orientierten Exegese für eine lebendige, schülerorientierte Auseinandersetzung mit biblischen Texten aufzuzeigen.
2.4 Der Besessene von Gerasa in der tiefenpsychologischen Interpretation Drewermanns
Um zu veranschaulichen, wie eine tiefenpsychologische Interpretation aussieht, soll nun ein Beispiel angeführt werden. Der Originaltext der Markus Perikope wurde, aufgrund ihrer wortgetreuen Übersetzung, der Luther Bibel entnommen. Die tiefenpsychologische Auslegung stammt aus Drewermanns zweiten Band der Tiefenpsychologie und Exegese.
In Markus 5,1 – 20 begegnet man der Geschichte des Besessenen von Gerasa, der durch Jesu Hilfe von seinen sogenannten „Legionen“ erlöst wird.
In seiner Interpretation geht Drewermann zunächst auf die Ungereimtheiten der Geschichte ein, um sie zunächst für unhistorisch zu erklären. Ein Problem sieht er vor allem darin warum Jesus ins Land von Nicht-Juden zu Schweine hütenden Heiden zieht, aber auch in der Heilung Jesu durch die Namensbefragung, die sonst in keiner anderen Wundererzählung zu finden ist. Dass der Geheilte schließlich auf seine Bitte hin, nicht in der Gefolgschaft Jesu bleiben darf, wie es anderen nach ihrer Heilung gewährt wurde, wirft für Drewermann ebenfalls die Frage nach der Historizität dieser Perikope auf. Der historisch-kritischen Erkenntnis stimmt er zwar zu, dass es sich bei dieser Erzählung um eine Geschichte der judenchristlich-hellenistischen Mission handeln könnte, die die Überlegenheit der Christen über die Heiden darstellt, dies aber gleichzeitig davon zeuge, dass die Motive der Evangelisten eher politisch als persönlich geprägt waren. Vielmehr müsse man sich aber „für die Personen der Erzählung, für ihre Gefühle, für ihre Angst […] für die menschliche, nicht für die historische Seite der Wundererzählung“ interessieren.
0. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Person und das Wirken von Eugen Drewermann vor und umreißt die Fragestellung der Arbeit bezüglich seines tiefenpsychologischen Bibelverständnisses und dessen Nutzwert für den schulischen Religionsunterricht.
1. Die Tiefenpsychologie und Psychoanalyse im Kontext der christlichen Kirche: Dieses Kapitel erörtert die historische Entwicklung und die schwierige Annäherung zwischen Psychoanalyse und christlicher Theologie sowie deren Relevanz für die moderne Pastoralpsychologie.
2. Eugen Drewermann und die Tiefenpsychologische Bibelauslegung: Hier werden die theoretischen Grundlagen Drewermanns, insbesondere sein Rückgriff auf die Archetypenlehre von C.G. Jung, kritisch analysiert und an einem Beispiel erläutert.
3. Die tiefenpsychologische Bibelexegese im Kontext des schulischen Religionsunterrichts: Das Kapitel widmet sich der didaktischen Anwendung, der Notwendigkeit des biblischen Lernens und den Herausforderungen bei der Integration tiefenpsychologischer Methoden in den Unterrichtsalltag.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, betont die Stärken und Grenzen des Drewermannschen Modells und bekräftigt die Bedeutung der methodischen Vielfalt für einen modernen Religionsunterricht.
Tiefenpsychologische Bibelauslegung, Eugen Drewermann, Psychoanalyse, Archetypenlehre, C.G. Jung, Korrelationsdidaktik, Bibeldidaktik, Religionsunterricht, Seelsorge, Individuation, Transzendaltheologie, christliches Menschenbild, Schülerorientierung, Exegese, Besessener von Gerasa.
Die Hausarbeit befasst sich mit der Anwendung der tiefenpsychologischen Bibelexegese nach Eugen Drewermann im schulischen Religionsunterricht, unter besonderer Berücksichtigung der Chancen und Schwierigkeiten für die Schüler.
Die zentralen Felder sind die Psychoanalyse im kirchlichen Kontext, die theoretische Fundierung durch C.G. Jungs Archetypenlehre sowie die didaktische Einbettung in das Korrelationsprinzip.
Das Ziel ist es, den Nutzwert der tiefenpsychologischen Bibelinterpretation als Brücke zwischen biblischen Texten und der Lebenswelt heutiger Jugendlicher zu untersuchen und methodische Ansätze für den Unterricht zu formulieren.
Der Autor nutzt die tiefenpsychologische Auslegungsmethode nach Drewermann und vergleicht diese kritisch mit historisch-kritischen sowie didaktischen Diskursen innerhalb der Religionspädagogik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Archetypen-Verständnisses und eine umfangreiche didaktische Analyse, inklusive konkreter Entwürfe für Unterrichtseinheiten (z.B. zum Besessenen von Gerasa).
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Tiefenpsychologische Bibelauslegung, Eugen Drewermann, Archetypen, Korrelationsdidaktik, Individuation und Religionsunterricht.
Die Arbeit diskutiert, inwiefern eine ausschließliche Interpretation als „Sprache der Seele“ theologische Wahrheiten (wie die Menschwerdung Gottes) entwerten könnte, wenn der historische Bezugsrahmen vernachlässigt wird.
Der Bibliolog dient im Unterricht als wichtige Brücke, da er es Schülern ermöglicht, durch das Einnehmen von Rollen die biblischen Geschichten subjektiv zu erleben, was eine notwendige Hinführung zu Drewermanns tiefenpsychologischen Analysen darstellt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

