Quellenexegese, 2009
33 Seiten, Note: 2,3
1. Prolog
2. Übersetzung
3. Textkritik
3.1 Vers 23
3.2 Vers 25
3.3 Vers 25
4. Textanalyse
4.1 Abgrenzung des Textabschnitts und Kontextanalyse
4.2 Strukturanalyse
4.2.1 Grammatisch-Syntaktische Analyse
4.2.2 Semantische Analyse
4.2.3 Pragmatische Analyse
4.3 Gliederung
4.4 Feststellen der Kohärenz
5. Literarkritik
5.1 Synoptischer Vergleich
5.2 Alttestamentliche Quellen
6. Formkritik
6.1 Gattungsbestimmung
6.2 Sitz im Leben
7. Redaktionsgeschichte
7.1 Redaktionelle Arbeit des Verfassers
7.2 Theologisches Profil
8. Überlieferungsgeschichte
9. Begriffs- und Motivgeschichte
10. Resümee
Die vorliegende Arbeit widmet sich der exegetischen Analyse der Perikope der Sturmstillung (Mt 8,23-27). Ziel ist es, unter Anwendung historisch-kritischer Methoden die textlichen, strukturellen und theologischen Besonderheiten im Vergleich zu den synoptischen Parallelen aufzuzeigen und die Bedeutung des Textes für die matthäische Gemeinde zu beleuchten.
4.2.1 Grammatisch-Syntaktische Analyse
Beim Betrachten der vorliegenden Textstruktur fällt als Erstes die häufige Verwendung der Konjunktion καί, was man auch als Polysyndeton bezeichnet. Diese Tatsache zeigt auf, dass es sich hierbei um eine Parataxe handelt, d.h. eine Aneinanderreihung von Hauptsätzen, die gleichgeordnet sind. Dieser parataktische Stil bewirkt, dass die Perikope zwar eintönig erscheint, aber dadurch nur der wesentliche Inhalt zusammengefasst wird und die Sätze zugleich betont werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt der grammatischen Untersuchung ist die verwendete Zeitform. Der Verfasser benutzt in der vorliegenden Perikope überwiegend den Aorist Indikativ für die finiten Verbformen, was im Deutschen meist mit dem Präteritum übersetzt wird, da er für punktuelle Handlungen steht. Neben dem genannten Aorist, findet man im Griechischen das imperfectum narrativum und das praesens historicum als Erzähltempora.
Im ersten Fall wird unterstrichen, dass während der Sturm wütet, Jesus sozusagen einfach schläft. [...] Jesus ist von der kosmischen Katastrophe völlig unbeeindruckt. In diesem Satz wurde für das Schlafen das Imperfekt gewählt um diese bestimmte Handlung in ihrem Verlauf hervorzuheben, während der Aorist das Unwetter als Hintergrundrahmen beschreibt.
Der zweite Fall ist noch auffälliger und von theologischer Relevanz, da sich hier das einzige Gegenwartstempus (praesens historicum) wiederfindet und somit die Zeitstruktur in der Perikope durchbrochen wird. Das praesens historicum hebt Entscheidendes und Neues hervor. Im Gegensatz zum punktuellen Aorist, wird hier eine linear verlaufende Handlung beschrieben. Jesus sagte nicht: „Was seid ihr furchtsam, Kleingläubige?“, er sagt. Und zwar vielleicht gerade deswegen im Präsens, weil diese Frage auch heute noch berechtigt ist. Diese Frage, diese Worte kann Jesus an jeden Zuhörer zu jeder Zeit stellen. Denn sie beinhaltet den Vorwurf, dass der Glaube, vor allem in Notsituationen zu gering ist. Die Tatsache, dass hier das Präsens verwendet wird, zeigt, dass derjenige, der spricht, dies in Vollmacht tut.
1. Prolog: Einleitung in die Themenstellung und Begründung der Wahl der Perikope zur exegese anhand des Neuen Testaments.
2. Übersetzung: Darstellung des griechischen Textes aus dem Nestle-Aland sowie eine eigene deutsche Übersetzung der Perikope.
3. Textkritik: Untersuchung der Textgeschichte anhand dreier spezifischer Stellen zur Bestimmung der ältesten Lesart.
4. Textanalyse: Untersuchung der sprachlichen und syntaktischen Struktur sowie der Bedeutung der Begriffe im Kontext der Perikope.
5. Literarkritik: Vergleich der synoptischen Überlieferung und Identifikation alttestamentlicher Quellen als Hintergrund für die Rettungsszene.
6. Formkritik: Bestimmung der Gattung als Rettungswunder und Reflexion über den Lebenssitz der matthäischen Gemeinde.
7. Redaktionsgeschichte: Analyse der redaktionellen Bearbeitung durch den Matthäus-Verfasser und dessen theologisches Profil.
8. Überlieferungsgeschichte: Darstellung der stufenweisen Entwicklung der Überlieferung von der isolierten Erzählung hin zur Einbettung im Evangelium.
9. Begriffs- und Motivgeschichte: Untersuchung der Motive von Sturm und Erdbeben im Kontext der antiken Umwelt und des Alten Testaments.
10. Resümee: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse der exegetischen Analyse.
Sturmstillung, Matthäusevangelium, Kleinglaube, Exegese, Rettungswunder, Nachfolge Jesu, Neutestamentliche Wissenschaft, Historisch-kritische Methode, Synoptiker, Theologische Exegese, Perikope, Vollmacht Jesu, Jüngerschaft.
Die Arbeit bietet eine historisch-kritische Exegese der Perikope der Sturmstillung im Matthäusevangelium (Mt 8,23-27).
Zu den zentralen Themen gehören die Textkritik, die grammatisch-syntaktische Analyse, der synoptische Vergleich mit Markus und Lukas sowie die form- und redaktionsgeschichtliche Einordnung.
Ziel ist es, die spezifische matthäische Komposition und deren theologische Bedeutung für die Gemeinde sowie das Motiv des Kleinglaubens in der Nachfolge Jesu herauszuarbeiten.
Es werden klassische Methoden der neutestamentlichen Exegese angewandt, darunter Textkritik, Literarkritik, Formgeschichte und Redaktionsgeschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Textanalyse (grammatisch, semantisch, pragmatisch), einen Vergleich mit synoptischen Parallelen und eine Untersuchung von Motiv- und Gattungsgeschichte.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Sturmstillung", "Kleinglaube", "Nachfolge", "Redaktionsgeschichte" und "Rettungswunder" geprägt.
Der Autor verwendet das Präsens, um die Mahnung Jesu über den historischen Moment hinaus als unmittelbar gültige und gegenwärtige Herausforderung für jeden Zuhörer zu markieren.
Es dient dazu, das Vertrauen der Jünger zu prüfen und die Perikope von einer reinen Wundertat hin zu einer unterweisenden Erzählung für die Gemeinde zu transformieren, die auch in Notzeiten am Glauben festhalten soll.
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